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Mehrere Razzien

Terror-Anschlag in Deutschland verhindert

Gefährder predigte zuvor in der Moschee, in der auch Berliner Attentäter Amri verkehrte.
Die deutsche Polizei hat nach eigener Einschätzung einen möglichen Terroranschlag verhindert. "Wir hatten aktuell verdeckte Erkenntnisse, dass ein Anschlag unmittelbar bevorstehen könnte", sagte der Leitende Kriminaldirektor Klaus-Stephan Becker am Donnerstag in Köln.
 
Bei Razzien hatten Beamte zuvor unter anderem mehrere Wohnungen in Köln und Düren (Nordrhein-Westfalen) durchsucht und insgesamt sechs Männer in Gewahrsam genommen. Einer von ihnen, ein deutsch-libanesischer Konvertit aus Berlin, sei schon seit Jahren als Gefährder bekannt und erst kürzlich nach Düren gezogen.
 

Verbindungen zu Anis Amri

Der 30-Jährige, der eng mit der Berliner Jihadisten-Szene verbunden sei, habe in einem Gespräch, von dem die Ermittler Kenntnis erlangt hätten, deutlich gemacht, dass er zu einem Anschlag bereit sei.
 
Den Angaben zufolge lebte der Mann vorwiegend in Berlin, wo er auch als sogenannter Vertretungsimam in der Fussilet-Moschee tätig gewesen sei, in welcher der Berlin-Attentäter Anis Amri verkehrte. Er gelte als Mitglied einer "sehr konspirativ agierenden multinationalen Gruppe". Seine Frau und seine Kinder leben demnach weiterhin in der Hauptstadt.
 
Zuletzt sei der Mann in die Wohnung eines zweiten in Gewahrsam genommenen Manns in Düren gezogen. Vor den Durchsuchungsmaßnahmen dort und in Köln habe es "verdeckte Erkenntnisse" auf einen möglicherweise geplanten Anschlag gegeben. Der Mann habe "davon gesprochen, den Aufstieg in die höchste Stufe des muslimischen Glaubens zu planen", was ein Synonym für einen Selbstmordanschlag sein könne.
 

Radikalisierter Konvertit

Bei dem in Düren festgenommenen Mann handelt es sich laut Ermittlern um einen radikalisierten deutschen Konvertiten, der seit einem Jahr als Gefährder gilt, sehr radikal denke und im Zweifelsfall wohl auch handeln würde. Verbal habe er eine "sehr hohe Gewaltbereitschaft bekundet". Zudem habe er einen Treueeid auf den IS geleistet, Ausreiseversuche unternommen und eine "beachtliche Affinität zu Waffen".
 
Bei den Razzien am Donnerstag wurden nach jüngsten Angaben sechs Männer in Gewahrsam genommen, aber nicht festgenommen. Bei den insgesamt sieben Durchsuchungen wurden zahlreiche Mobiltelefone und Festplatten beschlagnahmt. In Köln, wo eine Baustelle durchsucht wurde, auf der die beiden Männer aus Düren arbeiteten, schlug ein Sprengstoffspürhund an. Ob sich dort Sprengstoff befand, war noch unklar.

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