Mutmaßlicher KZ-Aufseher aufgespürt

In Kroatien

Mutmaßlicher KZ-Aufseher aufgespürt

Jakob D. soll in Auschwitz und Mauthausen gewesen sein.

Kroatische Behörden sind einem ehemaligen Aufseher des Massenvernichtsungslagers Auschwitz auf die Spur gekommen. Jakob D. lebt in Osijek im Osten Kroatiens und habe auch nicht versucht, seine Identität zu verschleiern, berichteten kroatische Medien am Donnerstag. Die Staatsanwaltschaft in Zagreb wollte seine Identität gegenüber Medien nicht bestätigen.

Deutschland und USA kannten angeblich Aufenthaltsort
Justizbehörden in den USA und Deutschland sollen seit 20 Jahren gewusst haben, dass sich der heute 89-Jährige in Kroatien aufhielt. Die kroatische Staatsanwaltschaft beantragte Informationen aus Deutschland, nachdem die kroatische Zeitung „Jutarnji list“ im Vorjahr berichtet hatte, dass sich ein gesuchter Nazi in Kroatien aufhalte.

Aufseher in mindestens fünf Konzentrationslagern

D. ist mit Adresse und Telefonnummer im Telefonbuch zu finden. Der 1924 in Cepin bei Osijek geborene Mann schloss sich laut der Zeitung „Vecernji list“ als 18-Jähriger Hitlers Waffen-SS an und war 1943-45 Aufseher in mindestens fünf Konzentrationslagern, darunter in Auschwitz und in Mauthausen in Österreich.

D. erhielt US-Staatsbürgerschaft
D. wanderte nach dem Krieg in die USA aus und war in Ohio als Geschäftsmann tätig. Er erhielt auch die US-Staatsbürgerschaft. Diese wurde ihm 1989 wieder aberkannt, als die dortigen Justizbehörden Informationen über seine mutmaßliche Rolle im Nazi-Regime erhielten und feststellten, dass er bei seiner Einbürgerung falsche Angaben gemacht hatte. Bevor ein Prozess gegen ihn eröffnet werden konnte, setzte sich D. nach Europa ab.

Behörden am Zug
Nun versuchen die Behörden festzustellen, ob D. ein Verbrechen, bzw. eine Mittäterschaft nachgewiesen werden kann. Seine Nachbarn in Osijek beschrieben ihn als zurückgezogenen und sympathischen alten Herren, der ihnen von seinen Reisen Ansichtskarten geschickt hatte. Wegen einer Krankheit hätten sie ihn aber längere Zeit nicht zu Gesicht bekommen, berichtete „Vecernji list“.
 

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