Priester missbrauchte Dutzende Pfadfinder

Fall führte zu Sturz von Kardinal Barbarin

Priester missbrauchte Dutzende Pfadfinder

Der katholische Priester ist angeklagt, zwischen 1971 und 1991 als Leiter von Pfadfinder-Gruppen zahlreiche Buben sexuell missbraucht zu haben. 
Lyon. In Frankreich steht ein früherer katholischer Priester wegen des sexuellen Missbrauchs Dutzender Pfadfinder vor Gericht. Der Prozess gegen Bernard Preynat begann am Dienstag in Lyon im Osten des Landes. Der Fall hatte zum Sturz des höchsten Geistlichen Frankreichs geführt: Kardinal Philippe Barbarin trat als Erzbischof von Lyon zurück, nachdem ihn ein Gericht schuldig gesprochen hatte, den Priester jahrelang gedeckt zu haben.
 
Die katholische Kirche Frankreichs hatte den heute 74-jährigen Preynat im vergangenen Juli seiner geistlichen Würden enthoben, gut vier Jahre nach Bekanntwerden der Missbrauchs-Vorwürfe. Er ist angeklagt, zwischen 1971 und 1991 als Leiter von Pfadfinder-Gruppen zahlreiche Buben sexuell missbraucht zu haben. Dem früheren Priester drohen zehn Jahre Haft. Preynat hat die meisten Übergriffe gestanden.
 
Zehn der Opfer treten in dem Prozess als Zivilkläger auf. Sie waren zum Tatzeitpunkt zwischen sieben und 15 Jahre alt. Sie geben an, der Priester habe sie bedrängt, geküsst und zu sexuellen Handlungen gezwungen. Ein Teil der Taten ist bereits verjährt.
 
Im Zusammenhang mit dem Fall Preynat läuft derzeit das Berufungsverfahren gegen Kardinal Barbarin, der sich gegen seinen Schuldspruch wegen Vertuschung von Kindesmissbrauchs wehrt. Die Staatsanwaltschaft plädiert auf Freispruch. Sie argumentiert, der Kardinal könne nicht persönlich für Fehler der katholischen Kirche haften. Das Urteil gegen den Kardinal soll am 30. Jänner in Lyon verkündet werden.

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