Wiener Kurdenmord-Anführer im Irak gefasst
Wiener Kurdenmord-Anführer im Irak gefasst

Nach 18 Jahren

Wiener Kurdenmord-Anführer im Irak gefasst

Ein Hauptverantwortlicher für den Mord an drei iranisch-kurdischen Oppositionellen 1989 in Wien ist eventuell im Irak festgenommen worden.

Der mutmaßliche Anführer des Wiener Terrorkommandos von 1989, Mohammad Jafari-Sahroudi, sei einer von den fünf Iranern, die in der vergangenen Woche in der nordirakischen Stadt Arbil (Erbil) von US-Truppen festgenommen worden waren, berichtete das Ö1-Mittagsjournal am Dienstag. Weder das Außenministerium noch das Justizministerium haben die Festnahme Jafari-Sahroudis bisher bestätigt.

Derzeit noch unbestätigt
Ein Sprecher von Justizministerin Maria Berger sagte, bei der Information über die Festnahme handle es sich derzeit "nur um Gerüchte, die noch nicht bestätigt sind". Sollte sich dies aber bestätigen, würde das Justizministeriums "sehr ernsthaft" einen Auslieferungsantrag erwägen. Gegen die drei mutmaßlichen Attentäter, darunter auch Jafari-Sahroudi, besteht ein internationaler Haftbefehl.

Unklar ist derzeit auch, ob der angeblich festgenommene hochrangige Funktionär der iranischen Revolutionsgarden in amerikanischem oder irakischem Gewahrsam ist.

Mörder reisten ungehindert aus
Bei dem Mordanschlag am 13. Juli 1989 waren in einer Wiener Privatwohnung der Chef der Kurdischen Demokratischen Partei/Iran, Abdul Rahman Ghassemlou, mit seinem Stellvertreter Abdullah Ghaderi-Azar und dem in Österreich eingebürgerten Kurden Fadel Rasoul ermordet worden. Die Tat geschah bei einem Geheimtreffen mit Emissären des Teheraner Regimes. Die Tatverdächtigen tauchten in der iranischen Botschaft unter und konnten nach massiven Interventionen ihrer Regierung unbehelligt aus Österreich ausreisen.

Spannung zwischen USA und Iran
Die Festnahme der fünf Iraner nach einer Razzia in Arbil hatte in den vergangenen Tagen zu Spannungen zwischen den USA und dem Iran geführt. Die USA beschuldigten die Iraner, zu den Revolutionsgarden zu gehören und Aufständische im Irak zu unterstützen. Der Iran behauptet, die fünf seien Diplomaten, bei dem gestürmten Gebäude habe es sich um ein Konsulat gehandelt.

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