Schneesturm - Mehr als 600.000 Haushalte in USA ohne Strom
Schneesturm - Mehr als 600.000 Haushalte in USA ohne Strom
Schneesturm - Mehr als 600.000 Haushalte in USA ohne Strom
Schneesturm - Mehr als 600.000 Haushalte in USA ohne Strom

"Nemo"

Schneesturm - Mehr als 600.000 Haushalte in USA ohne Strom

 Schneesturm wütet

Mit starkem Schneefall und heftigen Windböen hat ein aufziehender Wintersturm Teile der US-Ostküste lahmgelegt. In mehr als einer halben Million Haushalten fiel Medienberichten zufolgen in der Nacht zum Samstag der Strom aus, tausende Flüge und Zugverbindungen wurden gestrichen. Autobahnen und Innenstädte wirkten wie verwaist. In der Stadt Hamden im Staat Connecticut seien um 01.30 Uhr früh 66 Zentimeter Schnee gemessen worden, berichtete der TV-Sender The Weather Channel.

In Upton (New York) lagen 56 Zentimeter und Mansfield im Süden von Massachusetts kam auf 41 Zentimeter. Portland, die größte Stadt im US-Staat Maine, meldete 38 Zentimeter. Im Central Park in der Millionenmetropole New York fielen bis zu dem Zeitpunkt rund 15 Zentimeter Schnee.
 

LIVE-Updates: "Nemo" trifft US-Ostküste

Für fünf Nordost-Staaten wurde der Ausnahmezustand ausgerufen: Massachusetts, New York, Connecticut, Maine und Rhode Island. 5000 Nationalgardisten wurden alarmiert, einige Küstenstädte sollten evakuiert werden.

Wer während des Blizzards in Massachusetts mit seinem Auto fährt, muss mit einer Strafe von 500 Dollar (347 Euro) oder sogar mit einem Jahr Gefängnis rechnen. Der Gouverneur Deval Patrick hat wegen des schweren Unwetters ein absolutes Fahrverbot verhängt. Ausnahmen gibt es nur für Rettungspersonal, bestimmte Staatsbedienstete, Mitarbeiter der Versorgungsunternehmen und Journalisten. Auch in anderen Staaten, die von dem Schneesturm betroffen sind, gelten teilweise Fahrverbote.

In Boston durften auf Anordnung des Bürgermeisters bereits seit Freitagnachmittag keine Fahrzeuge mehr auf den Straßen sein und auch das öffentliche Nahverkehrssystem stand größtenteils still. "Wir sind kräftige Neu-Engländer und sind solche Stürme gewohnt, aber ich möchte die Menschen daran erinnern, ihren Verstand zu benutzen und von den Straßen fernzubleiben", hatte Bostons Bürgermeister Thomas Menino gefordert - und die große Mehrheit der Fahrer hielt sich daran: Auf den Straßen waren während der Hauptverkehrszeit am frühen Freitagabend nur vereinzelt Fahrzeuge zu sehen.

Der Blizzard zog auch über Gegenden hinweg, die bereits vor rund drei Monaten stark vom Wirbelsturm "Sandy" getroffen worden waren. Damals hatte es allein in den USA mehr als 100 Tote gegeben, Hunderttausende Menschen waren wochenlang ohne Strom. Der Schneesturm könnte in diesen Regionen auch zu neuen Überflutungen führen - den Vorhersagen zufolge sollten die Schäden aber geringer bleiben als bei "Sandy".

Bereits im Vorfeld waren in der Region mehr als 5000 Flüge und alle Zugverbindungen gestrichen worden. Mehr als 60 Flughäfen seien betroffen, meldete die Webseite "Flight Aware". Auch Flüge aus Deutschland an die Ostküste, etwa von Frankfurt/Main, wurden annulliert. Viele Schulen blieben geschlossen. An Tankstellen und Supermärkten bildeten sich lange Schlangen. Auch in der Millionenmetropole New York schneite es heftig. Räumfahrzeuge waren im Dauereinsatz. Die derzeit laufende Modewoche konnte aber ohne große Änderungen weitergehen.

An einigen Orten der Ostküste fiel die gefühlte Temperatur wegen des Windes auf bis zu 32 Grad unter Null. Am frühen Samstagmorgen werde der Sturm jedoch abflauen, kündigten die Meteorologen an. Der TV-Sender Weather Channel taufte das Unwetter "Nemo". Der Name gehe nicht auf den gleichnamigen Fisch im Disney-Film, sondern auf Jules Vernes Kapitän Nemo zurück.

Schneesturm - AUA startet Flug nach New York zwei Stunden verspätet

Der heftige Schneesturm an der Ostküste der USA hatte am Samstag leichte Auswirkungen auf den Flugplan der Austrian Airlines. Für den Flug nach New York (OS 87) mussten sich die Passagiere auf eine zweistündige Verspätung einstellen. Die Maschine soll nun um 12.30 Uhr in Wien abheben, berichtete ein Sprecher der Airline. Der Flug nach Washington (OS 93) wird planmäßig (10.25 Uhr) durchgeführt, hieß

Boston wurde zur Geisterstadt

Zwei Stunden lang hatte Doran Dennis am Freitag mit seinem Schneepflug gegen die Schneemassen auf Bostons Gehwegen gekämpft, als sein Gerät zum zweiten Mal stecken blieb. Die Straßen der Großstadt waren wie ausgestorben. Normalerweise hätte es auf der Huntington Avenue Pulks von College-Studenten gegeben, die sich auf den Weg zu einer der Bars der Innenstadt machen. Doch der Blizzard "Nemo" hat die Stadt an der US-Ostküste zum Stillstand gebracht.

"Es ist hier draußen wie in einer Geisterstadt", sagte Dennis. "Ich mag Schnee, aber das ist ungewöhnlich." Der Angestellte der Stadt und seine Familie leben im Süden Bostons. Doch selbst wenn er nicht die ganze Nacht zum Arbeiten eingeteilt worden wäre, hätte er es nicht nach Hause geschafft, sagte er. Bis Samstagnachmittag (Ortszeit) soll es in der Region zwischen 30 und 120 Zentimeter Schnee geben, warnen die Meteorologen. Aber die weißen Flocken sind nicht das Schlimmste.

Ein Sturm mit einer Stärke von 80 Kilometern pro Stunde schleuderte die eisigen Kristalle in die Augen der Fußgänger, ungeschützte Hautstellen drohten zu erfrieren. Der TV-Sender Weather Channel berichtete von Hurrikan-artigen Windböen auf dem internationalen Flughafen Logan, der östlich von Boston liegt.

Das wenige Partyvolk, das dem Blizzard am Freitag trotzte, lief in der Mitte der sonst so dicht bevölkerten Straßen - und wich den Schneepflügen aus. Neben Stadtangestellten wie Dennis war in der Nacht nur eine Gruppe häufiger vertreten: Notfallpersonal. Die Sirenen ihrer Krankenwagen waren das einzige Geräusch, das neben dem stetigen Brummen der Pflüge zu hören war.

"Wir versuchen unsere Windschutzscheiben so freizubekommen, dass wir den Weg zur Klinik sehen können", sagte ein Mitarbeiter der Ambulanz, bevor er die Tür des Wagens zuknallt und mit Blaulicht davonraste. Doch die Sirenen und Lichter der Krankenwagen waren fast überflüssig auf den ausgestorbenen Straßen. Der Gouverneur von Massachusetts Deval Patrick hat alle Fahrzeuge, die nicht zur Notfall-Versorgung gehören, von den Straßen verbannt. Wer dagegen verstößt, den erwarten 500 Dollar (etwa 375 Euro) Strafe - oder gar ein Jahr Gefängnis.

Um sich auf Schließungen vorzubereiten, hatten Anrainer zuvor die Geschäfte der Stadt gestürmt. Die Polizei berichtete von überfüllten Lebensmittelmärkten - und von einem ungewöhnlichen Raubversuch. Ein Kunde hatte versucht, einem anderen Lebensmittel aus dem Einkaufswagen zu stehlen, hieß es. Die Brot- und Milchregale waren am Freitagnachmittag leer.

Um Mitternacht wurden die Lebensmittelgeschäfte dicht gemacht. Die Parkplätze, auf den tagsüber noch verängstigte Anrainer ihr Auto abgestellt hatten, waren nun leer. Nur der Schnee blieb - und die weiße Decke wird wohl noch wachsen.



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