Krankes Manifest

Oslo-Attentäter wollte Land vor Islam retten

Per Konvoi wurde der Killer zum Gericht gebracht. Breivik bekennt sich "nicht schuldig".

Es wird immer deutlicher, wie krank der Täter von Norwegen sein muss: In seinem irren Terrormanifest schreibt er auch über Ziele in Österreich. Noch immer kann niemand die Wahnsinnstat von Norwegen fassen – die ganze Welt steht unter Schock. Anders Behring Breivik (32), der Ausländerhasser, Biolandwirt und Waffennarr, brachte an nur einem Nachmittag mindestens 76 Menschen kaltblütig um – bis ihn eine Spezialeinheit mit Tränengas stoppen konnte. Der Mann war den Behörden bisher nie aufgefallen. Jetzt hat der Teufels-Killer vor Gericht ausgesagt. Er bekennt sich "nicht schuldig" .  Alle Geschehnisse vom Montag zum Nachlesen.
 


21:39 Uhr: Die rechtsextreme ungarische Jugendbewegung "64 Burgkomitate" hat einen Tag vor dem Blutbad ein E-Mail des Attentäters erhalten. Der Chef der Jugendbewegung, Laszlo Toroczkai, sagte Montagabend im ungarischen Privatsender TV2, dass auch andere nationalistische Organisationen ähnliche Mails erhalten haben könnten.

21:20 Uhr: Bilder vom Trauermarsch

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Ein ganzes Land trauert

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    20:14 Uhr: Mindestens 100.000 Norweger haben sich laut Polizei am Montagabend in Oslo, mit knapp 600.000 Einwohnern, zum Gedenken an die 76 Opfer der Anschläge vom Freitag zu "Blumenzügen" versammelt. In der Hauptstadt füllte die Menschenmenge weite Teile der Innenstadt am Rathaus, als Kronprinz Haakon zweimal ausrief: "Heute sind unsere Straßen mit Liebe gefüllt."

    19:45 Uhr: Breivik sprach beim Haftprüfungstermin von "zwei weiteren Zellen in unserer Organisation". Weitere Einzelheiten wurden dazu nicht mitgeteilt.

    19:20 Uhr: Norwegens Geheimdienst PST war bereits im März auf Breivik wegen eines Chemikalienkaufs aufmerksam geworden. Das bestätigte Geheimdienstchefin Janne Kristiansen. Breivik habe bei einem polnischen Händler für Chemikalien eine Summe von 120 Kronen (15 Euro) eingezahlt und sei deshalb auf entsprechenden Listen aufgetaucht. Dies sei aber nicht ausreichend für eine aktive Überwachung gewesen.

    18:49 Uhr: Hunderttausende Norweger haben sich am frühen Montagabend in Oslo und anderen Städten im Gedenken an die 76 Opfer der Anschläge von Freitag zu "Blumenzügen" versammelt. In der Hauptstadt füllte die Menschenmenge weite Teile der Innenstadt am Rathaus.

    18:36 Uhr: Nach den Anschlägen in Norwegen hofft die EU-Kommission auf eine rasche Verschärfung der Bestimmungen zum Verkauf von Waffen und Alltags-Chemikalien, die zum Bombenbau genutzt werden können.

    18:08 Uhr: Breivik wird nach Angaben des Polizeianklägers Christian Hatlo rechtspsychiatrisch auf seine Zurechnungsfähigkeit untersucht.

    17:50 Uhr: Nach Polizeiangaben sind bei den Anschlägen 76 Menschen ums Leben gekommen - 8 bei dem Bombenanschlag in Oslo und 68 auf der Insel. Das teilte ein Polizeisprecher in Oslo mit. Die Zahl war bisher mit 93 angegeben.

    17:43 Uhr: Hier wird Breivik zum Richter gebracht.

    17:36 Uhr:  Die "Vienna School of Thought", die Anders Behring Breivik in seinem Manifest "2083 - eine europäische Unabhängigkeitsdeklaration" anführt, ist keine bekannte Denkschule. "Ich halte das aber nicht für ein reines Hirngespinst", erklärt Politikwissenschafter Thomas Schmidinger.

    16:50 Uhr: Als Reaktion auf die Anschläge in Norwegen fordert die EU-Kommission die Länder auf, Extremisten verstärkt ins Visier zu nehmen. "Wir ermutigen die lokalen und regionalen Behörden, mehr zu überwachen", sagte der Sprecher von EU-Kommissarin Cecilia Malmström.

    16:13 Uhr: Anders Behring Breivik wollte der sozialdemokratischen Arbeiterpartei größtmöglichen Schaden zufügen, gab er nach Gerichtsangaben beim Hafttermin in Oslo an. Sie sei für den "Massenimport" von Muslimen verantwortlich und habe dafür bezahlen müssen, sagte er mit Verweis auf seinen bewaffneten Angriff auf ein sozialdemokratisches Jugendcamp, bei dem über 80 Menschen getötet wurden. Breivik sagte vor Gericht, er habe mit den beiden Anschlägen "ein kräftiges Signal" an das Volk geben wollen.
     

    15:49 Uhr:  Gegen den Attentäter von Norwegen ist eine achtwöchige Untersuchungshaft verhängt worden. Zudem wird der 32-Jährige für vier Wochen in vollständiger Isolation gehalten und darf weder Besuch empfangen noch Briefe schreiben oder empfangen.

    15:44 Uhr: Breivik macht auch Angaben zu seinem Motiv: Er habe sein Land gegen den Islam und den Marxismus verteidigen wollen.

    15:41 Uhr: Der Killer hat vor dem Richter ausgesagt. Er legt ein Geständnis ab, bekennt sich aber im gleichen Atemzug "nicht schuldig".

    15:37 Uhr: Am Weg zum Richter liest Breivik angestrengt im Auto:

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    Oslo-Attentäter wollte Land vor Islam retten
    × Oslo-Attentäter wollte Land vor Islam retten

     

    15:32 Uhr: In Polen wurde ein Chemikalien-Internethändler einvernommen und sein Lager durchsucht. Der Mann sei mit dem mutmaßlichen norwegischen Attentäter nur in einer Geschäftsbeziehung gestanden, hieß es.

    15:15 Uhr: Maximal 21 Jahre hinter Gitter ? Nach norwegischem Recht kann der Attentäter bei einem Mordprozess zu maximal 21 Jahren Haft verurteilt werden. Sollte er wegen psychischer Störungen für unzurechnungsfähig erklärt werden, käme er auf Dauer in eine geschlossene psychiatrische Einrichtung.
     

    14:56 Uhr: Die Aufgabe erscheint unmöglich: Der Osloer Anwalt Geir Lippestad soll den geständigen Massenmörder Anders Behring Breivik verteidigen. "Ich habe nicht gleich ja gesagt, sondern mir das schon sehr genau überlegt nach diesem völlig einzigartigen Verbrechen", sagte er dem Sender NRK. Aber es gehöre nun mal zu den wichtigsten Prinzipien einer rechtsstaatlichen Demokratie, dass "jeder Anspruch auf einen Verteidiger hat".

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    Oslo-Attentäter wollte Land vor Islam retten
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    Der Anwalt des Killers: Geir Lippestad (c) Reuters
     

    14:44 Uhr: Der Attentäter der Anschläge von Norwegen ist am frühen Montagnachmittag zu einer ersten richterlichen Anhörung in einem Gericht in Oslo eingetroffen. Der staatlichen Nachrichtenagentur NTB zufolge wurde der 32-jährige Anders Behring Breivik durch den Keller in das Gerichtsgebäude gefahren und anschließend in den Gerichtssaal gebracht. Ein Sicherheitsbeamter bestätigte die Angaben. Zahlreiche Schaulustige vor dem Gericht riefen "Verräter" und "Mörder", als das Auto vorfuhr. Die Anhörung sollte unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Der Richter muss entscheiden, ob Breivik in U-Haft genommen wird.

    Diashow: Oslo-Killer Anders Breivik wird zu Gericht gefahren

    Oslo-Killer Anders Breivik wird zu Gericht gefahren

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      14;21 Uhr. Breiviks Vater ist geschockt. Der Fernsehsender NRK zitiert aus einer E-Mail, in der Breiviks Vater schreibt: "Ich fühle große Trauer und Entsetzen über das, was geschehen ist. Ich komme über den Schock der wahnsinnigen Taten von Anders nicht hinweg, mit dem ich seit 1995 keinen Kontakt mehr hatte. Für mich ist unbegreiflich, dass so etwas geschehen konnte."
       

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      14:15 Uhr: Der Vater des mutmaßlichen norwegischen Attentäters Anders Behring Breivik steht im südfranzösischen Cournanel vorsorglich unter Polizeischutz. Das Anwesen des Mannes werde von der Gendarmerie bewacht, sagte Staatsanwalt Antoine Leroy am Montag. Ziel sei es, für Ruhe und Ordnung zu sorgen. "Es gab keinerlei Hausdurchsuchung", betonte Leroy. Entsprechende Gerüchte seien falsch.



      Diashow: Breiviks Vater unter Polizeischutz

      Breiviks Vater unter Polizeischutz

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        13:50 Uhr: Der französische Energieminister Eric Besson äußerte Zweifel über die wirkliche Motivation von Anders Behring Breivik, der für ein zweifaches Attentat in Norwegen verantwortlich gezeichnet hat, das rund 90 Menschenleben forderte. Es sei fraglich, ob die "extremistische Ideologie" dabei "vorrangig" oder ein "bloßer Vorwand" gewesen sei, sagte Besson dem Radiosender France Inter.

        Diashow: Diashow: Trauer um die Terror-Opfer in Norwegen - BILDER

        Diashow: Trauer um die Terror-Opfer in Norwegen - BILDER

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          13:15 Uhr: Außenminister und Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP) hat am Montag im Ö1-"Mittagsjournal" in Reaktion auf die Anschläge in Norwegen vor "Übertreibung" und "Hetze" gewarnt und ist für verbale Abrüstung in der österreichischen Politik eingetreten. "Man kann die FPÖ mit dem Täter nicht wirklich in Verbindung bringen", sagte Spindelegger, gefragt nach der Rolle der FPÖ für politische Radikalisierungstendenzen. Er meinte aber auch, dass Stimmungsmache dazu beitrage, "den Boden aufzubereiten für Gewalttaten".

          13:00 Uhr: 
          Der norwegische Attentäter steht erstmals vor Gericht . Der Haftrichter muss bei dem Termin entscheiden, ob der am Freitag festgenommene Behring Breivik in Untersuchungshaft genommen wird. Üblicherweise kann dies bis zu vier Wochen geschehen. Die Polizei will aber ausnahmsweise eine achtwöchige Untersuchungshaft beantragen, um mehr Zeit für die Aufklärung der Hintergründe der Anschläge zu haben.

          Diashow: Diashow: Der Attentäter von Oslo vor dem Haftrichter - BILDER

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            12:43 Uhr:
            Mit einer Schweigeminute gedachte die EU-Kommission am Montag dem Terror in Norwegen. Für die Brüsseler Behörde erklärte EU-Fischereikommissarin Maria Damanaki, man stehe in der schecklichen Stunde an der Seite Norwegens.

            12:30 Uhr: Um 13 Uhr hat Anders Behring Breivik seinen ersten Termin vor Gericht. Gegenüber der Polizei hat er den blutigen Massenmord bereits gestanden, heute soll ein Richter über seinen Verbleib in der U-Haft entscheiden. Obwohl Breivik einen öffentlichen Auftritt gewünscht hat, hat das Gericht beschlossen, Publikum und Presse auszuschließen. Man wolle dem Attentäter keine Bühne für die Verbreitung seiner extremen Thesen bieten, heißt es in der Begründung.

            12:05:
            Anders Behring Breivik wollte vor seinem Attentat offenbar längere Beziehungen vermeiden, um seine "Mission" nicht zu gefährden. Eine Woche vor dem Anschlag hat er 2000 Euro aus seinem "Kampfbudget" reserviert, um sich eine Edel-Prostituierte zu bestellen . So wollte er "die Begegnung mit dem Tod besser ertragen" und mit sich "körperlich, geistig und spirituell" ins Reine kommen.

            11:31 Uhr:
            Der Attentäter von Oslo und Utöya war neben vielen anderen Ländern auch in Österreich. Er habe das Land öfters besucht, schreibt er in dem seinem Manifest angeschlossenen Steckbrief. Das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung überprüft nun, ob Anders Behring Breivik tatsächlich Kontakt zu Österreichern hatte.

            11:10 Uhr:
            Anders Behring Breivik lobt in seinem Manifest auch die extrem EU-kritische Haltung des tschechischen Staatspräsidenten Václav Klaus. Das berichtet die Prager Tageszeitung MF Dnes. Klaus hat die Anschläge in Norwegen in einem Beileidstelegramm an König Harald V. aufs Schärfste verurteilt und als "barbarischen Akt" bezeichnet.

            11:00 Uhr:
            Der mutmaßliche norwegische Attentäter Anders Behring Breivik hat im vergangenen Sommer die tschechische Hauptstadt Prag besucht, um sich Waffen und Munition für seine geplanten Taten zu verschaffen , weil er die tschechische Hauptstadt dafür als geeigneten Ort betrachtete. Dies gelang ihm aber nicht und kehrte enttäuscht in seine Heimat zurück, berichteten die tschechischen Medien am Montag unter Berufung auf das "Manifest" Breiviks.

            10:34 Uhr:
            Dutzende Gendarmen haben das Haus von Anders Behring Breiviks Vater in Südfrankreich durchsucht. Ein Behördensprecher bestätigte, dass das Haus in Cournanel im Département Aude dem pensionierten norwegischen Diplomaten Jens Breivik gehört, wollte aber keine Details zum Grund der Durchsuchung nennen.


            10:20 Uhr:
            Aus dem mehr als 1500 Seiten starken Manifest, das Anders Behring Breivik vor seinem Attentat veröffentlicht hat, sind weitere bizarre Details bekanntgeworden. So hat der 32-jährige Norweger offenbar längere Beziehungen vermieden, um seine "Mission" nicht zu gefährden. Eine Woche vor dem Anschlag hat er 2000 Euro aus seinem "Kampfbudget" reserviert, um sich eine Edel-Prostituierte zu bestellen.

            10:11 Uhr: Als unmittelbare Folge des von einem Rechtsextremen verübten Doppel-Attentats mit mindestens 93 Toten vom Freitag in Norwegen wollen Finnland und Dänemark ihre eigene Gesetzgebung überdenken. Helsinki erwägt nun eine weitere Verschärfung seines im internationalen Vergleich immer noch relativ freizügigen Waffenrechts und Dänemarks Justizminister Lars Barfoed kündigte strengere Regeln für den Erwerb von Kunstdünger und anderen zur Herstellung von Sprengstoffen geeigneten Materialien an.

            10:00 Uhr:
            Norwegens Polizei verteidigt sich gegen den Vorwurf eines zu späten Eingreifens bei dem Massaker auf der Insel Utöya . Der Osloer Polizeichef Anstein Gjengedal sagte am Montag im TV-Sender NRK, die Antiterroreinheit "Delta" sei am Freitag sofort nach dem ersten Alarmruf trotz der vorherigen Bombenexplosion im Osloer Regierungsviertel in Gang gesetzt worden: "Wir waren schnell da."

            09:44 Uhr: 
            Ministerpräsident Jens Stoltenberg hat am Freitagnachmittag stundenlang Norwegen von einem Bunker aus regiert. Nachdem Stoltenberg von den Verheerungen der Explosion in seiner Kanzlei und im gesamten Regierungsviertel unterrichtet worden war, brachten ihn Sicherheitsbeamte in einen speziell ausgerüsteten Schutzraum, der dem Regierungschef für derartige Notsituationen zur Verfügung steht. Dort hat er auch vom zweiten Anschlag, von den Schüssen auf der Ferienlagerinsel Utöya erfahren.

            09:30 Uhr:
            Von Reykjavik bis Helsinki wird in Nordeuropa um 12.00 Uhr der überwiegend jugendlichen Opfer des beispiellosen Verbrechens mit einer Schweigeminute gedacht.

            09:15 Uhr:
              Die norwegische Polizei will öffentliche Propaganda des mutmaßlichen Attentäters Anders Behring Breivik nach der Ermordung von fast 100 Menschen verhindern. Wie die zuständige Polizeijuristin Carol Sandby am Montag in der Online-Zeitung "VG Nett" ankündigte, will die zuständige Staatsanwaltschaft beim heutigen ersten Osloer Haftprüfungstermin mit dem 32-Jährigen den Ausschluss der Öffentlichkeit beantragen. Der Haftrichter muss darüber entscheiden, ob die Anhörung hinter verschlossenen Türen stattfindet.

            Diashow: Die Opfer des Terrors

            Die Opfer des Terrors

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                08:50 Uhr: Unter den Toten des Anschlages ist auch der Stiefbruder der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit . Der 51-jährige Polizist Trond Berntsen wurde erschossen, als er seinen zehnjährigen Sohn schützen wollte.



                08:30 Uhr:
                Der irre Attentäter von Oslo wollte auch die ehemalige norwegische Ministerpräsidentin Brundtland töten. Das soll Anders Behring Breivik laut norwegischen Medienberichten in seinem Polizeiverhör gesagt haben.

                1.516 Seiten purer Hass: Das Terror-Manifest

                Lesen sie auf der nächsten Seite weiter...

                „Österreich hat sich Islam unterworfen“

                „Ich glaube, dies ist der letzte Eintrag, den ich schreibe. Es ist jetzt Freitag, der 22. Juli, 12.51 Uhr.“ So endet das irre Manifest   2083. Eine europäische Un­abhängigkeitserklärung von Massenmörder Anders Behring Breivik. Zwei Stunden nachdem er es ins Netz stellte, begannen die Attentate. Breiviks ,Glaubensbekenntnis‘ – es liegt ÖSTERREICH vor – besteht aus 1.516 Seiten blanken Wahnsinns. Das Pamphlet beweist, dass er das Massaker seit zwei Jahren plante.


                Rassenkrieg: In dem in Englisch verfassten Schreiben geht es um „Rassenkrieg“ und die Frage, wie Europa sich „vor Kulturmarxismus und Islamisierung“ retten kann. Breivik will kämpfen: „Ich werde als das größte Nazi-Monster beschrieben werden, das es seit dem II. Weltkrieg gegeben hat“ (Seite 1.436).


                Ziele in Österreich:
                Breivik dankt zwar unter anderem seinen „Brüdern und Schwestern in Österreich“ (Seite 16). Er nennt Österreich aber auch als potenzielles Terrorziel: Mit einer „Moslem-Quote von 5 bis 7 Prozent“ hätte Österreich eine „hohe Priorität“ bei militärischen Angriffen, schreibt Breivik. Denn Österreich habe sich „mehr oder weniger der islamischen Herrschaft unterworfen“. Das AKW Zwentendorf sei zwar ein potenzielles Angriffsziel, Anschläge würden sich aber nicht lohnen, da es außer Betrieb sei (S. 1.031).


                7.839 Österreicher:
                Und er erklärt, welche Feinde in Österreich zu bekämpfen sind: SPÖ, ÖVP und Grüne – sie seien „selbstmörderische Humanisten, kapitalistische Globalisten und Kulturmarxisten“ (Seite 914). Insgesamt gebe es in Österreich 7.839 Feinde, die beim großen Krieg gegen den Islam hinzurichten seien (S. 920).


                „Tore von Wien“: Der Massenmörder zitiert permanent Beiträge der islamfeindlichen Internetseite  „Gates of Vienna“ – „Tore von Wien“. Dort steht das Abendland vor dem Untergang wie seinerzeit bei der Türkenbelagerung 1683. Daher auch der Titel „2083“:  400 Jahre danach.


                Gift aus Österreich:
                Im Endkampf gegen den Islam empfiehlt der Killer Gift aus Österreich zum Vergasen: ein Insektenschutzmittel, das nur von einer österreichischen Firma produziert werde und leicht zu beschaffen sei. Schon eine kleine Dosis des „Giftgases“ könne in geschlossenen Räumen einen Menschen töten (S. 942).

                Hass auf Multikulti: „Wir müssen den Multikulturalismus zerstören, ihn auf­lösen, ihn delegitimieren und seine selbstzerstörerische Utopie sichtbar machen“, schreibt Breivik (Seite 300).

                Auf der nächsten Seite: Der LIVE-TICKER vom Sonntag zum Nachlesen.

                Der doppelte Terroranschlag vom Freitag lähmt Norwegen. Am Sonntag gedachten Hunderte Politiker und Angehörige der Opfer. Premier Jens Stoltenberg zeigte sich fassungslos über das Grauen und hatte Tränen in den Augen. Die Straßen der Hauptstadt Oslo gleichen einem Blumenmeer. Die norwegische Polizei hat nmit einer schwer bewaffneten Sondereinheit ein Haus am Stadtrand von Oslo durchsucht und einige Männer kurzfristig festgenommen. Was zunächst als mögliche Spur zu Komplizen erschien, stellte sich bald danach als falscher Alarm heraus. Die Festgenommenen wurden wieder freigelassen. Verfolgen Sie die aktuelle Entwicklung jetzt in unserem LIVE-Ticker:

                20:25 Uhr: Laut der Online-Ausgabe der Osloer Zeitung "Verdens Gang" ist der auf Utöya als Lagerwache angeheuerte Polizist unter den Todesopfern. Er sei von den Organisatoren des Sommerlagers der Sozialistischen Jugend im Rahmen so genannter "privat bezahlter Überstunden" angestellt gewesen. Er habe weder eine Waffe noch eine Schutzkleidung getragen.
                 

                19.55 Uhr: Nach dem Massaker in Norwegen mit mindestens 93 Toten mehren sich die Fragen zu dem Verhalten der Sicherheitskräfte. Polizeichef Sveinung Sponheim sagte am Sonntag bei einer Pressekonferenz, dass ein Beamter auf der Insel zum Dienst eingeteilt war, wo der Attentäter mindestens 86 junge Menschen kaltblütig erschoss. Es sei jedoch unklar, wo der Beamte sei.
                Der 32 Jahre alte Täter hatte unter anderem deshalb rund ein Stunde Zeit für seinen Massenmord, weil die Polizei kein passendes Boot zur Überfahrt auf die Insel bereit hatte.

                19.10 Uhr: Gleich mehrere Seiten widmet der mutmaßliche Terrorist der Türkenbelagerung von Wien, von der er vermutlich auch die Jahreszahl in seiner "Unabhängigkeitserklärung" (2083) abgeleitet hat. Die zweite Türkenbelagerung fand im Jahr 1683 statt. In diesem Zusammenhang schlägt Breivik vor, den 12. September 1683 (Ende der osmanischen Belagerung Wiens) zum europäischen Feiertag zu erklären. "Dieses Manifest liest sich fast so wie das Parteiprogramm der FPÖ.... erschreckend", lautete am Sonntagabend einer der Leserkommentare

                18. 50 Uhr: In der Einleitung seines 1.500 Seiten langen Hass-Manifests schreibt Anders Behring Breivik zynisch von einer "Marketingoperation" und meint damit die von ihm verübten Anschläge. Zwangsläufig hat sein wirres Anti-Islam-Kompendium "2083. Eine Europäische Unabhängigkeitserklärung" durch die Terroranschläge eine Öffentlichkeit erhalten, die es wohl nicht verdient. Medien in aller Welt zitieren aus dem größtenteils aus einschlägigen Internetforen zusammenkopierten Pamphlet, hierzulande wird auch nach Österreich-Aspekten gesucht.
                 

                18.15 Uhr: Beim Massaker von Utöya wirkte er Augenzeugenberichten zufolge wie aus einem Nazi-Film, und auch in seinem 1.500 Seiten starken Hass-Pamphlet äußert er die Erwartung, nun als "das größte (Nazi-)Monster beschrieben (zu) werden, das es seit dem Zweiten Weltkrieg gegeben hat". Doch ein Neonazi ist Anders Behring Brevik kaum. Schließlich bewunderte er den norwegischen Widerstand im Zweiten Weltkrieg und bewegte sich in einer Internet-Subkultur, die zugleich anti-muslimisch, pro-israelisch und pro-amerikanisch ist.
                 

                17.10 Uhr: Norwegens sozialdemokratischer Ministerpräsident Jens Stoltenberg hat am Sonntag im Osloer Dom eine Trauerrede für die mindestens 93 Todesopfer der Anschläge vom Freitag gehalten. Bei den Attentaten kamen nach bisherigen Erkenntnissen 86 Teilnehmer eines sozialdemokratischen Jugendlagers und sieben Menschen durch eine Bombe im Osloer Regierungsviertel ums Leben. Stoltenberg sagte unter anderem:  "Vor fast zwei Tagen ist Norwegen von einer der schlimmsten Untaten seit dem Krieg getroffen worden. Auf Utöya und in Oslo. Es fühlt sich an wie eine Ewigkeit. Es waren Stunden, Tage und Nächte voller Schock, Verzweiflung, Zorn und Tränen. Heute ist die Zeit zu trauern.

                16.30 Uhr: Der Beinahe-Untergang eines Polizeibootes und die Entscheidung, auf die Anti-Terror-Einheit aus Oslo zu warten, haben das Einschreiten der Sicherheitskräfte gegen das Massaker auf der norwegischen Insel Utöya verzögert. Ein im benachbarten Hönefoss angefordertes Polizeischiff habe sich für den Transport der Beamten als ungeeignet erwiesen, teilte die Polizei am Sonntag mit.
                 

                16.17 Uhr: Ausdrücklich "multikulturell" orientiert war das sozialdemokratische Sommerlager auf Utöya. In den TV-Interviews mit Überlebenden äußerten sich auffällig viele junge Männer und Frauen mit sichtbarem Migrationshintergrund: gut integriert und aktiv in der sozialdemokratischen Jugendorganisation, als normale Bürger des skandinavischen Landes und ohne Unterschied zu "ethnischen Norwegern".
                Norwegens gewaltbereite, rechtsradikale Szene gilt als vergleichsweise schwach und klein. Trotzdem waren am Sonntag in Medienkommentaren immer wieder Zweifel zu hören, ob die Behauptung von Breivik stimmen kann, dass er seine beispiellose Untat tatsächlich neun Jahre lang allein vorbereitet hat.

                16.07 Uhr: Automatik-Waffen in Norwegen in vielen Händen. Wie sich heraus stellte sind 50.000 Mitglieder der Heimwehr mit Sturmgewehr AG3 ausgestattet. Auch Breivik hatte eine.

                15:25 Uhr: Angesichts des gewaltsamen Todes von mindestens 86 Mitgliedern sind die norwegischen Sozialdemokraten entschlossen, weiter für ihre Ideale zu kämpfen.  "Jetzt trauern wir mit den Eltern und Angehörigen der Opfer", sagt die norwegische Jungsozialistin Hadia Tajik (28). "Wir versuchen, zu helfen und ihnen die Unterstützung zu geben, die sie brauchen". Die Jungsozialisten wollen nach der Trauerarbeit aber jedenfalls an ihren Idealen festhalten.

                Diashow: Diashow: Norwegen trauert um die Terror-Opfer - BILDER

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                  15:17 Uhr:
                  Kampf gegen "Multikulturalismus oder kulturellen Marxismus", wie er es nennt, und gegen den Islam, der sich anschickt, Europa zu übernehmen: Das sind die Eckdaten des Gedankenguts von Anders Behring Breivik, der am Freitag die beiden verheerenden Anschläge in Norwegen verübt haben soll und sich dabei als Kreuzritter sehen dürfte.  Breivik ist zweifelsohne als Rechtsextremist zu klassifizieren, und Skandinavien ist seit langem eine Hochburg des Rechtsextremismus.

                  14:37 Uhr:
                  Die Menschen in Oslo stehen nach den Anschlägen vom Freitag nach wie vor unter Schock. Am Vormittag gedachten Politiker und Angehörige der Opfer in einem Trauergottesdienst im Dom von Oslo. Die Straßen sind mit Blumen und Kerzen übersät.

                  14:14 Uhr: Die bei einer Polizeiaktion in Oslo festgenommenen Personen sind wieder freigelassen worden. Es habe keine Verbindung zu den Anschlägen gegeben, erklärte die Polizei am Sonntag der Nachrichtenagentur Reuters. Bei dem Einsatz im Osten der norwegischen Hauptstadt sei außerdem kein Sprengstoff gefunden worden.

                  Diashow: Diashow: Weitere Verhaftungen nach Terror in Oslo - BILDER

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                    13:58 Uhr:
                    Die Opferzahl nach dem verheerenden Doppel-Attentat ist auf 93 gestiegen. Ein weiteres Opfer des Massakers auf der norwegischen Insel Utöya ist seinen Verletzungen erlegen. Das meldete der norwegische Rundfunk.

                    13:53 Uhr:
                    Die Polizei hat eine Polizeiaktion im Osten der Hauptstadt bestätigt. Dabei wurde ein Gewerbegebiet durchsucht, das laut Aussagen der Nachbarn von Osteuropäern als Wohnung benutzt worden war. Zeugenaussagen berichteten, die bewaffneten Polizisten hätten mehrere Personen in Unterwäsche aus dem Gebäude geholt und an die Wand gestellt durchsucht.

                    13:50 Uhr:
                    Zwei Tage nach dem Massaker in Norwegen hat die Polizei nach Medienberichten weitere Personen festgenommen. Das meldeten am Sonntag der Fernsehsender TV2 und die Onlineausgabe der Zeitung "Verdens Gang".

                    13:30 Uhr:
                    Bei der neuerlichen Polizeiaktion hat es vor Kurzem mehrere Festnahmen gegeben. Das berichten norwegische Medien.

                    13:10 Uhr: 
                    Der Vater des mutmaßlichen Attentäters von Norwegen hat sich über die seinem Sohn vorgeworfenen Taten schockiert gezeigt . Er habe von nichts gewusst, bis er plötzlich den Namen seines Sohnes und das Bild auf den Titelseiten der Online-Zeitungen gesehen habe, sagte er in einem Interview mit der norwegischen Zeitung "Verdens Gang".

                    13:03 Uhr:
                    In dem vom mutmaßlichen Doppel-Attentäter veröffentlichten, mehr als 1500 Seiten starken Manifest, gib es auch einige Bezüge zu Österreich. Gleich in der Einleitung bedankt sich Anders Behring Breivik bei seinen "Brüdern und Schwestern in Österreich". Außerdem behauptet der Attentäter, neben anderen Ländern auch Österreich besucht zu haben.

                    12:41 Uhr:
                    Laut dem Online-Portal der Zeitung "Verdens Gang" begann die neuerliche Polizeiaktion um 11.30 Uhr und wurde auf einem etwas abgelegenen Gewerbegrundstück durchgeführt. Laut einem Reporter der Zeitung sind Sprengstoffspezialisten an dem Einsatz beteiligt.

                    12:34 Uhr:
                    Bei einem Trauergottesdienst im Osloer Dom sagte Ministerpräsident Jens Stoltenberg am Sonntag: "Jeder einzelne Tote ist ein unersetzlicher Verlust. Zusammen bedeuten sie eine nationale Tragödie." An dem Gottesdienst nahmen auch König Harald und die norwegische Regierung teil.

                    12:20 Uhr:
                    Spezialeinheiten der norwegischen Polizei führen in Oslo einen bewaffneten Einsatz durch. Das berichtete die Nachrichtenagentur NTB am Sonntag. Der Einsatz im östlichen Teil der Hauptstadt stehe nach Polizeiangaben im Zusammenhang mit den Anschlägen von Freitag. Die Anti-Terroreinheit, bekannt unter dem Namen Delta, sei daran beteiligt. Weitere Einzelheiten wurden nicht genannt.


                    11:50 Uhr:
                    Norwegen trauert um die fast hundert Toten der beiden Anschläge vom Freitag. In Osloer Dom haben sich am Sonntagvormittag neben Überlebenden und Angehörigen von Opfern auch Angehörige der Königsfamilie und Ministerpräsident Jens Stoltenberg mit der gesamten Regierung zu einem Trauergottesdienst versammelt.

                    11:40 Uhr:
                    Obschon die Ereignisse in Norwegen das Ausmaß eines Terroranschlages hätten, sind sie für Killias eher ein Amoklauf. Mögliche Ursachen sieht der Strafrechtler zahlreiche. Viele Amokläufer der letzten zehn Jahre seien persönlich stark gestört oder auffällig gewesen oder seien einem politischen Umfeld zuzuordnen, sagt Experte Killias.

                    11:35 Uhr:
                    Bei Großereignissen wie dem Doppelanschlag von Norwegen suchen die Menschen nach Ansicht des Zürcher Strafrechtsprofessors Martin Killias immer nach wichtigen Erklärungen. Doch auch unvorstellbar schreckliche Ereignisse hätten oft "furchtbar banale Ursachen", sagte er am Samstag im Echo der Zeit von Radio DRS.

                    Diashow: Die Opfer des Terrors

                    Die Opfer des Terrors

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                      Diashow: Norwegen unter Schock

                      Norwegen unter Schock

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                        11:13 Uhr: Seine rechten Thesen fasste der mutmaßliche Doppel-Attentäter aus Norwegen auch in einem mehr als 1500 Seiten starken Manifest zusammen. Das wirre Werk trägt den Titel "2083. A European Declaration of Indepence” („2083. Eine europäische Unabhängigkeitserklärung”)

                        10:39 Uhr:
                        In einem selbstgebastelten Video verbreitete Anders Behring Breivik seine rechtsextremen Theorien. Er warnte unter anderem vor "kulturellem Marximus" und einer "islamischen Kolonialisierung" Europas:



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