Russische Krankenschwester trägt unter Schutzanzug Bikini

Gesundheitsbehörde nicht begeistert

Russische Krankenschwester trägt unter Schutzanzug Bikini

Weil ihr unter dem Schutzanzug viel zu heiß war, zog sie kurzerhand ihre Kleidung darunter aus.

Ganz vorbildlich trug die Krankenschwester bei ihrer Arbeit in einem russischen Spital in Tula einen Mund-Nasen-Schutz, Handschuhe und Schutzbrille. Doch: Unter dem durchsichtigen Schutzanzug trug die Frau nur einen Bikini – sicher sehr zur Freude der Corona-Patienten.

Die Frau erklärte laut „Bild“ ihr Outfit damit, dass ihr einfach zu warm unter der Schutzbekleidung sei. Der Gesundheitsbehörde gefiel das aber weniger. Künftig ist ein Bikini unter dem Schutzanzug verboten.

Autorin: Putin vertuscht Corona-Hölle in Russland - Ärzte leben in Angst

Und obwohl dies bei vielen vielleicht ein Schmunzeln erzeugt, ist die Corona-Situation in Russland alles andere als zum Lachen. Russland hat bei der Zahl der registrierten Corona-Infizierten die Marke von 300.000 überschritten. Am Mittwoch kamen innerhalb eines Tages mehr als 8.700 neue Fälle hinzu, wie die Behörden in Moskau mitteilten. Das sei der niedrigste Wert seit Anfang Mai. 2.972 Menschen starben demnach mit dem Virus. Mit 135 Todesfällen pro Tag habe es nun einen neuen Höchststand gegeben. Nach Erhebungen der US-Universität Johns Hopkins liegt das flächenmäßig größte Land der Erde bei der Gesamtzahl der gemeldeten Infektionen auf Platz zwei hinter den USA. Insgesamt haben sich in Russland rund 308.700 Menschen angesteckt.

 
© Getty Images
 

Mysteriöse Todesfälle

Die tatsächliche Zahl der Corona-Fälle dürfte aber noch viel höher sein.  Die russische Autorin Alissa Ganiewa wirft dem Kreml nun in einem Gastbeitrag in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vor, die Zahlen zu manipulieren und viele Todesfäll zu vertuschen.
Plötzlich sterben etliche Russen an „Lungenentzündung“, so der Vorwurf der Autorin. „In den sozialen Netzwerken erfahre ich ständig von Bekannten, dass ein Verwandter oder Freund an Lungenentzündung gestorben sei, dass der Tote nicht wie üblich im offenen Sarg aufgebahrt wurde, dass aber auf dem Totenschein Herzinfarkt oder Lungenödem als Todesursache stand.“  
 
Viele Ärzte würden schweigen und trauen sich nicht, über die wirkliche Situation in den russischen Krankenhäusern zu sprechen. „Es häufen sich mysteriöse Todesfälle von Medizinern, die in den Medien als Unfälle hingestellt werden“, so der Vorwurf Ganiewas. Als Beispiel führt die Autorin einen Fall einer Chefärztin in Krasnojarsk an. Diese hatte sich gegen die Eröffnung einer Corona-Abteilung in ihrer Klinik ausgesprochen und sei kurz danach nach einem Fenstersturz gestorben.
 

Moskau am schwersten betroffen

Am schwersten betroffen ist die Hauptstadt Moskau. Auf Europas größte Metropole entfällt gut die Hälfte aller Corona-Infektionen in dem Land. Nach Angaben von Bürgermeister Sergej Sobjanin werden derzeit etwa 18.000 schwer kranke Menschen in Kliniken behandelt. Eine "humanitäre Katastrophe" habe es aber nicht gegeben.
 
Der Agentur TASS zufolge liegen derzeit landesweit 99.000 Menschen, die an Corona erkrankt sind, in Krankenhäusern. Davon seien 2.100 Patienten an Beatmungsmaschinen angeschlossen.
 
© Symbolbild (Getty)
 
Vor allem in Moskau gilt nach wie vor eine strenge Ausgangssperre, es gibt es aber keinerlei Kontaktverbote. In vielen Landesteilen wurden die Beschränkungen mittlerweile wieder gelockert. Das sei in Moskau erst dann möglich, wenn die Zahl neuer Fälle deutlich zurückgehe, sagte Sobjanin. "Wir müssen verstehen, dass dieses Problem nicht so schnell gelöst werden kann."
 
Menschen über 65 Jahre und mit Vorerkrankungen müssen landesweit weiterhin zu Hause bleiben - das schon seit Ende März. Experten sehen unter anderem darin einen Grund, weshalb die Zahl der Toten in Russland vergleichsweise niedrig ist. Zuletzt gab es Berichte ausländischer Medien, dass viele Corona-Todesfälle nicht in der Statistik auftauchen. Die Behörden dementierte das vehement.
 
Immer wieder sind auch Großbaustellen und größere Unternehmen von massenhaften Erkrankungen betroffen. Jüngstes Beispiel ist eine Goldmine bei Krasnojarsk in Sibirien. Dort haben sich den Behörden zufolge mehr als 800 Mitarbeiter mit Sars-CoV-2 infiziert. Um eine weitere Ausbreitung einzudämmen, ist dort das Militär im Einsatz.

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