17. August 2019 08:48
"Die Personen an Bord sind Engel"
Richard Gere: Migranten auf "Open Arms" an Land gehen lassen
Die Sizilianische Staatsanwaltschaft ermittelt wegen mutmaßlicher Freiheitsberaubung.
Richard Gere: Migranten auf "Open Arms" an Land gehen lassen
© apa
Rom. Hollywoodstar Richard Gere, der vergangene Woche das seit zwei Wochen auf dem Mittelmeer blockierte Rettungsschiff "Open Arms" besucht und zu Unterstützung für die Seenotretter aufgerufen hatte, hat erneut appelliert, dass die Migranten an Bord an Land gehen dürfen. "Die Personen an Bord sind Engel", sagte der Schauspieler im Interview mit dem TV-Sender Sky am Freitagabend.
 
"Die Migranten haben Tragödien und Dramen überlebt, um die Schiffe zu erreichen. Es handelt sich um außerordentlich starke und noble Personen", betonte der 69-Jährige. Er lobte auch den Einsatz der Crew an Bord der "Open Arms", die sich vor der italienischen Insel Lampedusa befindet. Die Helfer hätten ihr Leben hintangestellt, um anderen Menschen zu helfen. "Es sind außerordentliche Personen. Sie brauchen unsere finanzielle, seelische und rechtliche Unterstützung", sagte Gere in seinem Appell.
 
Die sizilianische Staatsanwaltschaft leitete indes eine Untersuchung wegen mutmaßlicher Freiheitsberaubung in Zusammenhang mit den über 130 Migranten an Bord der "Open Arms" ein. Die Ermittlungen laufen noch gegen unbekannt. In der Vergangenheit hatten die sizilianischen Justizbehörden bei ähnlichen Fällen Ermittlungen gegen Italiens Innenminister Matteo Salvini aufgenommen, der seit seinem Amtsantritt vor 14 Monaten einen rigorosen Einwanderungskurs fährt und unterbinden will, dass Rettungsschiffe von NGOs in italienische Häfen einfahren. "Ich gebe nicht auf und verteidige Italien und die Italiener", reagierte Salvini auf Twitter.
 
Indes ernannte das Jugendgericht in Palermo einen Vormund für die Minderjährigen an Bord des Schiffes. "Das ist ein wichtiger Schritt. Die Minderjährigen müssen sofort an Land gehen", forderte die spanische NGO Proactiva Open Arms, die Betreiberin des Schiffes, auf Twitter.