US-Wahl

Wahl-Analyse

Frauen machten Obama zum Sieger

Frauen, Junge und Latinos für Obama - Romney punktete bei Älteren.

Gesundheitswesen, Abtreibung, Verhütung. Neben knallharten Wirtschafts- und Finanz-Schwerpunkten puschte Obama im Wahlkampf Themen für Frauen. Die Strategie ging voll auf. Obama ist deshalb wieder US-Präsident, weil er die Frauen auf seine Seite brachte.

  • 55 % bei Frauen. Die Mehrheit von 55 Prozent der Amerikanerinnen wählte Obama, aber nur 53 % der Männer entschieden sich für Romney. In New York und Kalifornien waren sogar jeweils 64 % der Frauen für Obama. Im wichtigen Ohio überzeugte Obama 55 % der Frauen.
  • Triumph in Swing States. Entscheidend für Obamas Sieg: Er holte mit Ohio, Colorado, Nevada und Pennsylvania alle wichtigen Schaukelstaaten.
  • Latinos für Obama. Während Romney bei Weißen 59 Prozent holte, wählten 93 Prozent der Schwarzen, 71 Prozent der Latinos und 73 Prozent der Asiaten Obama. Und: „Auch bei weißen Frauen, die eigentlich für Romney sind, war Obama besser“, so Politologe Peter Filzmaier zu ÖSTERREICH.
  • Er überzeugte Jüngere. 60 Prozent der 18- bis 29-Jährigen und 52 Prozent der 30 bis 44-Jährigen wählten Obama. Bei Amerikanern über 45 Jahren setzte sich Romney nur hauchdünn durch.
  • Ärmere für Obama. Menschen mit weniger als 30.000 oder weniger als 50.000 Dollar Einkommen wählten Obama, auch die Mehrheit der Großstädter.

Zielgruppen der Wahl im Detail

© oe24
Frauen machten Obama zum Sieger
× Frauen machten Obama zum Sieger

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Lesen sie auf der nächsten Seite das ÖSTERREICH-Interview mit Kanzler Faymann und Politologe Filzmaier.

Bundeskanzler Werner Faymann
ÖSTERREICH:
Herr Bundeskanzler, wie haben Sie die US-Wahl erlebt? Werner Faymann: Ich bin um sechs Uhr aufgestanden und habe mich gefreut: Obama ist ein Präsident, der das Herz auf der richtigen Seite hat, der nicht Millionäre entlasten, sondern die Arbeitslosigkeit bekämpfen möchte. Das wird hart genug, denn nach wie vor gibt es keine strengen Regeln für die Finanzmärkte.

ÖSTERREICH: Aber um dieses Problem zu lösen, hatte Obama ja bereits vier Jahre lang genügend Zeit ...
Faymann:
Wir wissen aber beide, dass Obama bisher in vielen wesentlichen Fragen blockiert wurde. Ich glaube, dass ihn die Wiederwahl jetzt stärkt. Und diese Stärke dazu führt, dass er jetzt das, was er sich für das Land wünscht, besser durchsetzen kann: Nämlich Wachstum, Beschäftigung, Chancengleichheit zu fördern und die wachsende Ungerechtigkeit zu bekämpfen.

Analyse von Politologe Peter Filzmaier
ÖSTERREICH:
Warum hat Obama gewonnen?
Peter Filzmaier:
Er hat es geschafft, seine Wähler auch dort zu erreichen, wo er sie braucht. Ein Beispiel: Weiße Frauen waren mehrheitlich für Romney, aber in Schlüsselstaaten wie Colorado, Ohio und Virginia hat Obama bei berufstätigen weißen Frauen besser abgeschnitten.

ÖSTERREICH: Wie wichtig waren letztendlich die Swing States?
Filzmaier:
Ihre Bedeutung ist größer denn je. Obama hat Wahlkampf geführt, wo es nötig ist. Romney hat dort lange zu unentschlossen gewirkt.

ÖSTERREICH: Wie schwierig wird es für ihn jetzt wirklich?
Filzmaier:
Es wird dort schwierig, wo Obama Gesetze braucht. Es wird jetzt viel um Einwanderungspolitik gehen.



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