Raumsonde

"Erwachte" Sonde

Raumsonde "Rosetta" schickt erstes Funksignal

Kontrollzentrum der ESA meldete erste  Signalübertragung um 19.17 Uhr.

Das Weckmanöver für die Raumsonde "Rosetta" , die sich aus Energiespargründen 957 Tage im Tiefschlaf befunden hatte, ist Montagabend unter Hochspannung im Grazer Institut für Weltraumforschung (IWF) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) mitverfolgt worden. Die Grazer Weltraumexperten als auch das Publikum der Veranstaltung waren nach Eintreffen des ersten Funksignals erleichtert.

"Ein Stern vom Herzen gefallen"

Mit dem Weckvorgang und den ersten eintreffenden Signalen von Bord der Sonde hat die Mission eine weitere kritische Phase überstanden. "Uns allen ist ein Stern vom Herzen gefallen, als wir das erste kleine Signal bekommen haben", zeigte sich Wolfgang Baumjohann, Leiter des Institutes für Weltraumforschung in Graz im Gespräch nach dem ersten Empfang erleichtert. Im Vorfeld hatte er vermutet, dass durch die lange Ruhepause mechanische Probleme auftreten könnten. Diese Gefahr ist noch nicht gebannt und könnte auch noch eintreten. Etwa wenn die beweglichen Teile der Instrumente ihre Arbeit aufnehmen sollen. Der Lander "Philae" wird laut Baumjohann erst am 28. März "geweckt". "Jetzt sind wir zuerst einmal auf die Antwort von 'Rosetta' auf die erste Kommandosequenz gespannt", so Baumjohann. "Wir können nicht alles planen. Deshalb bleibt es spannend bis zum Schluss", sagte Marj Bentley, Principal Investigator für das MIDAS-Instrument.

Kern des Kometen von Interesse
"Wenn man lange Zeit an dem Projekt arbeitet, ist man natürlich nervös", schilderte Günter Kargl vom IWF seine Emotionen beim Warten auf das erste Signal. "Was uns interessiert, ist der Kern des Kometen. Das ist etwas, das wir von der Erde aus nicht untersuchen können. Deswegen muss eine Sonde hinfliegen und das aktuelle Signal ist ein Hinweis, dass es funktioniert", so der österreichische Projektmitarbeiter am IWF.

Willibald Riedler, der pensionierte langjährige Chef des Grazer Instituts für Weltraumforschung (IWF) und ehemals "Principal Investigator" für das Messinstrument MIDAS, hat sich Montagabend aus gesundheitlichen Gründen entschuldigen lassen. Als "Ersatzmann" hat er seinen Enkel Eric Christian geschickt, mit dem er 2004 den Start der Raumsonde im Grazer IWF mitverfolgt hatte. "Der Komet ist so ewig weit weg, so dass man sich gar nicht vorstellen kann, dass die Signalübertragung wirklich funktionieren kann. Aber es hat funktioniert", so der junge Mann. Dennoch drängt es den Gymnasiasten bei seinen Berufsplänen in eine andere Richtung: "Ich tendiere eher zur Medizin", so Riedler.

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