Tochter des Front National-Gründers

Marine Le Pen propagiert den EU-Austritt

In Umfragen liegen Frankreichs Rechte derzeit bei ca 13 Prozent.

Marine Le Pen ist die jüngste der drei Töchter des Front-National-Gründers Jean-Marie Le Pen. Seit 1998 sitzt sie mit Unterbrechungen im Regionalrat der Region Nord-Pas-de-Calais. Im Jänner 2011 folgte die studierte Juristin und ausgebildete Anwältin ihrem wortgewaltigen Vater an die Spitze der rechtsextremen Nationalen Front.

2007 managte sie noch den Präsidentschaftswahlkampf ihres Vaters, dessen schlechtes Abschneiden mit nur 10,44 Prozent stellte den Front National vor eine Zerreißprobe und brachte Marine Le Pen eine Menge parteiinterner Kritik an.

Austritt aus der EU
Jetzt kämpft sie selbst um die Gunst der Wähler und greift dazu zu den altbewährten Mitteln des Front National: Sie wettert gegen die Globalisierung und den „Hyper-Liberalismus“. Frankreich müsse wirtschaftlich, politisch, kulturell und gesellschaftlich wieder Unabhängig werden. Le Pen plädiert in ihrem Wahlprogramm für einen Austritt aus dem Euro und die Rückkehr zum Franc. Außerdem will sie Strafzölle auf importierte Waren einheben lassen und den Beitrag Frankreichs zum EU-Budget drastisch reduzieren.

Marine Le Pen verspricht eine Erhöhung der Staatsausgaben für Forschung und Infrastrukturprojekte und eine deutliche Anhebung kleiner Einkommen. Mehr Geld bekommen sollen auch Polizei und Justiz sowie Grundlagenforschung und der Ausbau der Energieproduktion aus erneuerbaren Quellen.

Einwanderungspolitik
Ganz in den Fußstapfen ihres Vaters wandert Marine Le Pen auch in der Einwanderungspolitik: Illegale Migranten sollen sofort außer Landes gebracht werden und die Zuwanderung insgesamt drastisch reduziert werden.

Für Aufregung sorgte Marine Le Pen zu Beginn des Wahlkampfes, als sie beklagte, nicht die für die Kandidatur nötigen 500 Unterstützungsunterschriften von gewählten Volksvertretern (Abgeordnete oder Bürgermeister z.B.) zu bekommen, da diese von ihren Parteien unter Druck gesetzt würden. Le Pen rief sogar den Verfassungsrat an, um eine anonyme Abgabe der Unterstützungserklärungen zu erreichen, was dieser jedoch in einem Eilverfahren ablehnte. Am 13. März verkündete die Kandidatin der Nationalen Front schließlich, dass sie genügend Unterschriften für ein Antreten bei den Präsidentschaftswahlen beisammen habe. Kritiker warfen ihr daraufhin vor, die angeblich fehlenden Unterstützungserklärungen seien nur ein billiger PR-Trick gewesen, um in den Medien und der Öffentlichkeit von sich reden zu machen.

13 Prozent laut Umfragen
In den Umfragen liegt Le Pen im Moment bei etwa 13 Prozent und ist damit meilenweit von ihrem Ziel, in die Stichwahl zu kommen, entfernt.



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