Der Anästesie-Arzt Mario Riccio (re.) ist sich keiner Schuld bewusst: "Was für ein Sinn hatte es, Welby weiter leiden zu lassen?" (c)AP

Italien

Ärztekammer sprach Sterbehilfe-Arzt frei

Die Ärztekammer der norditalienischen Stadt Cremona hat am Donnerstag einstimmig beschlossen, den Anästhesie-Arzt Mario Ricci freizusprechen, der im Dezember dem Sterbehilfe-Vorkämpfer Piergiorgio Welby das Beatmungsgerät abgeschaltet hatte.

Der Präsident der Ärztekammer von Cremona, Andrea Bianchi, hatte in den vergangenen Tagen Riccio mehrere Stunden lang zum Fall befragt. "Wir haben die ärztlichen Befunde zum Fall Welby genau überprüft. Wir sind zum Schluss gekommen, dass Riccio einwandfrei gehandelt hat", erklärte Bianchi.

Der Freispruch Riccios werfe neue Fragen auf. "Es ist absolut notwendig, dass das Parlament ein Gesetz über die Sterbehilfe verabschiedet. Die Ärzte können nicht allein gelassen werden", sagte Bianchi.

Riccio hatte eigenen Angaben zufolge am 20. Dezember Welbys Willen zu sterben erfüllt und ihm die für einen schmerzlosen Tod benötigten Medikamente verabreicht. Trotz des Freispruchs der Ärztekammer drohen Riccio weitere Probleme mit der Justiz. Auch die römische Staatsanwaltschaft hatte nach Welbys Tod Ermittlungen gegen den Arzt aus Cremona in die Wege geleitet.

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