Duell der Premières Dames

Bruni vs. Trierweiler

Duell der Premières Dames

Im Élysée könnte am Sonntag Valérie Trierweiler statt Carla Bruni einziehen.

Sie ist die klassische Powerfrau: Valérie Trierweiler war gefürchtete Chefreporterin des angesehenen französischen Magazins Paris Match. Nun ist die 47-Jährige auf dem besten Weg, die Première Dame im Élysée zu werden.

Diashow: Carla Bruni: Maskenhafter Botox-Look

Carla Bruni: Maskenhafter Botox-Look

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    Madame Trierweiler, die Vollblutjournalistin, ist schließlich die Partnerin von François Hollande. Jenem Mann, der am Sonntag Frankreichs Präsidenten Nicolas Sarkozy vom Thron stürzen könnte. Trierweiler ist seit 2010 offiziell die neue Frau an Hollandes Seite. Aus ihrer früheren Ehe hat sie drei Kinder. Hollande hat aus der Partnerschaft mit Frankreichs ehemaliger Präsidentschaftskandidatin Ségolène Royal vier Sprösslinge. „Er hilft im Haushalt mit. Er geht einkaufen und kocht – mit viel Butter“, plauderte Trierweiler aus.

    Altmodisches Paar
    Im Gegensatz zu Frankreichs amtierendem Präsidenten Sarkozy. Er dürfte seiner dritten Ehefrau Carla Bruni im Haushalt nicht wirklich aushelfen. Die beiden stehen aber ohnehin mehr für Glamour und High Life von Paris bis Cannes. Carla Bruni, das ehemalige Model, ist das klare Gegenstück zu der toughen Journalistin Valérie. Bruni setzt auf ein altmodisches Frauenbild. Sie steht stets lächelnd – ohne viel zu sagen – neben ihrem Premier homme Nicolas. Mit ihm hat sie ihr zweites Kind, die sieben Monate alte Giulia.

    Das Jetset-Leben der Sarkozys hat dem Paar in Frankreichs Präsidentschaftswahlkampf auch mehr geschadet als genützt. In den vergangenen Wochen versuchte die schöne Carla denn auch einen Imagewechsel: Statt auf Louboutins zu Terminen zu erscheinen, ließ sie sich demonstrativ in Sneakers und schlichten Ballerinas ablichten.

    Botox und echte Fältchen
    Brunis Imagewechsel war von mäßigem Erfolg gekrönt: Als sie ihren Mann vor zwei Wochen ins Wahllokal begleitete, tuschelten alle über ihr merkwürdig maskenhaftes Gesicht : „Hat sie zu viel Botox erwischt?“, mokierten sich prompt Frankreichs Medien.

    Trierweiler, die attraktive Brünette, steht zu ihren natürlichen Fältchen und punktet als moderne Frau: Sie wolle auch weiter arbeiten, falls ihr François Präsident werde, verkündete sie. „Ich muss ja für meine drei Söhne sorgen.“

    Und überhaupt sähe sie es „als unfair“ an, dass sie ihren „Politikjournalistinnen-Job aufgeben musste“, bekannte die Französin. Statt Politiker-Interviews zu führen, moderiert Trierweiler mittlerweile eine Kultursendung.

    Als „politisch“ wollte sich Bruni hingegen nie geben. „Darum kümmere ich mich nicht“, erklärt sie nonchalant. Für Fotos posierte sie umso professioneller. In den letzten Tagen des Wahlkampfes ist Bruni stärker in den Hintergrund getreten. Valérie Trierweiler nimmt hingegen eine immer stärkere Rolle ein: Sie gilt als Hauptberaterin von Hollande. Sie hat sein Styling verändert, ihm besser sitzende Anzüge und eine moderne Brille verpasst.

    Trierweiler setzte Hollande auf Diät. Und sie brachte Hollande dazu, gesünder zu leben und 15 Kilo abzunehmen.Das musste Carla Bruni ihrem Nicolas nicht erst schmackhaft machen: Sarkozy geht jeden Tag eine Stunde laufen, um schlank zu bleiben. Resolut sind hinter den Kulissen freilich beide Damen: Bruni soll im Élysée dann und wann schon laute Töne anschlagen, wenn Nicolas ihr nicht folge, berichten Insider.

    Valérie Trierweiler war unter ihren Kollegen bereits für Schärfe bekannt: Als ein Kollege in einer Redaktionssitzung einst einen sexistischen Witz wagte, soll ihm die resolute Valérie schlicht eine Ohrfeige verpasst haben.

    „Rotweiler“
    Parteifreunde von Sarkozy scheinen Hollandes „Frau fürs Leben“ zu fürchten. Sie verpassten ihr den Spitznamen „Rotweiler“. Aber auch die Sozialisten könnten sie bald fürchten. Immerhin erklärte Trierweiler salopp, dass sie – falls ihr François Hollande am Sonntag zum Präsidenten gewählt werde – einfach „die kleine Élysée-Zeitung herausgeben würde“. Ob Bruni dann wohl Abonnentin werden würde?

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