Diashow Frankreich: Hollande stürzt Sarkozy

Präsidenten-Wahl

Frankreich: Hollande stürzt Sarkozy

Nach 17 Jahren regiert wieder ein Sozialist im Élysée-Palast in Paris.

Sozialisten aus ganz Frankreich feiern die ganze Nacht über auf der Place de la Bastille in Paris den neuen Präsidenten: François Hollande. Hunderttausende waren in Paris auf den Straßen.

Diashow: Sozialisten feiern Sieg von Hollande

Sozialisten feiern Sieg von Hollande

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    1. Sozialist seit 17 Jahren
    Jener Hollande, dem vor  Monaten nicht einmal die eigenen Genossen eine Chance gaben, stürzte Präsident Nicolas Sarkozy. Das Ergebnis fiel deutlich aus: 51,67 % für Hollande, 48,33 % für Sarkozy. In absoluten Zahlen stimmten 17,8 Millionen Bürger für Hollande, 16,7 Millionen für Sarkozy. 2,1 Millionen Stimmen waren Enthaltungen oder ungültig. Noch nicht berücksichtigt waren rund eine Million Franzosen im Ausland. Deren Stimmen sollten am Montag ausgezählt werden, das amtliche Ergebnis der Wahl wird am Donnerstag vom Verfassungsrat in Paris festgestellt.

    Damit zieht das erste Mal nach 17 Jahren wieder ein Sozialist im Élysée ein. Der 57-Jährige tritt ein schweres Erbe an: Die Arbeitslosigkeit befindet sich mit 10% auf Rekordhöhe. Die Staatsverschuldung stieg in den letzten fünf Jahren auf 500 Milliarden an.

    Hollande herzte und küsste die Wähler
    Trotzdem fordert Hollande ein Ende des europaweiten Sparkurses. Der Sozialist will wieder Schulden machen, um die Wirtschaft anzukurbeln. Dafür nimmt er auch Streit mit dem reichen Deutschland in Kauf. Das Spar-Diktat müsse beendet werden, forderte er im Wahlkampf. Seine erste Auslandsreise wird Hollande zu Merkel machen.

    Hollande, einst von den eigenen Parteifreunden als „Pudding“ belächelt, wurde in Paris gefeiert wie ein Held. Ganz anders Sarkozy: Als der amtierende Präsident um 11.45 Uhr im noblen ­Pariser 16. Arrondissement seinen Stimmzettel abgab, sah man ihm bereits das gequälte Lächeln an. Als wollten ihm seine Fans ein letztes Geschenk machen, spielten sich unglaubliche Szenen ab: „Nicolas Président, merci“, riefen ihm Pariser zu. Doch Sarko schwante bereits Übles: Schon am Nachmittag ließ er seine Siegesfeiern absagen. Im Élysée-Palast erhielt er dann die schlechten Nachrichten. Bei seiner Abschiedsrede vor den Anhängern appellierte er an die Einheit des Landes; „Ich übernehme die volle Verantwortung für die Niederlage!“

    Diashow: Sarkozy gesteht seine Niederlage ein

    Sarkozy gesteht seine Niederlage ein

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      Wechsel am 14. Mai: Der neue Präsident heißt François Hollande und wird am 14. Mai offiziell angelobt.

      Sarkozy und Bruni wählten im schicken Pariser 16. Bezirk >>Hier geht's zu den Fotos <<

      Francois Hollande gab Stimme in Tulle (Zentralfrankreich) ab >> Hier geht's zu den Fotos <<

      Alle Hintergrund-Storys zur Wahl, die Biografien und noch mehr Bilder finden Sie hier >>>

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      22:30 Uhr: Die Bilder: Mit seiner Lebensgefährtin trat Hollande vor die jubelnde Menge in Tulle:

      Diashow: Hollande: Sein Auftritt in Tulle

      Hollande: Sein Auftritt in Tulle

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        22:01 Uhr: Als seine ersten Ziele nannte der künftige Präsident jene, die bereits seinen Wahlkampf geprägt hatten: Frankreich aus der Wirtschaftskrise, und Europa zurück zum Wachstum zu führen.

        21:47 Uhr: Edith Piaf für Hollande
        Frankreichs neuer Präsident lässt sich immer noch in Tulle (Zentralfrankreich) feiern. "La Vie en Rose" von Edith Piaf wird gespielt. Die Menge singt mit.

        21:45 Uhr: Faymann gratuliert
        SPÖ-Vorsitzender und Bundeskanzler Werner Faymann zeigte sich soeben in einer ersten Stellungnahme erfreut über den "beeindruckenden Erfolg" des französischen Sozialisten (PS) Francois Hollande und gratulierte Hollande zu seinem Sieg bei den Präsidentschaftswahlen. Faymann sieht im Wahlerfolg von Hollande "einen wichtigen Impuls für eine Politik, die sich für mehr Wachstum und Beschäftigung in Europa - als zentrale Parameter für Stabilität und sozialen Frieden - einsetzt.


        © AP

        (c) AP, Der Präsident tritt ab: Sarkozy verlässt die Parteizentrale. Ein letztes Mal winkt er seinen Anhängern.

        21:33 Uhr: Jeder Bürger solle zukünftig "gleich an Rechten und Pflichten sein, führt Hollande wortgewaltig aus. Mit den Worten "Vive la République et vive la France" beendet Hollande seine Rede. Der Jubel seiner Fans kennt keine Grenzen. Tausende sind in dem Örtchen Tulle zu dem Platz geeilt, schwenken fahnen. Hollande genießt das sichtlich: Er geht auf der Bühne auf und ab und winkt seinen Anhängern freundlich zu. Jetzt ist auch seine Lebensgefährtin dazu gekommen: Valérie Trierweiler hält einen Strauß roter Rosen in der Hand.

        21:30 Uhr: Hollande will Frankreich "dienen" und "Präsident aller Franzosen" sein. so der Wahlsieger in seiner ersten Rede.

        21:25 Uhr: Hollande weiter: "Ich richte hiermit einen Gruß an Nicolas Sarkozy, der fünf Jahre lange Frankreich geführt hat und unseren Respekt verdient". 

        21:23 Uhr: Francois Hollande, Frankreichs neuer Präsident, bahnt sich nun seinen Weg durch die jubelnde Menge in Tulle. Jetzt betritt er die Bühne. Frenetischer Jubel seiner Fans. Er hebt beide Hände empor als Zeichen seines Dankes. Jetzt beginnt er mit seiner Rede. "Die Franzosen haben an diesem 6. Mai den Wandel gewählt, in dem sie mich zum Präsidenten der Republik gemacht haben."

        21:20 Uhr: Jetzt wird es hektisch in dem beschaulichen Städtchen Tulle: Der neue Präsident wird im Konvoi zum Hauptplatz gefahren. Dort hält er in Kürze eine erste Rede.

        21:07 Uhr: Hollande befindet sich noch in Tulle
        Auf Francois Hollande wartet nun ein Privatflugzeug in Tulle mit 19 Sitzen, das ihn und seine Begleiter nach Paris fliegen wird. Ganz Frankreich blickt jetzt in das zentralfranzösische Städtchen. Hier will Hollande in Kürze eine erste Rede halten. Er lässt seine Fans allerdings noch warten...

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        Sarkozy gesteht seine Niederlage ein

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          20:47 Uhr: Rückzug aus der Politik
          Unter "Merci! Merci!" und "NIcolas! Nicolas"-Rufen erklärte Sarkozy, dass das gemeinsame "Heimatland Frankreich" und die "Größe Frankreichs" nun wichtiger als alles andere sein müsse. Indirekt bestätigte er auch seinen bereits angekündigten Ausstieg aus der Politik. Er wolle die volle Verantwortung für seine Niederlage übernehmen und werde zukünftig wieder ein "Franzose unter Franzosen" sein.
           

          20:32 Uhr: Sarkozy tritt ab
          Mit den Worten: "In einer andereen Rolle werde ich unter euch bleiben. Für dieses Land, das ich von Herzen liebe" beendet Sarkozy seine Rede. Seine Anhänger rief er dazu auf, den neu gewählten französischen Präsidenten, Francois Hollande zu respektieren, da dieser auf Basis einer demokratischen und republikanischen Entscheidung gewählt worden sei:

          © Reuters

          (c) Reuters

          20:22 Uhr: Sarkozy gesteht seine Wahlniederlage ein
          Soeben ist Nicolas Sarkozy auf die Bühne getreten. Der Wahlverlierer spricht nun zu seinen Anhängern: "Das französische Volk hat seine Wahl getroffen. Ich habe bereits mit Francois Hollande telefoniert. Ich wünsche ihm viel Glück". Unter tosendem Beifall seiner Fans sagt Sarkoy weiter: "Ich werde niemals die Ehre vergessen, die mir zu Teil wurde, 5 Jahre lang Frankreichs Präsident zu sein. Danke. Es liegt jetzt an mir, Danke zu sagen". Und weiter: "Ich übernehme jegliche Verantwortung für diese Wahlniederlage".

          © AP

          (c) AP, Sarkozys Anhänger weinen.

          20:12 Uhr: Wie soeben bekannt wurde, hat Nicolas Sarkozy bereits den Élysée-Palast verlassen. Er wird in Kürze hier im Saal Mutualite in Paris eine Abschiedsrede halten. Mit Spannung wird erwartet, ob Sarkozy am Sonntagabend wie vordem angekündigt seinen Rücktritt aus der aktiven Politik bekanntgeben wird:

          © AP

          (c) AP
           

          20:03 Uhr: So verfolgte Frankreichs neuer Präsident seinen Wahlsieg im TV:


          (c) France2 , Klicken Sie auf das Bild um zum Video zu gelangen.

          20:01 Uhr: Laut erster offizieller Hochrechnung gewinnt Francois Hollande die Wahl mit 51,9 Prozent. Amtsinhaber Nicolas Sarkozy erzielt nur 48,1 Prozent. Damit kommt es zum Machtwechsel in Frankreich.

          19:49 Uhr: Wahl-Verlierer Nicolas Sarkozy befindet sich im Élysée-Palast. Er trifft sich dort mit seinen engsten Mitarbeitern, darunter Premierminister Francois Fillon (UMP), dem Generalsekretär der "Union für eine Volksbewegung" (UMP), Jean-Francois Cope, sowie Außenminister Alain Juppe (UMP). Laut französischen Medienberichten feilen die konservativen Politiker dort die letzten Details der Rede aus, die Sarkozy kurz nach 20 Uhr im Saal Mutualite in Paris halten wird.

          19:40 Uhr: Die Amtsübergabe in Frankreich findet am 14. Mai statt: Dann müssen Nicolas Sarkozy und seine Frau Carla Bruni-Sarkozy aus dem Élysée-Palast ausziehen. Neuer Hausherr wird der Sozialist Francois Hollande. Sarkozy hatte vor einigen Tagen gesagt, dass er im Falle einer Wahlschlappe "von der politischen Bühne" verschwinden werde. "Ihr seht mich nicht mehr", sagte er zu Journalisten. Spekuliert wird, ob er seinem Beruf als Anwalt wieder nachgehen wird.

          19:33 Uhr: Wahlsieger Francois Hollande befindet sich derzeit noch in seiner zentralfranzösischen Wählerhochburg Tulle. Dort will er nach Schließung der Wahllokale gegen ca 20:45 Uhr eine kurze Ansprache auf der Place de la Cathedrale halten. Anschließend wird er sich nach Paris zur Place de la Bastille begeben.

          © Getty

          (c) getty, Francois Hollande in Tulle.

          19:18 Uhr: Die Wahl ist entschieden: Laut letzter Hochrechnung ist Francois Hollande neuer französischer Präsident. Umfragen sehen ihn uneinholbar bei 52 bis 53,3 Prozent. Nicolas Sarkozy kommt auf höchstens 48 Prozent der Stimmen.

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          Sozialisten feiern Sieg von Hollande

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            19:00 Uhr: In einer Stunde schließen die letzten Wahllokale. Vor dem Parteisitz der Sozialisten feiert bereits jetzt eine riesige Menschenmenge den voraussichtlichen Sieg von Francois Hollande. Über dem Gebäude schwebt ein riesiger Heißluftballon mit dem Wahlslogan Hollandes: ""Le changement c'est maintenant!" ("Der Wechsel ist jetzt!").

            © Reuters

            (c) Reuters, Tausende haben sich vor der Parteizentrale der Sozialisten in der Pariser Rue Solferino versammelt.

            18:33 Uhr: Sarkozy rechnet offenbar bereits jetzt mit seiner Niederlage: Die geplante Feier am Place de la Concorde wurde soeben abgesagt. Umfragen zufolge führt Hollande mit 53 Prozent.

            18:27 Uhr: Laut Umfrage-Institut ipsos liegt die Wahlbeteiligung derzeit bei 79,9 Prozent. Bis 20 Uhr wird sie noch bis 82 Prozent steigen, so die Prognose.

            17:54 Uhr: Francois Hollande liegt mit knapp 53 Prozent derzeit in Führung. Damit bahnt sich das Ende der Ära Sarkozy an. Hollande plant unmittelbar nach Schließung der letzten Wahllokale um 20 Uhr eine kurze Ansprache auf der Place de la Cathedrale seiner zentralfranzösischen Wählerhochburg Tulle. Anschließend wird er sich nach Paris zur Place de la Bastille begeben, wo nach Angaben seines Wahlkampfteams eine Siegesfeier geplant ist.
             

            17:48 Uhr: Nicolas Sarkozy ist zusammen mit seiner Frau Carla Bruni-Sarkozy in seinen Amtssitz zurückgekehrt. Hier im Élysée-Palast verfolgt er gemeinsam mit Beratern den Wahl-Abend:

            Diashow: Sarko verfolgt Schlappe im Palast

            Sarko verfolgt Schlappe im Palast

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              17:24 Uhr: Die Stimmung unter Frankreichs Sozialisten ist sehr locker. Sie schauen ziemlich siegessicher aus. Sprech-Chöre mit "President Francois" hallen durch die Pariser Straßen. Und "Wir werden gewinnen, wir werden gewinnen" stimmen Hollandes Anhänger lautstark an. Viele halten rote Rosen in den Händen.

              17:12 Uhr: Laut dem französischen TV-Sender France2 liegt die Wahlbeteiligung derzeit bei 71,96 Prozent. (Zum Vergleich: 2007 betrug sie zum gleichen Zeitpunkt 75,11 Prozent, 2002 lag sie bei 67,62 Prozent). Bis 20 Uhr dürfte sie auf 82 Prozent steigen.

              17:05 Uhr: Vor dem sozialistischen Hauptquartier in der Pariser Rue Solferino hat sich bereits eine riesige Menschenmenge versammelt:

              © Isabelle Daniel

              (c) Isabelle Daniel

              17:00 Uhr: Laut letzter ipsos-Umfrage liegt  Francois Hollande bei 52,5 Prozent. Nikolas Sarkozy kommt demnach auf 47,5 Prozent.

              16:56 Uhr: Frankreichs Medien dürfen die Exit-Polls per Gesetz bis 20 Uhr nicht veröffentlichen, sonst droht 75.000 Euro Strafe. Viele weichen daher auf französisch-sprachige Medien im Ausland aus, vor allem nach Belgien, um sich zu informieren. Die Internet-Seite des belgischen TV-Senders rtbf ist unter der Last der Anfragen zusammengebrochen:

              © rtbf

              16:53 Uhr: Starke Polizeipräsenz vor dem UMP-Lokal (Sarkozy-Lager) im 5. Arrondissement von Paris:

              © Isabelle Daniel

              (c) Isabelle Daniel

              16:20 Uhr: Hollande will bei Sieg sofort Merkel anrufen
              Sollte Francois Hollande tatsächlich heute zum französischen Präsidenten gewählt werden, so wird er noch am selben Abend die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kontaktieren. Dies sagte der ihm nahestehende PS-Fraktionssprecher in der Nationalversammlung, Jean-Marc Ayrault.

              16:02 Uhr: Die Stimmung in Sarkozys Wahlhauptquartier ist eher gedrückt. Der Presseraum ist noch ziemlich leer:

              © Isabelle Daniel

              15:47 Uhr: Hollande in Führung
              Erste Exit-Polls sehen den sozialistischen Präsidentschaftskandidaten Francois Hollande mit 52,5 bis 53 Prozent der Stimmen als voraussichtlichen Gewinner der Stichwahl um das französische Präsidentenamt. Dies berichtete die belgische Tageszeitung "Le Soir" in ihrer Onlineausgabe unter Berufung auf Umfrageinstitute. Der amtierende Präsident Nicolas Sarkozy soll demnach auf 47 bis 47,5 Prozent der Stimmen kommen.

              Diashow: Sarkozy und Bruni bei der Stimmabgabe

              Sarkozy und Bruni bei der Stimmabgabe

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                15:31 Uhr: Erster Erfolg für Hollande
                Bei den Präsidentschaftswahlen in Frankreich hat der Sozialist Francois Hollande laut belgischen Medien in mehreren Überseegebieten Frankreichs die meisten Stimmen geholt. Dies berichteten der belgische Rundfunk RTBF und die belgische Zeitung "Le Soir" am Sonntag übereinstimmend.

                • In Guadeloupe erreichte Hollande demnach 71,9 Prozent der Stimmen. Die sozialistische Kandidatin Segolene Royal hatte 2007 dort 51 Prozent bekommen. Nicolas Sarkozy fiel den Angaben zufolge von damals 49 auf jetzt 28 Prozent zurück.
                • In Martinique verbesserte Hollande das Ergebnis von Royal von damals 60 auf 68 Prozent. Sarkozy fiel dagegen von 39 auf 31 Prozent. In Saint-Pierre et Miquelon schnitt Hollande ebenfalls besser ab und erreichte 65 Prozent (Royal: 61 Prozent). Der konservative Sarkozy fiel von 39 auf 35 Prozent.
                • Laut den Angaben gewann Hollande die Wahl in den kanadischen Städten Montreal (57,74 Prozent) und Toronto (51 Prozent), wo die Linke noch nie gesiegt hatte. In Peru erhielt der Sozialist 55 Prozent der Stimmen, in Argentinien 51,7 Prozent, in Kolumbien 58,82 Prozent und in Honduras 56 Prozent.


                Bei den Zahlen, die in Frankreich nicht vor 20.00 Uhr veröffentlicht werden dürfen, handelt es sich laut belgischen Medien um endgültige Auszählungsergebnisse. Knapp 900.000 der rund 46 Millionen wahlberechtigten Franzosen in den Überseegebieten durften bereits am Samstag abstimmen.

                15:01 Uhr: Hohe Wahlbeteiligung
                Bis Sonntagmittag hatten nach Angaben des Innenministeriums 30,66 Prozent der Wahlberechtigten in Frankreich ihre Stimme abgegeben.

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                Sarkozy will nicht aufgeben
                Um Punkt 12.30 Uhr verließ Nicolas Sarkozy am Samstag das Élysée – den Amtssitz von Frankreichs Präsidenten. Telefonierend, mit einem süffisanten Lächeln, schaute er nur kurz zu den zahlreichen Fotografen. Keine Frage, der Mann, der Frankreich die letzten fünf Jahre regiert hat, will die Hoffnung nicht aufgeben.

                Heute entscheiden 44,5 Millionen, ob er Präsident bleibt oder ob Favorit François Hollande Staatschef wird. Laut Umfragen liegt der sozialistische Herausforderer – einst von Genossen als „Pudding“ belächelt – fünf Prozent vor Sarkozy.

                Frankreichs angesehene Tageszeitung Le Monde titelt am Sonntag dramatisch: „Die verrückte Hoffnung des Präsidenten, doch noch zu gewinnen.“

                1.300 wollen zur Hollande-Party, nur 300 zu Sarkozy
                Wenn Journalisten ein Gradmesser für den Wahlausgang sind, schaut es düster aus für Sarkozy. Über 1.300 Reporter haben sich für die Wahlfeier von Hollande akkreditieret. Nur 300 haben sich für Sarkozys Wahlparty angekündigt.

                Kampf um LePen-Wähler
                Sarkozy baut noch auf die Wähler der extrem Rechten. Acht Millionen haben Marine Le Pen gewählt. Sie sind noch unentschlossen. Sarkozy appellierte an sie: „Franzosen, ihr habt heute das Schicksal in euren Händen.“ Auch Hollande kämpfte bis zum Schluss um jede Stimme: „Wir haben nicht gewonnen. Gehen Sie wählen.“

                Die Angst vor einer geringen Wahlbeteiligung scheint unbegründet. Denn die Stimmung in Paris ist so polarisiert wie nie: Die einen werfen dem Präsidenten Rekord-Arbeitslosigkeit und die explosiven Staatsschulden (500 Mrd.) vor. Die anderen glauben, Hollande würde von der Gewerkschaft gegängelt werden und „aus Frankreich Griechenland machen“.

                Die Frankreich-Wahl wird auch für die EU zur Schicksals-Wahl: Sollte Hollande gewinnen, will er die EU „verändern“ und den EU-Fiskalpakt wieder aufschnüren. Damit gerät die Achse Berlin–Paris ins Wanken.

                Merkel zittert, Faymann hofft
                Vor allem Kanzlerin Angela Merkel macht die Wahl nervös. Mit Sarkozy hatte sie eine enge Achse. Hollande aber will den EU-Fiskalpakt aufschnüren. Zudem gibt es derzeit eine konservative Mehrheit unter den EU-Regierungschefs. Dementsprechend erfreut wäre SP-Kanzler Faymann über einen Wechsel. Beide Kandidaten spielten im Finale die EU-Karte. Hollande sagte, dass „Europa sich einen Wechsel“ wünsche. Sarkozy appellierte: „Es wird entschieden, ob die Welt den Hut vor Paris zieht.“

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