Neues Opfer in Hessen

"Todes-Salami": Bereits drei Tote im Listerien-Thriller

Kassel/Wien. Die Zahl der Todesfälle durch Listerienkeime im Fall des deutschen Wurstproduzenten Wilke liegt bei drei, geht aus einem Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. Demnach starben im Jahr 2018 drei Menschen in Deutschland an einer Infektionen mit dem Listerienstamm Sigma1. Bisher war von zwei - anderen - Todesfällen in Zusammenhang mit den Produkten die Rede gewesen.
 
Dem RKI liegen Berichte zu zwei Todesfällen aus Hessen vor, bei denen die Opfer zwar Listeriose hatten, aber die Infektion nicht die Todesursache ist. Sie zählen demnach nicht zu jenen drei Opfern - aus Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt -, die als direkt oder indirekt an Listeriose verstorben gezählt werden.
 
Es gibt damit keine Sigma1-Todesopfer in Hessen, die an Listeriose verstarben. Der für die Lebensmittelüberwachung bei Wilke zuständige Landkreis Waldeck-Frankenberg hatte das zunächst irrtümlich erklärt, räumte eine Kreissprecherin am Freitag ein.
 
Der Wursthersteller Wilke in Twistetal-Berndorf ist vor über einer Woche geschlossen worden. Immer wieder waren Keime in seinen Produkten gefunden worden. Listerien können für Menschen mit geschwächtem Immunsystem lebensgefährlich sein.
 
Produkte des Unternehmens waren auch nach Österreich geliefert und vorwiegend an Gastronomiebetriebe weitergegeben worden. Schon Anfang der Woche hatte die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) betont, dass mittlerweile wohl keine dieser Erzeugnisse mehr im Umlauf seien. Es gibt keinen dokumentierten Fall einer Listeriose-Erkrankung, der mit dem Ausbruch in Deutschland in Verbindung steht. Auch sei unklar, ob Produkte, die nach Österreich gelangten, überhaupt mit Listerien kontaminiert waren.
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