Terrorist zeigt Nazi-Gruß nach Massaker

50 Tote in Moscheen

Terrorist zeigt Nazi-Gruß nach Massaker

Aufregung um den rassistischen Auftritt des Attentäters vor dem Haftrichter. 

Christchurch. Die Welt verharrt in Schockstarre. Aber in Neuseeland verhöhnt der ­Täter auch am Tag nach seiner Wahnsinnstat seine Opfer. Brenton Tarrant (28) erschoss am Freitag in zwei Moscheen 50 betende Männer, Frauen und Kinder.

Am Samstag, als Tarrant dem Haftrichter vorgeführt wird, grinst er in die Kameras der Reporter. Seine rechte Hand formt er zu einem Nazi-Gruß. Es ist das Erkennungszeichen der „White Power“-Bewegung. Die Spur seines Nazi-Netzwerks führt sogar bis nach Österreich.

Keine Kaution. Der Massenmörder erscheint in Handschellen. Er geht barfuß, trägt ein weißes Gefängnishemd. Vor dem Richter zeigt der Rassist kein Zeichen der Reue, er schweigt beharrlich. Tarrant stellt keinen Antrag auf Freilassung auf Kaution. Das Gebiet um das Gebäude ist weiträumig gesperrt, es herrscht höchste Sicherheitsstufe.

Die Wut ist enorm: Laut ­Medien kam ein Mann zum Gericht, um den Terroristen mit einem Messer zu töten. Die Polizei konnte es verhindern. Nächste Verhandlung: 5. April.

Dreijähriger starb in den Armen seines Vaters

Trauer. Christchurch (370.000 Einwohner) liegt in tiefer Trauer. Die muslimische Gemeinde ist sehr gut integriert. Immer mehr wird jetzt über die Opfer bekannt:

Wie den erst dreijährigen Mucad Ibrahim. Er besuchte mit seinem Vater und seinem Bruder das Freitagsgebet. Als die Schüsse fielen, versuchte ­Mucad wegzulaufen. Er hatte keine Chance, starb wenig später in den Armen seines Vaters.

Als Held, der einige Leben rettete, gilt heute Daoud Nabi (71). Er warf sich in die Schussbahn, wollte so die anderen ­Betenden beschützen. Er starb im Kugelhagel.

Ende nach 36 Minuten. Als Retter gelten auch die zwei Dorfpolizisten, die nach 36 Minuten den Angreifer stoppten. Er wollte per Auto zu ­einem weiteren Anschlagsort fahren, als er von ­ihnen gerammt und festgenommen wurde.

Terror-Netzwerk des Killers reicht bis nach Österreich

Unheimlich: Der ­Attentäter verlinkte zwei Tage vor seiner Wahnsinns-Tat auf zwei Artikel über Rechtsradikale in Europa. Die Gruppe plante eine brutale Machtübernahme. Aufge­flogen ist sie in Österreich.

Hintergrund: Die Polizei nahm vor zwei Jahren den deutschen Oberstleutnant Franco A. (30) in Wien fest. Sie erwischten ihn, als er eine Pistole abholte – versteckt auf einer Toilette am Flughafen Wien-Schwechat.

Schockierend: Franco A. und eine Gruppe von Ex-Soldaten und Polizisten wollte Politiker und andere Personen des öffentlichen Lebens angreifen.

Auf der Todesliste standen deutsche Minister und auch Ex-Bundespräsident Joachim Gauck. Franco A. hätte die Ausführung der Tat übernehmen sollen.

Vorbilder. Terrorexperte Nicolas Stockhammer zu ­ÖSTERREICH: „Ich denke, dass er Vorbilder gesucht hat, weitere ‚Verteidiger des Abendlandes gegen die Invasion von Rassenfremden‘“.

Ausschließen kann der Forscher der Uni Wien aber nicht, dass es auch persönlichen Kontakt zwischen Neuseeland und dieser Gruppe gab: „Wenn es so wäre, ist vielleicht sogar eine Anleitung aus den europäischen Kreisen gekommen. Eventuell meinten sie: „Du redest groß, jetzt mach was!“

Live-Video: Kritik an Facebook & Instagram

Es ist eine neue Form des Terrors: Der Attentäter streamte seine Tat live, baute darauf, dass Millionen Menschen weltweit zu­sehen. Tarrant inszenierte das Töten als Medien-Ereignis.

Löschen. Das Video zeigte das Versagen der Social-­Media-Konzerne. 17 Minuten brauchte Facebook, um die Übertragung zu stoppen. Es war zu spät, das Video war mittlerweile auf anderen Plattformen zu sehen. Tausende User haben es sich kopiert, gespeichert und selber weiterverbreitet. Es wird unmöglich sein, die blutigen Bilder aus dem Internet zu löschen.

Löschen. Terrorexperte Peter Neumann: „Gegen die Verbreitung lässt sich nur mit mehr Einsatz von Personal und Technik vorgehen, mit deren Hilfe diese brutalen Videos gelöscht werden.“

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