Agnelli-Tochter klagt auf höheres Erbe

Fiat-Imperium

Agnelli-Tochter klagt auf höheres Erbe

2003 starb der ehemalige Fiat-Chef Gianni Agnelli. Jetzt beginnt der Prozess, den seine Tochter angestrangt hat: Sie will wissen, wie hoch das Vermögen ist.

Vor einem Zivilgericht in Turin hat am Donnerstag ein Prozess begonnen, um festzustellen, wie hoch das Vermögen des 2003 verstorbenen Patriarchen und ehemaligen Chefs der Autogruppe Fiat, Gianni Agnelli, ist. Das Verfahren wurde unter dem Druck von Agnellis einziger Tochter, Margherita Agnelli de Pahlen, eingeleitet, die schon mehrere Vertraute ihres Vaters geklagt hat. Sie behauptet, niemand habe sie jemals darüber aufgeklärt, wie hoch das Privatvermögen des Fiat-Patriarchen gewesen sei. Stattdessen habe man sie womöglich nur mit einem Bruchteil des Erbes abgespeist.

Nicht vor Gericht erschienen
Margherita Agnelli erschien am Donnerstag nicht vor Gericht. Ihre Rechtsanwalt, Girolamo Abbatescianni, erklärte, ihre Mandantin verlange Klarheit über das Vermögen ihres Vaters in Italien und im Ausland. "Das Vermögen in Italien ist entsprechend den Regeln aufgeteilt worden. Wir wollen jedoch etwas über Agnellis Besitztümer im Ausland erfahren", meinte der Rechtsanwalt.

Margherita ist das einzige noch lebende Kind aus der Ehe zwischen Gianni Agnelli und seiner Ehefrau Marella. Beide Frauen unterzeichneten 2004 einen Erbschaftsvertrag, den Margherita nun in Zweifel zieht. Sie soll damals geschätzte 109 Mio. Euro sowie Immobilien für etwa 40 Mio. Euro erhalten haben. Margherita Agnelli de Pahlen vermutet größere versteckte Geldsummen, die eigentlich den Erben und damit auch ihr zustünden. Das Gesamtvermögen der Agnelli-Familie wird auf etwa drei Mrd. Euro geschätzt.

Vermögensverwalter unter Beschuss
Margherita Agnelli wirft den Vermögensverwaltern Franzo Grande Stevens, Gianluigi Gabetti und Sigfrid Maron vor, noch immer keine komplette Auflistung des Agnelli-Vermögens vorgelegt zu haben. "Sie waren mehrmals - auch schriftlich - zu einer solchen Aufstellung aufgefordert worden, was aber immer abgelehnt wurde, so dass es der Erbin unmöglich ist, sich ein Bild vom persönlichen Gesamtvermögen Gianni Agnellis zu machen", erklärten die Anwälte.

Daraufhin wies Marella Agnelli - die 80-jährige Witwe Gianni Agnellis - die Vorwürfe ihrer Tochter öffentlich zurück. In einem Brief betonte sie, dass Margherita "zahlreiche Unwahrheiten" gesagt habe, die "einer für mich traurigen und schmerzhaften Angelegenheit Bitterkeit hinzufügen".

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