Gaddafi ruft zum letzten Gefecht auf

Ansprache am Grünen Platz

Gaddafi ruft zum letzten Gefecht auf

Die Anhängerschaft des Revolutionsführers schrumpft immer weiter.

Abermals zeigte sich Präsident Muammar Gaddafi am Freitag im Staats-TV. Er hat seine letzten Anhänger zum bewaffneten Kampf aufgerufen: „Wir werden kämpfen und wir werden siegen“, sagte er auf dem Grünen Platz in der Hauptstadt Tripolis: „Ich werde alle Waffenlager öffnen, um das ganze Volk zu bewaffnen. Das Volk liebt Gaddafi.“ Allerdings schrumpft die Zahl der Getreuen jeden Tag mehr. Am Samstag kontrollierten seine Truppen nur noch wenige größere Städte. Neben der Hauptstadt Tripolis waren dies unter anderem Ghadamis, Sebha und Gaddafis Heimatstadt Sirte.

Nach Angaben von Augenzeugen war es am Samstag früh ruhig in der Hauptstadt, nachdem es am Freitagabend zu vereinzelten gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Anhängern und Gegnern Gaddafis gekommen war.

Wut-SMS an Volk
Der Diktator steht mit dem Rücken zur Wand. Inzwischen verschicken seine engsten Mitarbeiter Wut-SMS an die Bevölkerung, fordern die Menschen zur Rückkehr an die Arbeitsplätze auf.

Gleichzeitig ziehen Killerkommandos durch Tripolis. Selbst in Krankenhäusern soll es zu Hinrichtungen und gezielten Massenerschießungen gekommen sein. Andere Quellen berichten allerdings darüber, dass es schon zu einer Spaltung der Söldner-Truppen gekommen sei. Die 32. Brigade soll sich aufgelöst haben. Die Truppe von Gaddafis Sohn Saadi galt als schlimmste Waffe des Diktators, ist zu seinem Schutz abkommandiert.

Der angekündigte „Marsch der Millionen“ aus allen „befreiten“ Städten im Osten Libyens bis nach Tripolis blieb größtenteils aus. Korrespondenten berichteten, dass sich nur einige Hundert Bewohner auf den Weg gemacht hätten – ohne Waffen. In Tripolis versammelten sich laut Augenzeugen rund 60.000 Menschen, die zum Grünen Platz wollten. Sie sollen von Heckenschützen beschossen worden sein.

Seite 2: Live-Ticker der Ereignisse am Freitag dem 25. 2. zum Nachlesen

Angesichts der anhaltenden Gewalt in Libyen verstärken die westlichen Staaten den Druck auf Machthaber Muammar al-Gaddafi. NATO und Gremien der UN tagen. Ben Ali floh an einem Freitag aus Tunesien, Mubarak veließ ebenfalls an einem Freitag Ägypten. Jetzt hoffen die Demonstranten, dass auch Gaddafi Libyen verlässt. Doch sein Sohn Saif schließt dies kategorisch aus. Heute befassen sich auf politischer Ebene der UN-Menschenrechtsrat und erneut der UN-Sicherheitsrat mit der Situation in dem nordafrikanischen Land. Unterdessen beginnt die Jagd auf Gaddafis Milliarden. Großbritannien und die Schweiz haben seine Konten eingefroren. Spekuliert wird, ob auch Gaddafi-Geld in Österreich gebunkert wird. In einer öffentlichen Ansprache auf dem Grünen Platz in Tripolis forderte Gaddafi seine Anhänger auf, das Land zu verteidigen. Daraufhin kam es am Grünen Platz zum Zusammenstoß zwischen Gaddafi-Getreuen und Regimegegnern. Die USA bereiten Sanktionen vor.

23:06 Uhr: UN-Botschafter fordert Sanktionen
Libyens UN-Botschafter Abdulraman Shalgham hat den Weltsicherheitsrat in einem emotionalen Appell um Sanktionen gegen Staatschef Muammar al-Gaddafi gebeten. Der Rat möge "echte Entscheidungen treffen, damit das Blutvergießen in unserem Land aufhört", sagte Shalgham am Freitag von Gefühlen übermannt bei einer Krisensitzung in New York.

22:38 Uhr: Unterirdische Gefangenenlager
Der Sicherheitschef von Benghazi, Nuri al-Obeidi, berichtete von einem unterirdischen Gefangenenlager. Die Gefangenen seien in einem früheren Stützpunkt einer vom Gaddafi-Sohn Khamies befehligten Militäreinheit entdeckt worden. Unter den 90 Befreiten seien auch Deserteure gewesen, die sich geweigert hätten, auf Regimegegner zu schießen.

22:07 Uhr: Sicherheitsrat: Ban Ki Moon ruft zu Konsequenzen auf
Angesichts der anhaltenden Gewalt in Libyen hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon den UN-Sicherheitsrat zu Konsequenzen aufgerufen. "Es ist Zeit für den Sicherheitsrat, entscheidende Maßnahmen in Betracht zu ziehen", sagte Ban am Freitag in New York vor dem Gremium. Die Gewalt der Sicherheitskräfte, die Libyens Machthaber Muammar el Gaddafi treu ergeben seien, müsse aufhören. "Die, die mit Brutalität das Blut Unschuldiger vergießen, müssen bestraft werden", sagte Ban. Er sprach von etwa 1000 Todesopfern seit Beginn der regierungskritischen Proteste vor anderthalb Wochen.

21:37 Uhr:  Flaggenwechsel vor libyschen Botschaften in aller Welt
Regimegegner haben nicht nur vor der Botschaft in Wien die alte Königsfahne aufgezogen. Eine ebensolche Aktion gab es vor dem Anwesen des zurückgetretenen Botschafters in Washington und vor wenigen Tagen in London.

"Die Flagge ist ein Symbol der Einheit Libyens", sagte Ex-Botschafter Ali Aujali am Freitag in Washington. "Sie verkörpert die Vergangenheit und die Zukunft des Landes." Zugleich rief Aujali, der vor wenigen Tagen sein Amt niedergelegt hatte, die internationale Gemeinschaft zur Hilfe für die Opposition auf.
 

21:26 Uhr: Tausende Demonstranten in Benghazi
Tausende Menschen versammelten sich am Freitag in Libyens zweitgrößter Stadt Benghazi (Bengasi) zum traditionellen Freitagsgebet. Es ist das erste Gebet in Freiheit nach 42 Jahren unter der Herrschaft von Muammar al-Gaddafi, das erste Gebet im freien Benghazi.

"Das dürfte Gaddafi wirklich ärgern", sagt Mohammed Katat, einer der Gläubigen, die sich an diesem Tag vor dem Gerichtsgebäude der Stadt versammelt haben. "Er hat sich immer eine solche Masse bei seinen Ansprachen gewünscht, aber das ist nie passiert."

Bis zu 8000 Libyer sind gekommen, sie recken die Arme gen Himmel und rufen "Oh Gott". Vor ihnen steht der Imam Salem Jaber. Seine Predigt hält er vor den sterblichen Überresten dreier Männer, die beim Kampf um Benghazi getötet wurden. Einer der Särge wird kurz für die Fotografen geöffnet: Darin liegt ein junger Mann, auf seiner Brust klafft ein Loch.
 

21:10 Uhr: Details zu den US-Sanktionen
Bezüglich der Sanktionen werde man sich mit den europäischen Verbündeten abstimmen. Zudem stellen die USA demnach den Betrieb ihrer Botschaft in Libyen ein. Genaue Angaben über die Beschaffenheit der Sanktionen wurden vorerst nicht gemacht.

Es handle sich um Maßnahmen auf "unilataleralem" und "mulitlateralem" Niveau, hieß es, um das Regime in Tripolis unter Druck zu setzen. Es müsse aufhören, das eigene Volk zu töten. Gaddafi verletzte die Menschenrechte und habe keinerlei Legitimität mehr. Präsident Barack Obama werde sich am Montag mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon treffen, um über Libyen zu sprechen. Die USA unterstützten eine Suspendierung der Mitgliedschaft des Landes bei den Vereinten Nationen. In Libyen kämpfen Oppositionelle seit Tagen gegen Sicherheitskräfte Gaddafis, der das Land seit mehr als vier Jahrzehnten beherrscht.

21:04 Uhr: Washingtons konkrete Pläne werden erst "in naher Zukunft" dargelegt, so ein Regierungssprecher: "Der Mechanismus der Sanktionen wurde noch nicht finalisiert."

20:58 Uhr: Die USA verhängen Sanktionen gegen Libyen

20:57 Uhr: UN-Sicherheitsrat berät über Sanktionen
Der Weltsicherheitsrat beschäftigt sich am heutigen Freitag erstmals mit Strafmaßnahmen gegen das libysche Regime. Als Grundlage liegt dem Gremium ein Entwurf der Europäer vor, hieß es am Abend in New York. Wegen der dramatischen Entwicklung in Libyen hatte das höchste UN-Entscheidungsgremium für 21.00 Uhr MEZ eine Sondersitzung mit UN-Generalsekretär Ban Ki-moon anberaumt.

20:49 Uhr: VAE entsenden Hilfslieferungen
Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) entsenden zwei Flugzeuge mit Hilfslieferungen nach Libyen. Das Emirat Katar hat am Freitag eine Maschine mit Hilfsgütern in die zweitgrößte Stadt Benghasi geschickt, die sich in den Händen der Regimegegner befindet.

20:21 Uhr: NATO will nicht militärisch eingreifen
Die NATO ist zu humanitärer Hilfe in Libyen bereit, plant aber kein militärisches Eingreifen. "Die NATO wird die Situation in Abstimmung mit anderen internationalen Organisationen sehr genau beobachten", erklärte NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen am Freitag nach einem Sondertreffen der ständigen Botschafter der 28 NATO-Staaten in Brüssel. Das Bündnis werde sich weiterhin abstimmen, "um für den Eventualfall vorbereitet zu sein". Die Situation in Libyen betreffe die Sicherheit von tausenden Bürgern, auch aus NATO-Ländern.

20:05 Uhr: Zusammenstöße am Grünen Platz
Nach Gaddafis öffentlichem Auftritt vor Anhängern in Tripolis kam es am Freitagabend zu Zusammenstöße. Ein Augenzeuge berichtete der Nachrichtenagentur dpa, nach dem Abzug von Gaddafis Wachmannschaft hätten sich Regimegegner dem Grünen Platz genähert. Kurz darauf seien erstmals Demonstranten beider Lager aufeinander losgegangen. Der Diktator hatte zuvor Gefolgsleute aufgerufen, protestierende Regimegegner zu bekämpfen und zu töten. Wenn nötig, würde er Waffenlager öffnen und jeden Libyer bewaffnen.

20:02 Uhr: 3 Mio. Soforthilfe von der EU
Die EU stellt für Flüchtlinge aus Libyen und den Nachbarstaaten drei Millionen Euro Soforthilfe bereit. Das Geld solle für humanitäre Zwecke eingesetzt werden, teilte die EU-Kommission am Freitag in Brüssel mit. Die Gemeinschaft werde medizinische Geräte, Zelte und Matratzen liefern. Profitieren sollten davon die Menschen, die vor der Gewalt in Libyen auf der Flucht seien. "Sobald sich die Sicherheitslage in Libyen verbessert, wird auch dort europäische Hilfe eingesetzt", kündigte die Kommission an.

19:52 Uhr: Fliegen serbische Militärpiloten für Gaddafi?
Serbien hat am Freitag Medienberichte über die Teilnahme seines Militärs an Luftangriffen auf libysche Demonstranten zurückgewiesen. "Weder Flugzeuge noch Piloten haben an irgendwelchen Kampfaktivitäten außerhalb der Grenzen Serbiens teilgenommen", teilte das Verteidigungsministeriums mit. Es reagierte damit auf Berichte, wonach serbische Militärpiloten an der Seite der Truppen von Muammar al-Gaddafi kämpfen würden. Es soll sich um serbische Kriegsveteranen handeln.

19:40 Uhr: UN-Botschafter: "Tausende Tote"
Der libysche Vize-Botschafter bei den Vereinten Nationen hat von tausenden Toten bei den Protesten in seinem Land gesprochen. Ibrahim Dabbashi sagte am Freitag während einer Pressekonferenz in New York, die Zahl der während der Proteste gegen Staatschef Muammar el Gaddafi getöteten Menschen gehe in die tausenden und nicht in die hunderte. Zudem werde mit weiteren Opfern gerechnet, sagte der UN-Diplomat.

19:29 Uhr: Kein Öl mehr aus Libyen?
Ein libyscher UN-Vertreter erwartet, dass die Ölexporte "aus Sicherheitsgründen" eingestellt werden, berichtet Al-Jazeera.

19:21 Uhr: Kinder in Gefahr
NGO Save the Children zeigt sich besorgt über Berichte, wonach Kinder bei der brutalen Niederschlagung der Proteste durch Sicherheitskräfte getötet wurden. Zehntausende Kinder könnten vertrieben werden, wenn die blutigen Auseinandersetzungen zwischen Gaddafi-Gefolgsleuten und Demonstranten weitergehen, warnt die Organisation.

18:49 Uhr: Gaddafis Rede am Grünen Platz findet sich mittlerweile auf Youtube:
 


18:38 Uhr: Gaddafi: "Wir werden siegen"

"Wir werden kämpfen und wir werden siegen", sagte Gaddafi laut im Fernsehen verbreiteten Bildern auf dem Grünen Platz in der Hauptstadt Tripolis. Die Waffenlager im Land würden "geöffnet, um das ganze Volk zu bewaffnen". Zudem versicherte der seit mehr als 40 Jahren herrschende Machthaber, das Volk "liebt Gaddafi".

18:24 Uhr: "Wir können jede Form von Aggression besiegen und die Leute falls nötig bewaffnen", so Gaddafi wörtlich.

18:05 Uhr: Gaddafi rief Anhänger auf "Libyen zu verteidigen"
Libyens Staatschef Muammar al-Gaddafi hat sich am Freitag Fernsehberichten zufolge erneut öffentlich gezeigt. Der libysche Machthaber trat auf dem Grünen Platz in der Hauptstadt Tripolis auf und rief seine Anhänger auf, "Libyen zu verteidigen" und die Ölquellen des Landes zu schützen.

18:02 Uhr: Gaddafi sprach wieder im TV. Der Diktator rief zur Landesverteidgung auf.

17:50 Uhr: Castro: Gaddafi werde Land nicht verlassen

Es sind keine klaren Botschaften der Unterstützung, die Kubas Revolutionsführer Fidel Castro in diesen Tagen an Libyens Staatschef Muammar al-Gaddafi nach Tripolis sendet. "Man kann mit Gaddafi einverstanden sein oder nicht", schrieb er in einem seiner jüngsten Kommentare. Doch es werde noch dauern, bis die Wahrheit über die Unruhen in Libyen herauskomme. Er könne sich nicht vorstellen, dass Gaddafi sein Land verlasse, um damit seiner Verantwortung zu entgehen.

Diashow: Gaddafi getötet: Sein Leben in Bildern

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Ein Beduine als Paradiesvogel
Ein Beduine als Paradiesvogel

Gaddafi wurde im September 1942 in einem Zelt in der libyschen Wüste in der Nähe der Küstenstadt Sirte geboren.

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Später besuchte er die Militärakademie in Bengasi und ging für ein halbes Jahr zur weiteren Ausbildung nach Großbritannien.

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An die Macht kam der damals 29-Jährige am 1. September 1969 - vor genau 42 Jahren.

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Auf seine Reisen nahm er stets ein Beduinenzelt mit. Gewohnt hat er allerdings in Luxus-Hotels.

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Historische Aufnahme: Gaddafi mit Kubas Revolutionsführer Castro.

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Jörg Haider war gern gesehener Gast in Libyen.

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Auch Obama machte ihm seine Aufwartung

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Der von ihm gegründete Bund der "Freien Offiziere" hatte den greisen König Idriss in einem unblutigen Putsch vom Thron gestoßen.

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Gaddafi wollte stets in die Fußstapfen des charismatischen Araberführers Gamal Abdel Nasser aus Ägypten treten.

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Dieser sagte kurz vor dem Tod sagte: "Du bist mein Sohn und mein Erbe."

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Mit seinen theaterreifen Auftritten und seiner Frauenleibwache sorgt er immer wieder für Aufsehen - mal im weißen Beduinengewand, mal in Operettenuniform oder italienischem Designeranzug

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Gaddafi liebt die Provokation - und ist immer für eine Überraschung gut.

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Berlusconi zählte zu seinen Freunden.

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Zu Italien unterhielt er exzellente Beziehungen.

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Jetzt ist das Ende des Wüsten-Fuchses gekommen. In Tripolis haben die Rebellen die Macht übernommen. Am 20. Oktober 2011 wurde er in Sirte getötet.

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Handshake mit Alfred Gusenbauer, 2007.

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2005 bei einem Immigrations-Gipfel noch ohne Bart.

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Ausstraffiert besuchter er 2009 den italienischen Präsidenten Giorgio Napolitano.

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Gaddafi zeigte sich gerne als Familienmensch. Hier in einem Homevideo mit seiner Enkelin aus dem Jahr 2005.

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Auch bei Romano Prodi war Gaddafi 2004 zu Gast.

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Im April 2011 glaubte er noch ein einen Sieg im Kampf gegen die Rebellen.

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2010 war für Gaddafi noch alles in Butter.

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Mittlerweile wurden beide entmachtet: Hosni Mubarak (l.) und Muammar Gaddafi, anno 1991.

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2010: Staatsoberhäupter als Kumpels. Gaddafi lehnt lässig auf den Schultern des yemenitischen Präsidenten Ali Abdulla Saleh und des ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak.

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2007 war zwischen Gaddafi und Sarkozy noch alles in Ordnung.

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Beim G8-Gipfel 2009 in L'Aquila trafen sich Obama und Gaddafi persönlich.

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17:39 Uhr: Sarkozy: "Gaddafi muss gehen"

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hat unmissverständlich den Rücktritt von Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi verlangt. "Herr Gaddafi muss gehen", sagte Sarkozy am Freitag bei einer Pressekonferenz mit dem türkischen Präsidenten Abdullah Gül in Ankara.

17:26 Uhr: Botschafter zurückgetreten
Zwei libysche Botschafter sind in Paris von ihren Ämtern zurückgetreten, nachdem die Botschaft des Landes von Demonstranten besetzt worden war. Libyens Botschafter in Frankreich und der libysche Botschafter in der UNESCO teilten nach Medienberichten in einer öffentlich verlesenen Erklärung mit, sich dem Widerstand gegen den libyschen Diktator Muammar al-Gaddafi anschließen zu wollen.

17:12 Uhr: Libyer protestieren auch in Wien
Rund 200 Personen fanden sich am Freitag zu einer Kundgebung am Wiener Stephansplatz ein. Mehr Infos hier !

© APA/GEORG HOCHMUTH
(c) APA/GEORG HOCHMUTH

17:01 Uhr: Kämpfe mit Söldnern
Ein Polizist in der nordostlibyschen Stadt Al-Baidha sagte, dass Aufständische dort 200 Söldner getötet hätten. Den ausländischen Soldaten seien vom Gaddafi-Regime 12.000 Dollar für jeden getöteten Demonstranten versprochen worden.

16:47 Uhr: Unruhen im ganzen Land
Ausländer, die in der Stadt Misrata festsitzen, berichteten von "großen Protestaktionen", man höre immer wieder Schüsse. Oppositionelle hatten zuvor Videos von Demonstrationen in den Städten Al-Sawiya und Tajura im Internet veröffentlicht.

16:16 Uhr: Bald EU-Beschluss zu Libyen-Sanktionen
Die EU wird in Kürze Sanktionen gegen Libyen verhängen. "Wir setzen darauf, dass der formale Beschluss Anfang nächster Woche erfolgt", hieß es im Auswärtigen Amt in Berlin. Hingegen verlautete in Brüssel aus diplomatischen Kreisen, eine Entscheidung werde wohl erst im Laufe der nächsten Woche fallen.

16:01 Uhr: Toter in Tripolis
Laut BBC gab es bei den Angriffen von Truppen des libyschen "Revolutionsführers" Muammar al-Gaddafi in Tripolis mindestens einen Toten. Die Regimegegner riefen: "Es gibt nur einen Gott, und der Märtyrer ist der Liebling Gottes." Eine etwa doppelt so große Gruppe von Gaddafi-Anhängern versammelte sich kurz darauf auf dem Grünen Platz, berichtete ein Augenzeuge.

15:39 Uhr: AUA fliegt nicht mehr nach Libyen
Die Austrian Airlines fliegen bis einschließlich Donnerstag, 3. März, nicht nach Tripolis. Das teilte AUA-Sprecher Michael Braun mit. Die Informationssituation sei nach wie vor nicht eindeutig und lasse daher auch keine klare Beurteilung der Lage zu.

15:36 Uhr: Gaddafis Schergen feuern auf Demonstranten
Truppen des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi haben Zeugenberichten zufolge in der Hauptstadt Tripolis auf Demonstranten geschossen und dabei mehrere Menschen getötet. Wie der arabische Fernsehesender Al-Jazeera berichtete, seien bei den Protesten mindestens zwei Menschen getötet und viele verletzt worden. Auch in der ostlibyschen Stadt Benghazi (Bengasi) werden Attacken erwartet.

14:10 Uhr: Gaddafis Macht bröckelt
Der libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi verliert in den eigenen Reihen immer mehr Rückhalt. Sein enger Berater und Cousin Gadhaf al-Dam sei von sämtlichen Funktionen zurückgetreten, um gegen "den Umgang mit der libyschen Krise" zu protestieren, hieß es.

13:36 Uhr: "Marsch der Millionen" auf Tripolis
Gegner des libyschen Staatschefs Muammar al-Gaddafi wollen ihn und sein Regime mit einem "Marsch der Millionen" stürzen. Politische Aktivisten in den Städten des Ostens sagten, sie wollten für Freitagnachmittag einen Protestzug aus allen "befreiten" Städten bis nach Tripolis organisieren.

13:22 Uhr: 35 Österreicher im Osten von Libyen
Nach der Verlegung des österreichischen Botschaftspersonals in der libyschen Hauptstadt Tripolis an die libysch-tunesische bzw. an die libysch-ägyptische Grenze gelten nun "alle Anstrengungen" den noch im Land befindlichen österreichischen Staatsbürgern, betonte Außenamtssprecher Peter Launsky-Tieffenthal. 35 Österreicher halten sich demnach noch im Osten Libyens auf, 24 Landsleute sind noch im Großraum Tripolis.

12:35 Uhr: In Genf tagt der UN-Menschenrechtsrat. Der Platz der libyschen Delegation ist leer:

© Reuters

12:16 Uhr: Libyens Osten feiert seine Befreiung von Gaddafis Herrschaft
In der Küstenregion um die Hafenstädte Bengasi (Benghazi), El Baida, Derna und Tobruk am Mittelmeer hat die Opposition die Macht übernommen.

© AP

12:01 Uhr: Gaddafi-Clan will in Libyen sterben
Gaddafis Sohn Saif al Islam sagte dem Sender CNN-Turk zu den Plänen seiner Familie: "Plan A ist es, in Libyen zu leben und zu sterben, Plan B ist es, in Libyen zu leben und zu sterben, Plan C ist es, in Libyen zu leben und zu sterben".

11:31 Uhr: UN-Menschenrechtsrat tagt
Zum Auftakt einer Sondersitzung des UNO-Menschenrechtsrats zur Lage in Libyen hat die Menschenrechtskommissarin der Vereinten Nationen, Navi Pillay, die blutige Unterdrückung der Protestbewegung aufs Schärfste verurteilt.

11:12 Uhr:  Die Lage in Libyen eskaliert
Aus Angst vor der Gewalt hat die Österreichische Botschaft ihr Personal aus Tripolis verlegt. Die Botschaft in der libyschen Hauptstadt bleibe aber weiterhin mit lokalen Mitarbeitern geöffnet, hieß es.

11:10 Uhr: Gaddafis Privatpilot flieht nach Wien
Der norwegische Privatpilot des libyschen Staatschefs Muammar al-Gaddafi, Odd Birger Johansen hat Libyen nach Angaben der Tageszeitung "Drammens Tidende" am Mittwoch verlassen. Laut dem Bericht übernachteten Johansen und seine mit ihm reisende Frau und Tochter von Mittwoch auf Donnerstag in Wien.
 

10:21 Uhr: Brüssel erhöht den Druck
"Für die EU ist es Zeit, über restriktive Maßnahmen nachzudenken", sagte EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton. "Es muss gewährleistet werden, dass so viel Druck wie möglich aufgebaut wird, um die Gewalt in Libyen zu beenden".

10:03 Uhr: Gaddafi versucht es nun mit Geld
Der Revolutionsführer will die Demonstranten im Land nun mit höheren Löhnen und billigeren Lebensmitteln beruhigen. Dies kündigte die Regierung im staatlichen Fernsehen an. Alle Familien sollen davon profitieren: Jede Familie soll 400 Dollar erhalten.

09:56 Uhr: Marsch auf Tripolis
Gegner des libyschen Staatschefs Muammar al-Gaddafi wollen ihn und sein Regime mit einem "Marsch der Millionen" stürzen. Politische Aktivisten in den Städten des Ostens sagten in der Nacht, sie wollten für Freitagnachmittag einen Protestzug aus allen "befreiten" Städten bis nach Tripolis organisieren.
 

09:46 Uhr: EU klar für Sanktionen
Die EU plant ein Paket von Sanktionen gegen das gewalterschütterte Libyen. "Wir prüfen alles, Reisebeschränkungen, Kontensperrungen, in den nächsten Tagen", sagte die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton.

09:25 Uhr: NATO tagt
Angesichts der eskalierenden Gewalt in Libyen beruft der NATO-Generalsekretär für heute eine Dringlichkeitssitzung ein.

09:10 Uhr: Gaddafi-Gelder auch in Österreich?
Gaddafi pflegte enge persönliche und wirtschaftliche Beziehungen nach Österreich: Der verstorbene Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider war eng mit dem Gaddafi-Clan befreundet. Mehrmals traf er den Diktator persönlich. Grünen Finanzsprecher fordert die heimischen Banken auf, rasch zu handeln und die Gelder einzufrieren, die Gaddafi möglicherweise in Österreich bunkert.

© APA

09:15 Uhr: Gaddafis Milliarden werden eingefroren
Nachdem die Schweiz am Donnerstag angekündigt hatte, mit sofortiger Wirkung sämtliche Vermögen Gaddafis und seines Umfelds im Land zu sperren, meldete die britische Tageszeitung "Telegraph" am Freitag, Großbritannien plane einen ähnlichen Schritt. Die britischen Finanzbehörden hätten eine Einheit gebildet, um Gaddafis Vermögen in Großbritannien aufzuspüren. Gaddafi habe möglicherweise Vermögen im Wert von 20 Milliarden Pfund (23,5 Milliarden Euro) in Großbritannien gelagert.

08:45 Uhr: Milliarden-Vermögen in den USA?
Libyens Staatsfonds hat offenbar 32 Milliarden Dollar bei verschiedenen US-Banken angelegt. Verschiedene Institute verwalteten jeweils bis zu 500 Millionen Dollar, heißt es in einer US-Botschaftsdepesche, die der Enthüllungsplattform Wikileaks vorliegt.

07:15 Uhr: Schweiz sperrt Konten des Gaddafi-Clans
Auf der Schweizer Sperrliste sind neben dem "Revolutionsführer" Gaddafi 28 weitere Personen aufgeführt, darunter Ehefrau Safya Farkash sowie Söhne und Töchter Gaddafis. Auch Gelder von weiteren Verwandten und von libyschen Wirtschaftsführer sind per sofort blockiert.

06:35 Uhr: 390 Tote allein in Bengasi
Bei Kämpfen zwischen Truppen des libyschen Staatschefs Muammar al-Gaddafi und Aufständischen sind in den vergangenen Tagen allein in der Stadt Benghazi (Bengasi) mindestens 390 Menschen ums Leben gekommen. Das sagte der Sicherheitschef der ostlibyschen Stadt, Nuri al-Obeidi, der sich inzwischen den Aufständischen angeschlossen hat. Rund 1.300 Menschen seien verletzt worden.

06:10 Uhr: Berlin bezeichnet Gaddafi als "Psychopathen"
Der deutsche Bundespräsident Christian Wulff hat Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi als "Psychopathen" bezeichnet. Nach einem Treffen mit dem italienischen Präsidenten Giorgio Napolitano am Donnerstag in Berlin sprach Wulff von "Staatsterrorismus" gegen die libysche Bevölkerung.
 

05:45 Uhr: Washington will weitere Sanktionen
Die USA prüfen "zahlreiche Optionen, Sanktionen sind eine davon", heißt es aus Washington. US-Außenamtssprecher Crowley sagte, bei den Diskussionen über mögliche Maßnahmen gegen Libyen habe auch das US-Militär mitgewirkt. Der deutsche UN-Botschafter Peter Wittig erklärte, offensichtlich sei die Regierung in Tripolis der Aufforderung des UN-Sicherheitsrats nicht nachgekommen, deshalb müsse über weitere Maßnahmen nachgedacht werden.

04:30 Uhr: Obama telefoniert mit Sarkozy, Cameron und Berlusconi
Obama telefoniert mit Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy, mit dem britischen Premierminister David Cameron und mit Italiens Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi, wie das Weiße Haus mitteilte. Dabei ging es um "effektive" Wege, "sofort" auf die gegen alle internationalen Regeln verstoßende Gewalt zu reagieren, hieß es in einer Erklärung des Weißen Hauses. Die libysche Führung müsse für ihre Taten verantwortlich gemacht werden. Bislang war der US-Regierung vorgeworfen worden, sich angesichts der blutigen Gewalt gegen Regierungsgegner in Libyen mit Berichten zufolge Hunderten Toten zu sehr zurückgehalten haben.

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