29 Festnahmen bei Neonazi-Aufmärschen und Gegendemos

Großaufgebot der Polizei

29 Festnahmen bei Neonazi-Aufmärschen und Gegendemos

Bei rechtsextremen Aufmärschen zum Todestag des einstigen Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß und mehreren Gegendemonstrationen hat die Polizei am Samstag in Berlin 29 Menschen vorläufig festgenommen. Sechs Polizistinnen und Polizisten wurden nach Polizeiangaben vom Sonntag bei den Einsätzen verletzt, die sich auf die Stadtteile Spandau und Friedrichshain konzentrierten.
 
Die Polizei leitete insgesamt 45 Ermittlungsverfahren ein. Wegen Gegendemonstrationen sagten Rechtsextreme einen geplanten Aufmarsch in Berlin-Spandau ab und wichen in den Osten der Stadt aus. An einer Gegendemonstration in Spandau beteiligten sich mehr als 1.000 Menschen, im Anschluss fand dort ein Demokratiefest mit tausenden Teilnehmern statt.
 

Neonazis versammelten sich im Osten

Einige Neonazis fuhren nach der Absage der Spandauer Kundgebung in den Stadtteil Friedrichshain, wo ebenfalls eine Demonstration von Rechtsextremen angemeldet war. An der dortigen rechten Kundgebung und an der Gegendemonstration nahmen laut Polizei jeweils zwischen 400 und 800 Menschen teil.
 
Auf der Internetseite der Initiative Berlin gegen Nazis hieß es, Rechtsextreme hätten aus dem Demonstrationszug heraus Gegendemonstranten angegriffen. Die Polizei ging nach eigenen Angaben gegen Flaschen- und Steinwürfe von Gegendemonstranten vor.
 

Sitzblockaden gegen Rechte

Um die rechten Demonstranten aufzuhalten, versammelten sich die Gegendemonstranten zu Sitzblockaden, die meisten Teilnehmer gingen aber auf Aufforderung der Polizei zur Seite. Nur vereinzelt hätten Teilnehmer von der Polizei "beiseite gehoben" werden müssen, sagte ein Polizeisprecher. Wegen der Kundgebungen war die Berliner Polizei mit einem Großaufgebot von insgesamt 2.300 Beamten im Einsatz.
 
Die Gegenkundgebung in Spandau war vom Berliner Bündnis gegen Rechts organisiert worden, an dem zahlreiche Organisationen beteiligt sind. "Wir wollen zeigen, dass wir zu einer ehrlichen Erinnerungskultur stehen und die Verantwortung übernehmen, dass sich die Gräuel der Diktatur des Nationalsozialismus nicht wiederholen. Für eine solche demokratische Gesellschaft stehen wir ein", hieß es in dem Aufruf.
 
Unterstützt wurde dieser unter anderem von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller und von Familienministerin Franziska Giffey (beide SPD) sowie von Grünen, Linkspartei, CDU und SPD, außerdem Kirchen und Gewerkschaften. Müller und Giffey warben für ein tolerantes Berlin und "eine Gesellschaft ohne Hass und Hetze".
 
Heß war im Kriegsverbrechergefängnis der Alliierten in Berlin-Spandau inhaftiert gewesen. Am 17. August 1987 beging er dort Selbstmord.
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