USA: Explosion hatte mit russischem Marschflugkörperprogramm zu tun

"Radioaktive Elemente beteiligt"

USA: Explosion hatte mit russischem Marschflugkörperprogramm zu tun

Washington/Moskau. Die tödliche Explosion auf einem russischen Militärgelände hat nach US-Einschätzung mit dem russischen Programm zur Entwicklung von Hyperschall-Marschflugkörpern zu tun. Die Regierung in Washington sei zu diesem Zeitpunkt nicht bereit zu sagen, ob es sich um eine Atomexplosion gehandelt habe, hieß es am Dienstag in US-Regierungskreisen. Es seien aber wohl radioaktive Elemente beteiligt gewesen.
 
Die Explosion bedeute womöglich einen bedeutenden Rückschlag für das Raketenprogramm. Es sei unklar, ob die Detonation durch ein Problem beim Start ausgelöst wurde. Russlands Bemühungen zur Entwicklung von Hyperschall-Waffen nährten Zweifel, ob das New-Start-Abkommen um weitere fünf Jahre verlängert werden sollte, hieß es in US-Regierungskreisen.
 
Die Vereinbarung ist nach dem Aus für das INF-Abkommen der letzte verbleibende Atomwaffen-Abrüstungsvertrag zwischen Russland und den USA. Werden die beiden Länder nicht tätig, läuft er Anfang 2021 aus. Der New-Start-Vertrag wurde 2010 in Prag unterzeichnet und trat 2011 in Kraft. Er begrenzt die Zahl der einsatzbereiten strategischen Atomsprengköpfe auf 1550 und die Zahl der Trägersysteme auf 800.
 
Bei der Explosion auf dem Raketen-Testgelände vor knapp einer Woche waren fünf Menschen getötet worden. In der nahe gelegenen Stadt Sewerodwinsk erhöhte sich die Radioaktivität nach Behördenangaben danach drastisch. Die Strahlung sei an dem Tag um das vier- bis 16-fache angestiegen, teilte die staatliche Wetter-Behörde der Nachrichtenagentur Tass zufolge mit. Laut der Nachrichtenagentur Interfax haben russische Behörden den Bewohnern des Dorfes Njonoksa in der Region empfohlen, ab Mittwoch ihren Wohnort zu verlassen. Dies wurde mit nötigen Maßnahmen des Militärs begründet.
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