Neue Explosion fordert weitere Opfer

Terror nimmt kein Ende

Neue Explosion fordert weitere Opfer

Die Serie tödlicher Explosionen in Sri Lanka reißt nicht ab: In einem Hotel in Dehiwala-Mount Lavinia, einem Vorort der Hauptstadt Colombo, wurden bei einer Detonation am Sonntag mindestens zwei Menschen getötet, wie die Polizei mitteilte. Das Hotel war das siebente Ziel der Anschlagsserie. Eine weitere achte Explosion wurde in Colombo gemeldet.

Zuvor waren bereits drei Kirchen und drei andere Hotels von Detonationen erschüttert worden, dabei waren nach Polizeiangaben mindestens 180 Menschen getötet worden.

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Ausgangssperre

Die mutmaßlichen Bombenexplosionen richteten große Verwüstung an. Nach einem Besuch an drei Anschlagsorten erklärte Wirtschaftsminister Harsha de Silva: "Ich habe überall Leichenteile verstreut gesehen." Es habe "viele Opfer einschließlich Ausländern" gegeben. Er rief die Bürger auf, zuhause zu bleiben.

Die Regierung in Sri Lanka erließ eine unmittelbare Ausgangssperre ohne eine genaue Dauer anzugeben. Auch der Zugang zu sozialen Online-Netzwerken wurde eingeschränkt.

Auch die Botschaften westlicher Staaten riefen ihre Bürger in Sri Lanka auf, Schutz zu suchen. Die Fluglinie Sri Lanka Airlines bat die Passagiere, bei Abflügen aus Colombo mindestens vier Stunden vor dem Start einzutreffen, da die Sicherheitsvorkehrungen stark verschärft seien.

Ein AFP-Fotograf besuchte das Luxushotel Shangri-La, wo es ebenfalls eine Explosion gegeben hatte. Das Restaurant im zweiten Stock des Komplexes war weitgehend zerstört, Teile der Decke waren herabgestürzt, die Fenster waren geborsten.



 

 



 

 

Über 180 Tote bei Anschlagsserie

Zuvor waren bei einer Serie von Anschlägen auf drei Kirchen und drei Hotels am Ostersonntag in Sri Lanka mindestens 185 Menschen ums Leben gekommen, darunter mindestens elf Ausländer. Zudem wurden mehr als 450 Menschen verletzt, wie aus Angaben der örtlichen Krankenhäuser hervorgeht. Woher die Ausländer stammten, war zunächst unklar.  "Ich verurteile die feigen Attentate heute auf unsere Bevölkerung", schrieb Ministerpräsident Ranil Wickremesinghe auf Twitter.

In einem Hotel in Sri Lankas Hauptstadt Colombo hat es eine neue Explosion gegeben: Dabei kamen nach Polizeiangaben vom Sonntag mindestens zwei Menschen ums Leben. Andere Berichte meldeten die siebente Explosion in Dehiwela einem Vorort der Hauptstadt Colombo.

Er rief alle Einwohner seines Landes auf, angesichts der Tragödie einig und stark zu bleiben. Die Verbreitung von Spekulationen und unbestätigten Berichten müsse vermieden werden, appellierte der Regierungschef an die Bevölkerung. Die Regierung unternehme alle nötigen Schritte, fügte er hinzu und berief das nationale Sicherheitskabinett zu einer Sitzung ein. Die Attentate, zu denen sich zunächst niemand bekannte, sind mit die schwersten seit dem Ende des Bürgerkrieges vor zehn Jahren.

Warnung vor möglichen Selbstmordanschlägen

Zehn Tage zuvor hatte Sri Lankas Polizeichef Pujuth Jayasundara vor möglichen Selbstmordanschlägen auf Kirchen und auf das indische Hochkommissariat durch die radikalislamische Gruppe NTJ gewarnt. Er berief sich dabei auf Informationen eines "ausländischen Geheimdiensts".

Die deutsche Botschaft in Colombo riet dringend dazu, öffentliche Orte in Sri Lanka zu vermeiden. Die deutsche Bundesregierung reagierte tief betroffen. Der Sprecher von Kanzlerin Angela Merkel, Steffen Seibert, schrieb auf Twitter: "Wir trauern um sie und beten für die Verletzten und Familien. Terrorismus, religiöser Hass und Intoleranz dürfen nicht siegen." Das Krisenreaktionszentrum des Auswärtigen Amts in Berlin teilte mit, die Situation sei unübersichtlich. "Die Botschaft Colombo bemüht sich mit Hochdruck um Aufklärung, ob Deutsche betroffen sind. Wenn Sie vor Ort sind: Bleiben Sie den Anschlagsorten fern. Folgen Sie Anweisungen der Behörden."


Sri Lanka © Getty Images

Sri Lanka © Getty Images

Bisher keinen Hinweis auf betroffene Österreicher

 Die meisten Anschläge wurden in der Hauptstadt des bei Urlaubern beliebten Landes verübt. Unter den Toten seien auch neun Ausländer, erklärten die Behörden, nannten aber keine Nationalität. Bisher gibt es keine Hinweise auf betroffene Österreicher.
 

 

 

Serie von Explosionen

Innerhalb einer halben Stunde ereigneten sich demnach am Sonntagvormittag (Ortszeit) Explosionen in drei Kirchen in drei verschiedenen Städten sowie in drei Luxushotels in der Hauptstadt Colombo. In den Kirchen fanden zu dem Zeitpunkt Ostergottesdienste statt.

Staatspräsident Maithripala Sirisena sprach von "Angriffen". Die Streitkräfte und die Polizei würden der "Verschwörung" auf den Grund gehen.

Mindestens ein Mensch wurde bei einer Explosion im Restaurant des Cinnamon Grand Hotel getötet, wie ein Mitarbeiter der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Das Hotel liegt in der Nähe der Residenz des Regierungschefs.

Sri Lanka © APA/AFP/ISHARA S. KODIKARA

Krisensitzungen

Die Oberbefehlshaber der Streitkräfte hielten mit mehreren Ministern eine Krisensitzung ab, wie der Minister für Wirtschaftsreform, Harsha de Silva, auf Twitter schrieb. Er habe in einer Kirche in Colombo "schreckliche Szenen" erlebt. Diese sei mit Körperteilen übersät gewesen. Er rief dazu auf, die Ruhe zu bewahren und zu Hause zu bleiben. Rettungsmaßnahmen liefen.

Die ersten Explosionen wurden in den Kirchen St. Antonius in Colombo und St. Sebastian in dem außerhalb der Hauptstadt gelegenen Ort Negombo gemeldet. Zu dem Zeitpunkt feierten die Gläubigen gerade die Ostermesse. Die dritte Kirche liegt in Batticaloa im Osten Sri Lankas.

Die Bomben in der St. Anthony Kirche in Colombo, der Kirche St. Sebastian in Nigombo und einer Kirche in Batticaloa explodierten am Ostersonntagmorgen zwischen 8.30 Uhr und 9.00 Uhr Ortszeit, berichtete die Tageszeitung Colombo Telegraph auf ihrer Webseite laut Kathpress. Etwa zur gleichen Zeit seien Bomben in den drei Fünfsterne-Hotels Shangri-La, Cinnamon Grand und Kingsbury in Colombo in die Luft gegangenen.


Die Kirchenverwaltung NCEASL, die mehr als 200 Kirchen und andere christliche Organisationen in Sri Lanka vertritt, hatte sich jüngst besorgt über vermehrte Übergriffe geäußert. Im vergangenen Jahr habe es 86 bekannte Vorfälle von Diskriminierung, Drohungen und Gewalt gegen Christen und ihre Einrichtungen gegeben. In diesem Jahr seien es bisher 26 gewesen. So hätten buddhistische Mönche wiederholt versucht, christliche Gottesdienste zu stören.

Sri Lanka © APA/AFP/ISHARA S. KODIKARA

Beliebtes Touristenziel

Die dem heiligen Antonius von Padua geweihte Kirche gilt demnach als Nationalheiligtum der Katholiken des mehrheitlich buddhistischen Sri Lanka. 6,1 Prozent der 22 Millionen Einwohner des Inselstaates sind Katholiken.

Der südasiatische Inselstaat ist ein beliebtes Touristenziel, auch für Europäer. Die Mehrheit der Bevölkerung sind Buddhisten.

Sri Lankas Bürgerkrieg war 2009 nach 26 Jahren zu Ende gegangen. Die Rebellengruppe Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) hatte für einen unabhängigen tamilischen Staat im Norden des Landes gekämpft. Die Armee ging gegen die Aufständischen mit aller Härte vor und besiegte sie schließlich. Die UN wirft beiden Seiten Kriegsverbrechen vor.

 

Rivlin & Maas verurteilten Angriffe

Israels Staatspräsident verurteilte indes die Angriffe auf Kirchen und Hotels in Sri Lanka als "abscheuliches Verbrechen". Sie hätten auch jenen gegolten, die am Ostersonntag beteten, schrieb Reuven Rivlin auf Twitter. "Wir sind alle Kinder Gottes; eine Attacke auf eine Religion ist eine Attacke auf uns alle." Das israelische Außenministerium teilte mit, bisher gebe es keine Informationen zu israelischen Opfern bei den Attacken.

Der deutsche Außenminister Heiko Maas äußerte sich bestürzt über die Serie von Angriffen auf Kirchen und Hotels und verurteilte sie aufs Schärfste. "Die Nachrichten aus Sri Lanka machen fassungslos. Wir sind in Gedanken bei den Angehörigen der Opfer und hoffen mit den Verletzten", schrieb er am Sonntag auf Twitter. Am Osterfest so viel Hass zu erleben, schmerze. "Ostern ist ein Fest der Liebe, das uns lehrt: Hass unsererseits kann nie die Lösung sein." Weiter erklärte der SPD-Politiker: "Diese niederträchtige Tat richtete sich offenbar gezielt gegen Menschen, die sich am Ostersonntag in der Kirchen dem Gebet und der Besinnung widmeten, sowie gegen Reisende. Nichts kann die gezielte Ermordung unschuldiger Menschen rechtfertigen."

Auch Van der Bellen & Kneissl sind schockiert

"Die Anschläge in #SriLanka, auf friedlich betende und Gottesdienst feiernde Menschen und auf Hotelgäste, sind ein schrecklicher und barbarischer Akt. Sie sind auf das Schärfste zu verurteilen", erklärte Bundespräsident Alexander Van der Bellen am Sonntagvormittag auf Twitter.

"Unser Mitgefühl und unsere Gedanken sind bei den Verletzten und den Familien und Freunden der Opfer", so Van der Bellen. Auch Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ) sprach auf diesem Weg den Opfern und ihren Angehörigen ihr Mitgefühl aus und zeigte sich "zutiefst betroffen über die brutalen und perfiden Terrorakte, die gerade am Ostersonntag in #SriLanka geschehen sind". Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) retweetete in einer ersten Reaktion Kneissls Kurznachricht.

Bisher gibt es keine Hinweise auf betroffene Österreicher. Die Lage sei aber weiter unübersichtlich, hieß es am Sonntag aus dem Außenministerium auf Anfrage der APA. Die zuständige Botschaft in Indiens Hauptstadt Neu Delhi sei mit den Behörden in Sri Lanka in Kontakt.




 

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