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Nervosität steigt

Im Endspurt liegen die Nerven blank

Nur wenige Tage vor der Wahl sehen die meisten Umfragen Clinton vor Trump

Im Endspurt zur US-Präsidentenwahl liegen die Nerven zunehmend blank. Leibwächter zogen den republikanischen Kandidaten Donald Trump am Samstagabend während eines Wahlkampfauftritts in Reno hastig von der Bühne, nachdem ein Zuschauer das Wort "Waffe" gerufen hatte. Der Vorfall stellte sich später als falscher Alarm heraus.

Am Freitag musste US-Präsident Barack Obama die aufgeheizte Stimmung bei einer Kundgebung für die demokratische Kandidatin Hillary Clinton beruhigen, nachdem ein Zwischenrufer ihn unterbrechen wollte. Obama forderte Respekt für den Zwischenrufer und brachte die Lage schließlich mit den Worten "Buht nicht, geht wählen" wieder unter Kontrolle. "Das ist ein älterer Herr, der seinen Kandidaten unterstützt. Wir leben in einem Land, in dem die Redefreiheit respektiert wird", erinnerte Obama an die Grundwerte der Demokratie.

Wahlaufruf

Wenige Tage vor der Wahl boten die Kontrahenten Hillary Clinton und Donald Trump am Wochenende nochmals alle Kräfte auf, um die Wähler in den Schlüsselstaaten zu gewinnen. Trump plante für Sonntag und Montag Auftritte in acht Bundesstaaten, Clinton setzte auf die Unterstützung von Popstars wie Katy Perry.

"Wir können noch so viel Wahlkampf machen, das wird nichts nützen, wenn die Leute nicht wählen gehen", sagte Clinton bei einem Auftritt in Philadelphia. Sie wurde von der 32-jährigen Sängerin Katy Perry unterstützt, deren Song "Roar" zur Playlist der demokratischen Kandidatin gehört. In Cleveland erhielt Clinton die Unterstützung des Rappers Jay-Z und seiner Frau, Sängerin Beyonce. "Meine Tochter soll in dem Bewusstsein aufwachsen, dass eine Frau unser Land anführt", sagte Beyonce.

Secret Service brachte Trump in Sicherheit

Trumps Auftritte, bei denen er sich gewohnt siegesgewiss zeigte, wurden am Samstag durch einen Zwischenfall in Reno im Bundesstaat Nevada unterbrochen: Mitarbeiter des für die Sicherheit der Kandidaten zuständigen Secret Service brachten Trump rasch von der Bühne, nachdem jemand im Publikum "Waffe" gerufen hatte.

Hinter dem Vorfall steckte offenbar der 33-jährige Austyn Crites, der nach eigenen Angaben selbst Republikaner, aber gegen Trump ist. Er habe ein Schild mit dem Slogan "Republikaner gegen Trump" hochhalten wollen, sagte Crites Reportern. Er sei aber von Trump-Anhängern zu Boden gestoßen, geschlagen und getreten worden. Trump-Anhänger stellten Crites in sozialen Netzwerken als einen "Maulwurf" aus dem Clinton-Lager dar. Nach einer mehrstündigen Befragung wurde er wieder auf freiem Fuß gesetzt.

Kandidatur umstritten

Die Kandidatur des schillernden Immobilienunternehmers ist selbst innerhalb seiner eigenen Partei hochumstritten. Trump dankte den Sicherheitskräften danach via Twitter "für ihre schnelle und professionelle Antwort". Nach seiner Rückkehr auf die Bühne sagte er: "Niemand hat gesagt, dass es leicht für uns werden würde. Aber wir werden niemals gestoppt werden. Niemals gestoppt."

Nur wenige Tage vor der Wahl sehen die meisten Umfragen jedoch Clinton vor dem Republikaner Trump. Eine am Samstag veröffentlichte Umfrage des Senders ABC und der "Washington Post" zeigte sie mit 47 zu 43 Prozent vor ihrem republikanischen Kontrahenten Donald Trump. Nach einer Umfrage von Fox News lag sie zwei Prozentpunkte vor Trump.

Wahlkampftermine geändert

Beide Kandidaten änderten am Wochenende ihre Wahlkampftermine, um in den Staaten Präsenz zu zeigen, wo sie in Umfragen Kopf an Kopf liegen, und die wahlentscheidend sein könnten. Dazu gehört Florida, wo in vielen Bezirken am Samstag die Frist für eine vorgezogene Stimmabgabe ablief. Nach einer Schätzung des Statistikinstituts Catalist haben bereits über 30 Millionen Amerikaner vorzeitig ihre Stimme abgegeben.

Trump plante für Sonntag fünf und für Montag weitere vier Auftritte in Iowa, Minnesota, Michigan, Pennsylvania, Virginia, Florida, North Carolina und New Hampshire. Der Milliardär wandte sich am Samstag erstmals über die wöchentliche Radioansprache seiner Partei an die Wählerschaft. Er warb darin um die Stimmen der Zuhörer, um "dieses kaputte System endlich zu verändern und Amerika wieder groß zu machen".

Clinton wirkte nach einem Kundgebungsmarathon in Florida etwas angeschlagen. Bei einer Rede war sie heiser und nur noch schwer zu verstehen, als sie am Ende leidenschaftlich ausrief: "Ich möchte eine Präsidentin für alle sein, lasst uns loslegen und für unser Land stimmen." Am Montagabend will die frühere First Lady gemeinsam mit ihrem Mann, Ex-Präsident Bill Clinton, Obama und seiner Ehefrau Michelle einen Auftritt absolvieren.

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