Versteckte Gefahr: Mehr Schlaganfälle bei Jüngeren

Ärzte vermuten Verbindung zu Corona

Versteckte Gefahr: Mehr Schlaganfälle bei Jüngeren

Seit Wochen beobachten Experten, dass SARS-CoV-2 nicht nur erheblich die Lunge angreift, sondern auch andere Organe - wie zum Beispiel das Gehirn.

Die Lage in der von der Corona-Pandemie besonders betroffenen Metropole New York scheint sich zu bessern. Seit fast einer Woche liegt die Zahl der Toten unter 500 pro Tag. In den Hochzeiten gab es täglich knapp 800 Opfer. Insgesamt starben in dem Bundesstaat bisher mehr als 16.000 Menschen an Covid-19.

Nun machten aber hiesige Ärzte eine schauderhafte Beobachtung. Während Menschen in den 30ern und 40ern ohne Vorerkrankungen nicht zur Risikogruppe zählen, verzeichneten sie bei ihnen einen Anstieg an Schlaganfallpatienten. Dabei beträgt das Durchschnittsalter 74. Allein im Mount Sinai Krankenhaus in Manhattan habe sich die Zahl der Patienten mit Aneurysmen in den drei Wochen der Coronakrise verdoppelt. Viele Mediziner gehen nun davon aus, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Coronavirus und dieser Entwicklung geben könnte.

Seit Wochen beobachten Experten, dass sich SARS-CoV-2 nicht nur erheblich auf die Lunge auswirken kann, sondern auch auf andere Organe - so unter Umständen auch auf das Gehirn. Viele Forscher vermuten, dass es vor allem mit der Blutgerinnung zusammenhängt. So könnte das Virus zu Gerinnseln führen, die anschließend zu einem schweren Schlaganfall führen können. Robert Stevens, ein Arzt im Johns Hopkins Krankenhaus in Baltimore hatte bereits solche Fälle. "Auch wir haben uns um Covid-Patienten in ihren 30ern gekümmert, die einen Schlaganfall erlitten haben und das war sehr überraschend", wird er in der "Washington Post" zitiert. 

Auch die Neurologin Sherry H-Y Chou von der Universität Pittsburgh hat sich damit bereits beschäftigt. Laut ihr gibt es eine essentielle Frage zu klären: "Verletzt dein Immunsystem im Körper während dem Kampf gegen das Virus, dein Hirn?"

Andere wundern sich, warum es ausgerechnet jüngere Menschen betrifft und fragen, ob es daran liegt, dass sie resistenter gegenüber dem Angriff auf die Lunge seien, währenddessen aber andere Probleme entwickeln.

Noch gibt es keinerlei gesicherte Kenntnisse über einen tatsächlichen Zusammenhang zwischen dem Virus und Schlaganfällen, allerdings soll Die bisher aufgetauchten Fälle, sind zwar prozentual minimal, dennoch wollen nun erstmals drei große US-Kliniken ihre Daten zu diesem Phänomen veröffentlichen.

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