US-Todeskandidat verblüfft mit sozialer Geste

Kurz vor seiner Hinrichtung mit der Giftspritze

US-Todeskandidat verblüfft mit sozialer Geste

Washington. In den USA sind am Donnerstag zwei verurteilte Mörder mit der Giftspritze hingerichtet worden. In Tennessee wurde das Todesurteil gegen den 68-jährigen Donnie Edward Johnson vollstreckt, der wegen der Ermordung seiner Frau im Jahr 1984 im Todestrakt saß. In Alabama wurde der 41-jährige Michael Brandon Samra hingerichtet, der 1998 wegen eines Vierfachmordes zum Tode verurteilt worden war.

Johnson verblüfft mit sozialer Geste

Wie mehrere Medien berichten, verzichtete Johnson auf seine Henkersmahlzeit – und rief seine Anhänger dazu auf, Essen für Obdachlose zu spenden. Die Gefängnisbehörde im Riverbend-Hochsicherheitsgefängnis von Nashville bestätigte Johnsons Entschluss am Mittwoch. Johnson selbst nahm kurz vor seiner Hinrichtung das einfache Gefängnisessen aus der Kantine ein.
 
Verurteilte Straftäter dürfen sich in Tennessee für bis zu 20 Dollar (umgerechnet rund 18 Euro) eine Henkersmahlzeit ihrer Wahl bestellen. Johnsons Pflichtverteidiger Kelley Henry teilte vor der Exekution in einer E-Mail mit: „Herr Johnson weiß, dass seine 20 Dollar nicht viele Obdachlose satt machen werden. Er bittet daher seine Unterstützer, jeweils einem Obdachlosen eine Mahlzeit zu spendieren.“
 
Johnson soll seine Frau mit einem Plastiksack erstickt haben. In einem Gnadengesuch an Tennessees Gouverneur Bill Lee hatte Johnson darauf verwiesen, dass er sich im Gefängnis der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten angeschlossen hat. Obwohl sich das Oberhaupt seiner Kirche, katholische Bischöfe und die Tochter seines Opfers für ihn einsetzten, lehnte der Republikaner eine Begnadigung aber ab.

Samra brachte vier Menschen um

Brandon Michael Samra, dem in Gerichtsunterlagen mangelnde Intelligenz attestiert wurde, hatte 1997 im Alter von 19 Jahren zusammen mit dem 16-jährigen Mark Duke vier Menschen umgebracht: den Vater seines Mittäters, dessen Freundin und deren sechs und sieben Jahre alte Töchter. Beide wurden zum Tode verurteilt.

Dukes Todesurteil wurde später in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt, weil der Oberste Gerichtshof der USA 2005 entschieden hatte, dass Täter unter 18 Jahren nicht hingerichtet werden sollen. Samra hatte sein Todesurteil daraufhin ebenfalls angefochten und darauf verwiesen, dass er zur Tatzeit noch nicht 21 Jahre alt war. Der Oberste Gerichtshof lehnte eine Änderung der Altersgrenze aber ab.

Alabamas Gouverneurin Kay Ivey wies auch ein Gnadengesuch von Samras Anwälten zurück. Mit der Vollstreckung des Todesurteil werde "Gerechtigkeit" geschaffen, erklärte die Republikanerin.

In diesem Jahr gab es in den USA bisher fünf Hinrichtungen - drei in Texas, eine Georgia und eine Alabama.

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