62 tote Kinder bei Kälte in Pakistan

Hungersnot

62 tote Kinder bei Kälte in Pakistan

Nach dem Tod von Dutzenden Kindern im Süden Pakistans hat das Oberste Gericht des Landes die Behörden angewiesen, bis kommenden Montag einen Aktionsplan gegen die dort herrschende Hungersnot vorzulegen. Das Land und seine Regierung müssten sich für ihre monatelange Untätigkeit "schämen", sagte der Oberste Richter Tassaduq Hussain Jillani am Montag bei einer Anhörung zu der Lage in dem Gebiet.

Ungewöhnliche Kälte:
Medienberichte über den Tod von unzähligen Kindern in der Thar-Wüste hatten vergangene Woche das Land aufgeschreckt. Mindestens 62 Kinder seien in den vergangenen drei Monaten gestorben, tausende weitere Menschen hungerten, teilte der Innenminister der Provinz Sindh, Mumtaz Ali Shah, nun dem Obersten Gericht mit. Grund für den Tod sei die ungewöhnliche Kälte in der Region, sagte Shah. Viele Wüstenbewohner hätten dadurch Lungenentzündungen bekommen, die aber wegen der schlechten Gesundheitsversorgung in dem Gebiet nur unzureichend behandelt werden konnten.

Der Generalstaatsanwalt der Provinz, Fateh Malik, warf den Medien vor, die Situation zu übertreiben. Katastrophen seien in dem verarmten Gebiet normal, sagte er. Nach seinen Angaben verteilten die Behörden inzwischen 120.000 Lebensmittel-Säcke an die Bedürftigen. Zudem hätten die Familien der Opfer umgerechnet rund 1.400 Euro Entschädigung erhalten.

Regierungschef Nawaz Sharif und Bilawal Bhutto-Zardari, dessen Pakistanische Volkspartei in der Provinz an der Macht ist, besuchten am Montag die Region. Die Wüstenbewohner leben weitgehend isoliert in ärmlichen Verhältnissen. Eine Dürre hatte im Jahr 2000 rund 90 Prozent des Viehbestands vernichtet, der Haupteinnahmequelle der Region.

Diesen Artikel teilen:

Posten Sie Ihre Meinung

Kommentare ausblenden

Anzeigen

Werbung

Jetzt Live
Diese Videos könnten Sie auch interessieren
Wiederholen
Jetzt NEU

oe24.TV im Livestream: 24 Stunden News!

Live auf oe24.TV 1 / 9

Top Gelesen 1 / 5

Diese Website verwendet Cookies
Cookies dienen der Benutzerführung und der Webanalyse und helfen dabei, die Funktionalität der Website zu verbessern, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Nähere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Impressum  
Es gibt neue Nachrichten