Timoschenko-Proteste in Kiew verboten

Per Eilantrag

Timoschenko-Proteste in Kiew verboten

In Haft: Julia Timoschenkos Anhänger rufen zu weiteren Kundgebungen auf.

Nach der umstrittenen Inhaftierung der ukrainischen Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko hat die Justiz in Kiew per Eilantrag Proteste der Opposition vor dem Gerichtsgebäude untersagt. Anhänger von Timoschenko rufen für diesen Montag, wenn der Prozess fortgesetzt werden soll, zu weiteren Protesten auf.

Kundgebungen verboten
Sondereinsatzkräfte des Innenministeriums rückten am Sonntag zu einer Zeltstadt in der Mitte der Metropole vor. Dort demonstrieren etwa 200 Menschen, darunter Fraktionskollegen der Oppositionsführerin, gegen die am Freitag verhängte Untersuchungshaft. Die Lage sei ruhig, meldete die Agentur Interfax. Die Justiz hatte in einer Nachtsitzung Kundgebungen rund um das Gerichtsgebäude bis Ende August grundsätzlich verboten.

Das Außenministerium der früheren Sowjetrepublik wies unterdessen die starke internationale Kritik an dem Urteil zurück. Auch in der Europäischen Union und in den USA hätten Gerichte das Verhalten von Timoschenko nicht toleriert, teilte Außenamtssprecher Oleg Woloschin mit. Die Staatsanwaltschaft hatte die Haft nach mehreren Störversuchen der 50-Jährigen beantragt.

Die US-Menschenrechtsorganisation Freedom House hatte der Führung in Kiew vorgeworfen, der Schritt sei Teil einer Kampagne gegen die Opposition. Auch die deutsche Bundesregierung hatte den Verdacht "politisch motivierter Justiz" geäußert. Dagegen hatte die Partei der Regionen von Präsident Viktor Janukowitsch, dem Gegenspieler Timoschenkos, die Haft als "rechtmäßig" begrüßt.

10 Jahre Haft
Der Galionsfigur der prowestlichen Orangenen Revolution von 2004 drohen in dem seit Ende Juni laufenden Prozess zehn Jahre Haft. Laut Anklage soll die Ukraine während Timoschenkos Amtszeit durch ein Gasgeschäft mit Moskau Hunderte Millionen Euro verloren haben. Die Politikerin mit dem markanten blonden Haarkranz widerspricht dem. Bei den Verhandlungen mit ihrem damaligen Amtskollegen Wladimir Putin sei 2009 alles mit rechten Dingen zugegangen.

Diese Website verwendet Cookies

Cookies dienen der Benutzerführung und der Webanalyse und helfen dabei, die Funktionalität der Website zu verbessern, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Nähere Informationen finden Sie in unserer   Datenschutzerklärung .
OE24 Logo
Es gibt neue Nachrichten