Muslimbruderschaft in Dialog mit Regierung

Ägypten-Krise

Muslimbruderschaft in Dialog mit Regierung

ElBaradei warnte vor einem Kabinett unter der Leitung von Mubarak oder Suleiman.

In Ägypten ist die oppositionelle Muslimbruderschaft nach eigenen Angaben in einen Dialog mit Vertretern der ägyptischen Regierung getreten. So solle herausgefunden werden, inwieweit die Regierung "bereit ist, die Forderungen des Volkes zu akzeptieren", hieß es in der Nacht auf Sonntag in einer Erklärung der islamistischen Gruppierung. Ein Vertreter der Muslimbrüder sagte, bereits Samstagfrüh habe ein Treffen von Vertretern der Muslimbrüder mit Vizepräsident Omar Suleiman stattgefunden. Der Bruderschaft gehe es darum, die Interessen der Nation und ihrer Institutionen sowie die Unabhängigkeit des Landes zu wahren, sagte der Vertreter, der anonym bleiben wollte.

Neubeginn
Die Muslimbruderschaft hatte zuvor einen Neubeginn in Ägypten unter Einbeziehung aller Oppositionsgruppen gefordert. Seine Gruppierung trete für eine Übergangsregierung "sämtlicher Oppositionsgruppen", Neuwahlen und die Freilassung aller politischen Gefangenen ein, sagte der stellvertretende Führer der Bruderschaft in Ägypten, Rashad al-Bayumi, dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" laut Vorabbericht.

ElBaradei warnt Regierung
Der ägyptische Oppositionspolitiker Mohamed ElBaradei hat unterdessen vor der Bildung einer Übergangsregierung unter der Leitung von Präsident Hosni Mubarak oder Vizepräsident Omar Suleiman gewarnt. Er befürchte, dass die Demonstrationen dann "wütender und bösartiger" werden könnten, sagte der Friedensnobelpreisträger am Samstag der Nachrichtenagentur Reuters per Telefon aus Kairo. Zu Berichten, die USA könnten eine solche Regelung unterstützen, sagte ElBaradei: "Wenn das wahr ist, dann wäre das ein großer Rückschlag, das kann ich ihnen sagen." Der ehemalige Chef der in Wien ansässigen UNO-Atombehörde IAEA (IAEO) ist einer der Wortführer der Opposition.

Die USA und Europa haben zuletzt Abstand von einer schnellen Ablösung Mubaraks genommen. US-Außenministerin Hillary Clinton und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel warnten am Samstag bei der Münchener Sicherheitskonferenz vor einem überstürzten Vorgehen. Die Vorbereitung einer Wahl und die Entwicklung neuer Strukturen brauche Zeit, sagte Merkel. Die USA setzen für die geplante Übergangsphase zunehmend auf Suleiman und haben die Rolle Mubaraks in der Übergangsphase als entscheidend bezeichnet.

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