Das Endergebnis der Wien-Wahl

Wie stark werden SPÖ & ÖVP?

Die Wien-Wahl im finalen Härte-Check

ÖSTERREICH beantwortet die wichtigsten Fragen zur Wien-Wahl.

Wien. ÖSTEREICH beantwortet Ihnen die wichtigsten Fragen: Der große Parteien-Check zur Wien-Wahl.
 

1. Wie stark wird die SPÖ am Sonntag wirklich?

Glaubt man VP-Kreisen, könnte die SPÖ von Michael Ludwig bei der Gemeinderatswahl am Sonntag gar die absolute Mandatsmehrheit einfahren. Glaubt man SPÖ-Kreisen, würde die SPÖ in etwa ihr Ergebnis der letzten Wahl 2015 (39 %) halten. Die einen haben ein Interesse am Übertreiben, die anderen am Untertreiben. In Umfragen liegen die Roten bei guten 42 %. Überraschungen sind noch drinnen.
 

2. Wird sich die ÖVP verdoppeln?

Die ÖVP sagt: nie und nimmer. Die übrigen Parteien prophezeien den Türkisen mehr als das Doppelte vom letzten Mal. 2015 erreichte die ÖVP freilich lediglich neun Prozent. In Umfragen liegen die Türkisen zwischen 18 und 20 Prozent. Entscheidend wird, wie ­viele FPÖ-Wähler sie ansprechen können.
 

3. Schafft FPÖ trotz Verlusten Platz 3?

2015 schafften die Blauen in Wien noch 31 Prozent. Nach ihrer Dauerkrise und der Abspaltung von Heinz-Christian Strache haben sie ihr Wahlziel auf 15 Prozent gelegt. Bei der Nationalratswahl 2019 schafften sie in Wien 12 Prozent. Die 10-Prozent-Marke wird intern jedenfalls als Schmerzgrenze definiert. Landet man vor den Grünen auf Platz 3, wäre es ein Erfolg.
 

4. Liegen Grüne in Wien unter 15 Prozent?

2015 schafften die Stadt-Grünen nur schwache 12 Prozent. Bei der Nationalratswahl lagen sie in Wien bei knapp 20 %. Jetzt hoffen sie in Wien auf 15. Droht der Absturz hinter die FPÖ?
 

5. Wie viel schaffen die Pinken?

Die Neos schafften 2015 knapp über sechs Prozent. In Umfragen liegen sie bei sieben Prozent. Neos-Spitzenkandidat Christoph Wiederkehr war vor dem Wahlkampf gänzlich unbekannt, schlug sich aber besser als vermutet. Die Neos wollen frustrierte VP- und Grün-Wähler ansprechen. Ob ihnen das gelingt?
 

6. Schafft Strache den Einzug?

Meinungsforscher trauen sich keine Prognosen zu Heinz-Christian Strache zu. Zum einen hat er eine Skandalserie hingelegt, die nicht vergleichbar ist, zum anderen sei er aber ein geübter Wahlkämpfer. Für ihn könnte es aufgrund der vielen Briefwähler bis Dienstag eine Zitterpartie werden.
 

7. Drückt die Pandemie die Wahlbeteiligung?

Aufgrund der Rekord-Briefwähler geht man nicht von einer stark sinkenden Wahlbeteiligung aus.
 

8. Was bedeuten die vielen Briefwähler?

30 Prozent der Wähler haben Briefkarten beantragt. Damit könnten die Ergebnisse erst am Montag oder gar Dienstag klar sein.
 

9. Was bedeutet die Wahl für Parteien?

In der FPÖ könnte sie eine Obmanndebatte auslösen. Für Strache entscheidet sie das Polit-Schicksal. Auch den Grünen droht eine Richtungsdiskussion.
 

10. Ist die Wahl Corona-Sicher?

Ja. Alle Schutzmaßnahmen – Masken, Abstand – sind vorbereitet.
 
 

Wahlkarten: Spannung bis Dienstag

Corona hält heuer mehr als 340.000 Wähler vom Weg in das Wahllokal ab.
 
© APA/ROLAND SCHLAGER
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Wien. Gestern endete die Antragsfrist auf eine Wahlkarte per Post. Schon am Dienstag stand aber fest, dass mit 340.000 beantragten Wahlkarten ein Rekord erreicht wurde. 2015 waren es nur rund 203.000. Der hohe Briefwähleranteil – er liegt bei rund 30 Prozent – wird dafür verantwortlich sein, dass das Endergebnis heuer deutliche später bekannt sein wird als sonst. In der der Wahlbehörde wird mit Dienstag gerechnet.
 
Auch die Hochrechnungen am Wahlabend der Wien-Wahl am 11. Oktober dürften mit größeren Unsicherheiten behaftet sein als gewohnt.
 
Trotzdem wird damit gerechnet, dass das vorläufige Gesamtergebnis drei Stunden nach Wahlschluss, also um etwa 20 Uhr, bekannt gegeben werden dürfte.
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