US-Wahl: Obama nach Wirbelsturm im Vorteil

Wahlkampf nach "Sandy"

US-Wahl: Obama nach Wirbelsturm im Vorteil

Sturm gab Obama die Chance, sich als zupackender Präsident in Szene zu setzen.

Nach der unfreiwilligen Unterbrechung durch Wirbelsturm "Sandy" geht der Wahlkampf zur US-Präsidentenwahl in die entscheidende Phase. Herausforderer Mitt Romney beendete am Mittwoch den von der Naturkatastrophe bedingten "Waffenstillstand", um drei Wahlkampfveranstaltungen im wichtigen Swing-State Florida abzuhalten. Präsident Barack Obama dagegen besuchte die besonders schwer getroffenen Überschwemmungsgebiete im Bundesstaat New Jersey. Er kündigte zudem an, am Donnerstag wieder bei politischen Kundgebungen in Wisconsin, Nevada und Colorado aufzutreten.

Romney hielt sich in seinen Reden am Mittwoch zunächst weitgehend mit harten Attacken auf den Präsident zurück. Stattdessen drückte er sein Mitleid für die Opfer des Sturmes aus. Hinter den Kulissen teilten die Unterstützer der Kandidaten aber wieder harte Schläge gegeneinander aus. Vizepräsident Joe Biden bezichtigte Romney, in aktuellen TV-Werbespots bewusst Unwahrheiten zu verbreiten, um die Bürger zu täuschen. Die Wahlstrategen des Republikaners dagegen hielten der Mannschaft des Amtsinhabers vor, nervös zu werden, weil sie auf eine Niederlage am 6. November zusteuere.

Obama im Vorteil
Neue Umfragen in besonders umkämpften Bundesstaaten sehen Obama leicht im Vorteil. Im möglicherweise wahlentscheidenden Ohio liegt er laut einer am Mittwoch veröffentlichten Erhebung des TV-Senders CBS und der Zeitung "New York Times" sogar fünf Punkte vor Romney. Auch in den wichtigen Swing-States Virginia und Florida liegt Obama vorn - sein Vorsprung ist im Vergleich zur letzten CBS-Umfrage allerdings deutlich geschrumpft und bewegt sich nur noch im Rahmen der statistischen Fehlermöglichkeit.

Obama verschaffte sich Mittwoch einen persönlichen Eindruck von den teilweise schweren Zerstörungen in New Jersey. Begleitet wurde er vom Gouverneur des Staates, Chris Christie. Der Republikaner und Romney-Anhänger hatte mit einem großen Lob für Obamas Krisenmanagement für Aufsehen gesorgt. Auf Fragen, ob solche Worte nicht den Wahlkampf beeinflussen könnten, meinte er: "Ich kümmere mich einen Dreck um den Wahlkampf."

Obama zeigte sich - wie schon nach anderen Katastrophen in der Vergangenheit - als besorgter Landesvater und präsentierte sich zugleich als zupackender Krisenmanager. Am Dienstagabend etwa sprach er mit Chefs von Energieunternehmen, um Druck zu machen, dass Millionen von Amerikanern bald wieder Strom haben. Die Wiederherstellung der Stromversorgung habe oberste Priorität.

Ob die Sturmkatastrophe tatsächlich Einfluss auf das Wahlergebnis am 6. November haben wird, darüber herrscht unter US-Politikexperten weiter Uneinigkeit. Das Weiße Haus wies am Mittwoch zurück, dass es sich bei dem Besuch in dem Katastrophengebiet auch um einen Wahlkampfauftritt handeln könnte. "Es ist völlig angemessen, dass der Präsident New Jersey besucht", sagte Regierungssprecher Jay Carney. "Dies ist keine Zeit für Politik". Auch der Wahlkampfberater des Präsidenten, David Axelrod betonte, dass der Präsident lediglich seiner Verantwortung nachgehe. "Es handelt sich um eine Katastrophe gewaltigen Ausmaßes."

Diashow: Das Ausmaß der Schäden in USABILDER

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So massiv sind die Hurrikan-Schäden in den USA

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