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Frankreich-Wahl

Hollande vs Sarkozy: Kampf ums rechte Lager

Der amtierende Präsident Frankreichs muss um seine Wiederwahl zittern.

Der Sozialist François Hollande geht als eindeutiger Favorit in das Duell mit Amtsinhaber Nicolas Sarkozy um den Posten des französischen Staatspräsidenten. Dem Herausforderer gelang es nach den in der Nacht zum Montag veröffentlichten Ergebnissen der Stimmenauszählung, eine Reihe konservativer Bastionen in Frankreich zu erobern. Als erster Sozialist konnte er auch in der bisher stets konservativ wählenden Hauptstadt Paris die Mehrheit an sich reißen. Die Entscheidung fällt nun in der Stichwahl am 6. Mai.

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Hollande bekam in der ersten Runde der Präsidentenwahl am Sonntag 28,63 Prozent der Stimmen, wie das Innenministerium weiter mitteilte. Sarkozy erhielt nur 27,08 Prozent. In diesen Zahlen fehlten nur noch einige wenige Stimmen der im Ausland lebenden Franzosen.

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In Paris räumte Hollande 34,83 Prozent der Wählerstimmen ab. Mit Sarkozy hatte ein konservativer Kandidat erstmals das Nachsehen: Er bekam in der Metropole nur noch 32,19 Prozent.

Franzosen in Österreich wählen Hollande
Exakt 2.453 der in Österreich lebenden Franzosen haben bei der französischen Präsidentschaftswahl am Sonntag ihre Stimme abgegeben. Die Wahlbeteiligung lag damit mit etwa 50 Prozent deutlich unter jener in Frankreich (79,4 Prozent). Wie bereits 2007 wählten sie häufiger die Kandidaten der Sozialisten und des Zentrums als ihre Landsleute in der Heimat und erteilten etwa der rechtsextremen Marine Le Pen mit lediglich 2,8 Prozent der Stimmen eine klare Absage.

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Hollande vs Sarkozy: Kampf ums rechte Lager


Kampf um rechte Wähler
Bei der Stichwahl am 6. Mai kommt es für Sarkozy vor allem darauf an, die Wähler zu gewinnen, die für die rechtsextreme Nationale Front (FN) und deren Kandidatin Marine Le Pen votiert hatten. Le Pen hatte mit 18,01 Prozent einen spektakulären Erfolg erzielt - das bisher beste Ergebnis überhaupt. Ihr Vater Jean-Marie Le Pen war 2002 mit 16,86 Prozent gegen Jacques Chirac in die Stichwahl eingezogen.

Montagfrüh galt es jedoch als unwahrscheinlich, dass Marine Le Pen bei einer Veranstaltung zu Ehren der Nationalheldin Jeanne d'Arc am 1. Mai ihren Wählern empfehlen wird, für Sarkozy zu stimmen. Der stellvertretende FN-Vorsitzende Louis Aliot sagte, vermutlich werde es keine Empfehlung geben. Schon Jean-Marie Le Pen hatte sich 2007 geweigert, seine Anhänger zur Unterstützung Sarkozys aufzufordern. Nach Berechnungen von Wahlforschern bräuchte Sarkozy mindestens 80 Prozent der Stimmen für Marine Le Pen, um seine Chance gegen Hollande zu wahren.

Sarkozy musste 35 Departements, in denen er bisher die Mehrheit bekommen hatte, seinem Herausforderer überlassen. Im zweiten Wahlgang wollen nach einer Umfrage nur 44 Prozent der Wahlberechtigten für Sarkozy stimmen. 56 Prozent hingegen sind für Hollande, wie die Befragung des Instituts CSA für französische Medien wie den TV-Sender BFM weiter ergab.



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