Sieben Rätsel um Osamas Tod

USA töteten Terror-Fürst

Sieben Rätsel um Osamas Tod

Es tauchen immer mehr Fragen zur Operation "Geronimo" auf.

Je mehr man erfährt, desto rätselhafter wird die Blutnacht in der Villa des Terrorchefs Osama bin Laden. Die 7 großen Rätsel der „Kill-Mission“ der Amerikaner.

Die Welt atmete auf, als die Todesnachricht des Superterroristen durchsickerte. Nun aber tauchen immer mehr Fragen über die exakten Umstände der Blutnacht auf.

1. War es von Anfang an eine „Kill-Mission“?
Ziel war „die Tötung Bin Ladens“, hieß es zunächst. Obamas Sprecher Jay Carney ruderte nun zurück, wohl wegen der weltweiten Empörung: Der Befehl habe „Verhaften oder töten“ gelautet. Auffällig: Zuerst war von Feuergefechten die Rede. Jetzt: Nur ein Bin-Laden-Vertrauter war bewaffnet, die Seals töteten neben Bin Laden im Gebäude systematisch, Stock für Stock, drei Männer, eine Frau.

2. Hätte er lebend gefasst werden können?

Zwei Elitesoldaten traten die Tür zum Schlafzimmer im 3. Stock ein, als Osamas Frau Amal Ahmed Abdul Fatah (29) auf sie zustürmte. Einer schoss ihr ins Bein, der zweite traf Bin Laden in die Brust und über dem linken Auge: „Bin Laden hatte zwar keine Waffe, doch Sprengfallen wurden befürchtet.“ Wahrscheinlich hätten die Elitesoldaten den Terrorzaren wohl auch überwältigen können. Als US-Gefangener hätte er aber noch mehr ­Fanatiker motiviert.

3. Warum wurde nur eine Leiche mitgenommen?
Anfänglich war der Abtransport mehrerer Toter oder Gefangener geplant, nach dem Crash des Tarnkappen-Helikopters war im verbliebenen Fluggerät nur mehr Platz für Bin Ladens Leiche, wird behauptet.

4. Ist die Empörung über die Aktion gerechtfertigt?

Bringt ein Staat gezielt und ohne Strafprozess ­Zivilisten um, ist dies ein ­illegales Vorgehen (Völkerrecht). Die Frage, ob das ­Opfer dies verdient hat, ist menschenrechtlich nicht relevant. „Kill-Missionen“ sind nur zulässig, wenn sie im Rahmen eines rechtmäßigen militärischen Vorgehens eintreten. Es lag aber keine Militäraktion vor. Andere Interpretation: Bin Laden hat der Welt den Krieg erklärt, seine Villa war ein „militärisches Ziel“.

5. Was geschieht mit den Frauen und Kindern?
Neun Frauen und 23 Kinder waren in dem Anwesen. Seine fünfte Frau Amal liegt in einem pakistanischen Militärspital, wie auch sechs seiner Kinder. Sie werden von Pakistans Geheimdienst verhört. Eine zwölfjährige Tochter behauptet, die Seals hätten ihren Vater überwältigt, verhört, exekutiert.

6. Gibt es Videos von der ganzen Aktion?
Helmkameras der Soldaten funkten zwar Bilder der Attacke in Echtzeit in Obamas Kommandozentrale im Weißen Haus, doch jetzt sagt CIA-Boss Panetta: „Nach der Landung gab es einen 20 bis 25 Minuten langen Blackout der Übertragung. Einige Szenen fehlen.“

7. Werden die Todesbilder jemals gezeigt?
Obama lehnt eine Publikation strikt ab, erklärte die Fotos zur Verschluss­sache. Möglich wären ­„Leaks“ zu Medien, doch die Zahl der Personen, die Kopien besitzen, ist minimal.

Obama will Todes-Fotos nicht zeigen
„Wir sind absolut sicher, dass wir Osama getötet haben. Doch die grauenhaften Fotos sollen nicht zusätzliche Gewalt hervorrufen oder zur Propaganda verwendet werden“, betonte US-Präsident Barack Obama am Donnerstag im US-TV. Sogar wenn die USA die Bilder, die den Terrorchef mit weggeschossenem Schädel zeigen, veröffentlichten, würden Osama-Fans von Fotomontagen sprechen.

Kaum hatte der US-Präsident sein Statement abgegeben, veröffentlichte die Nachrichtenagentur Reuters bisher geheime Bilder von den drei Männern, die in Osamas Haus erschossen wurden. Damit gerät das Weiße Haus wieder unter Druck, auch die letzten Fotos freizugeben.



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