Rebellenchef fürchtet Massaker in Tripolis

Libyen

Rebellenchef fürchtet Massaker in Tripolis

Regime-gegner erobern Ölraffinerie in Zawiyah sowie die Städte Garyan und Morsuk.

Die libyschen Rebellen sind am Donnerstag weiter auf dem Vormarsch. Am Donnerstag haben Rebellenkämpfer die Ölraffinerie in der Hafenstadt Zawiyah rund 50 Kilometer westlich von Tripolis sowie die Stadt Garyan rund 80 Kilometer im Süden der Hauptstadt eingenommen, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. Zuvor eroberten die Rebellen laut eigenen Angaben am Mittwochnachmittag die strategisch wichtige Stadt Morsuk (Murzuq) im Südwesten des Landes.

Auf dem Hauptplatz der Stadt Garyan wehte am Donnerstag die rot-grün-schwarze Revolutionsflagge, so ein Reuters-Reporter. Ein T-34-Panzer der Rebellen und Luftabwehrgeschütze seien auf dem Platz positioniert. Die Truppen des Gaddafi-Regimes hätten sich nach mehrtägigen Kämpfen aus der Stadt zurückgezogen, die auf der Straße nach Tripolis liegt.

Zuvor waren laut Rebellenangaben vom Donnerstag Kämpfer in die Sahara-Stadt Morsuk eingerückt. Nach einem einstündigen, heftigen Gefecht habe die Rebellentruppe die Kontrolle über die Stadt und die dortige Garnison übernommen. Bei den Kämpfen seien rund ein Dutzend Soldaten getötet und fünf Offiziere der Gaddafi-Truppen festgenommen worden, darunter ein General der libyschen Armee. Die Gegend um Morsuk galt zuvor als Hochburg der Gaddafi-Anhänger.

Rebellenchef Mustafa Abdel Jalil befürchtet unterdessen ein Massaker in der Hauptstadt Tripolis. "Die Schlinge zieht sich um Tripolis zusammen", sagte der Präsident des Übergangsrates der Aufständischen am Donnerstag laut der arabischsprachigen Londoner Zeitung "Al-Sharq Al-Awsat". Da Gaddafi sich angesichts des Vormarsches der Rebellen weigere, sich zurückzuziehen, befürchte er ein "wahres Gemetzel" in der Stadt, sagte Jalil.
 

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