Vorwürfe: Starb Julen (✝2) erst durch Rettungsarbeiten?

Anwälte legen Bericht vor

Vorwürfe: Starb Julen (✝2) erst durch Rettungsarbeiten?

Überraschende Wende im tödlichen Brunnen-Drama um den kleinen Julen (✝2).

Spanien. Die Anwälte von David Serrano, dem Eigentümer der Finca in Totalán, wo sich das Loch-Unglück ereignete, haben jetzt einen brisanten Bericht vorgelegt. Die Papiere sollen aufzeigen, dass das Kind während der Rettungsaktion und nicht als Folge des Sturzes ins Bohrloch sein Leben verloren habe. Das berichten spanische Medien unter anderem "El País".

Starb Julen also erst durch die Rettungsarbeiten der Einsatzkräfte und nicht durch den Sturz? 

Architekt Jesús María Flores ist Autor des Berichtes, der der Richterin nun vorgelegt wurde. "Der Einsatz mit der Spitzhacke, insgesamt zehn Schläge, zwischen 17.30 und 21.00 Uhr am Unglückstag (Julen war kurz vor 14 Uhr in den Schacht gefallen), ist das Einzige, was die körperlichen Wunden am Kopf und am Schädel des Minderjährigen verursachen konnte", heißt es in dem Bericht. 

Die Architektenkammer selbst diatanzierte sich bereits in Vergangenheit von den Aussagen Flores' zum Bohrloch-Unglück. 

 

Retter zwei Wochen lang im Einsatz

© APA

Fast zwei Wochen lang hatten Hunderte Einsatzkräfte unermüdlich gearbeitet, um den zweijährigen Buben aus einem 107 Meter tiefen Brunnenschacht in dem Ort Totalan zu bergen. Am Freitag gelang es ihnen endlich, zu dem Kind vorzudringen. Jedoch konnten sie nur noch seine Leiche bergen.
 
Vorausgegangen waren immer neue Rückschläge wegen des harten Gesteins an dem schwer zugänglichen Unglücksort am Hügel Cerro de la Corona nahe der Küstenstadt Malaga. Nach tagelangen Bohrungen wurde der Bub in einer Tiefe von mehr als 70 Metern gefunden, wie das spanische Fernsehen berichtete.

© Getty Images

"Die Einsatzkräfte haben um 1.25 Uhr den unglücklicherweise leblosen Körper des Kleinen lokalisiert", twitterte der Delegierte der Madrider Zentralregierung in Andalusien, Alfonso Rodriguez Gomez de Celiz, der den Eltern sein Beileid aussprach. Die spanische Zivilgarde schrieb: "Leider haben wir es trotz aller Bemühungen so vieler Menschen nicht geschafft... Ruhe in Frieden Julen." Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht mitgeteilt.

© Twitter

Retter hatten seit dem 13. Jänner versucht, zu dem Kind in dem extrem engen, nur 25 Zentimeter breiten Schacht vorzudringen. Allerdings gab es keine Lebenszeichen von ihm, zudem war unklar, in welcher Tiefe des illegal auf der Suche nach Wasser gegrabenen Loches es sich befand. Dennoch hatten nicht nur die Eltern, die 2017 bereits einen Sohn verloren hatten, auf ein Wunder gehofft. Noch am Donnerstagabend waren Hunderte Anrainer aus dem Ort zu einer Mahnwache zusammengekommen, um für das Kind zu beten.

Experten hatten versichert, dass es nicht ausgeschlossen war, das Kind lebend zu finden. Jedoch waren die Hoffnungen auf ein glückliches Ende des dramatischen Unfalls mit jeder Minute geschrumpft. Besonders bei der Bohrung eines parallelen Schachts war es zu immer neuen Verzögerungen gekommen, weil die Retter auf extrem hartes Gestein stießen. Experten betonten, normalerweise seien für eine solche Aktion, bei der 40.000 Tonnen Erde abgetragen wurden, Monate nötig. Einen vergleichbaren Notfall in einer solchen Tiefe habe es weltweit noch nie gegeben, hieß es.

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