giftspritze

Todesstrafe

Darum gibt es in Texas keine Henkersmahlzeit mehr

Todeskandidaten dürfen sich keine letzte Mahlzeit mehr aussuchen.

Ein wegen Mordes zum Tode verurteilter Rassist wurde am Mittwoch im US-Bundesstaat Texas hingerichtet. John William King wurde im Gefängnis von Huntsville per Giftspritze getötet. Gemeinsam mit zwei Komplizen hatte er einen Schwarzen zusammengeschlagen, an ein Auto gebunden und zu Tode geschleift.
 
Sein Komplize Lawrence Russell Brewer wurde bereits 2011 hingerichtet. Ihm hat es King nun auch zu verdanken, dass Todeskandidaten in Texas keine Henkersmahlzeit mehr bekommen. Brewer hatte mit seiner Bestellung die Beamten derart genervt, dass das Privileg im Bundesstaat abgeschafft wurde. Der Mörder hatte vor 8 Jahren ein gigantisches Menü bestellt, dann aber nichts angerührt. Das war die Skandal-Henkersmahlzeit: zwei Hähnchensteaks mit Sauce und Zwiebelringen, ein dreifacher Bacon-Cheeseburger, ein Käseomelett, Tomaten, Paprika und Jalapeños, frittiertes Okra-Gemüse mit Ketchup, ein Stück Grillfleisch mit einem halben Weißbrot, drei Fajitas, eine Fleischpizza, Eis und drei Bier. 
 

Fall erschütterte die USA

Der Fall des 49-jährigen Anhalters James Byrd hatte die USA Ende der 90er-Jahre erschüttert: King und zwei weitere Männer hatten ihn entführt, zusammengeschlagen und schließlich an ihr Auto gebunden. Dann fuhren sie durch die Gegend und schleiften Byrd hinter sich her. Ein Pathologe sagte während des Prozesses aus, Byrd habe extreme Schmerzen erlitten und sei erst nach einigen Kilometern Fahrt gestorben, als er gegen ein Betonrohr geschleudert wurde, das seinen Kopf vom Körper abtrennte.

King war bereits 1999 zum Tode verurteilt worden. Er gehört den "Confederate Knights of America" an - einer rassistischen Vereinigung, die dem Ku-Klux-Klan nahesteht. Mehrere Versuche seiner Anwälte, den Prozess neu aufzurollen oder die Hinrichtung zu verschieben, scheiterten. Einer von Kings Mittätern war bereits 2011 hingerichtet worden, ein zweiter sitzt eine lebenslange Gefängnisstrafe ab.
 
Bei vielen Amerikanern hatte das Verbrechen Erinnerungen an Lynchjustiz und jahrzehntelang gesellschaftlich akzeptierten Rassismus wachgerufen. US-Präsident Barack Obama nahm den Fall rund zehn Jahre später zum Anlass für ein neues Gesetz gegen Hassverbrechen, das Byrds Namen trägt.


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