Entrepreneurship
Österreichs Start-ups treiben Innovation und Nachhaltigkeit voran
27.03.2026Mit Technologie, Innovationsgeist und nachhaltigen Ansätzen prägen junge Unternehmen die österreichische Wirtschaft neu. In einem Land, das sowohl für traditionelle Handwerkskunst als auch für moderne Technologien bekannt ist, entstehen Start-ups, die wegweisende Ideen für die Zukunft entwickeln.
Die Unternehmensneugründungen befinden sich laut den Zahlen der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) auf einem Rekordhoch. Österreichweit gab es 2025 rund 40.000 Neugründungen – die „Gründerwelle“ wird getragen von Optimismus, jungen Menschen und Frauen. Wien positionierte sich auch im vergangenen Jahr als Spitzenreiter mit einem Zuwachs von 9,2 Prozent – 10.995 Neugründungen (gegenüber 10.072 im Jahr 2024), was einen neuen Rekord darstellt.
Laut Wirtschaftskammer Wien generieren die frisch gegründeten Unternehmen direkt eine Wertschöpfung von 895,8 Millionen Euro, das entspricht 0,84 % der gesamten Wirtschaftsleistung der Stadt. Berücksichtigt man die vor- und nachgelagerten Bereiche, steigt der Gesamteffekt auf rund 1,5 Milliarden Euro. Die neuen Unternehmen schaffen zudem etwa 13.000 Arbeitsplätze und leisten rund 632 Millionen Euro an Steuern und Abgaben.
Rekord bei Neugründungen in Niederösterreich
Ein noch größeres Plus verzeichnet Niederösterreich – ebenfalls mit Rekordwert: Mit einer Steigerung von rund elf Prozent landete das Bundesland bei 7.321 Neugründungen im Vorjahr. Das Durchschnittsalter der Unternehmensgründer in Niederösterreich liegt bei 37,3 Jahren. Die Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ) nennt zudem den genauen Frauenanteil bei Neugründungen: 46,3 Prozent.
Start-ups denken Energie und Weltraum neu
Innovation entsteht oft dort, wo Frustration auf Vision trifft. Zwei österreichische Unternehmen zeigen exemplarisch, wie aus Herausforderungen zukunftsweisende Geschäftsmodelle werden – von der Energiewende bis zur Raumfahrt. Mit technologischer Innovationskraft und unternehmerischem Mut treiben sie nachhaltige Lösungen voran und positionieren sich erfolgreich in internationalen Zukunftsmärkten.
Hinter der Plattform eFriends stehen Matthias Katt und Klara Dimmel, die eine klare Vision verfolgen: Energie gemeinschaftlich, nachhaltig und effizient nutzbar zu machen. Entstanden aus der Unzufriedenheit über bürokratische Hürden der Energiewende, hat sich das Unternehmen zu einer der führenden Ökostrom-Plattformen entwickelt.
Das Besondere: eFriends ermöglicht es erstmals, Strom in Echtzeit direkt zwischen Nutzerinnen und Nutzern zu teilen. Damit wird Solarenergie nicht nur erzeugt, sondern auch intelligent verteilt. Die Plattform verbindet technologische Innovation mit einfacher Anwendung im Alltag – ein entscheidender Schritt, um die Energiewende greifbar zu machen. Gleichzeitig gibt sie insbesondere jüngeren Generationen eine aktive Rolle in der Gestaltung einer fairen und nachhaltigen Energiezukunft.
Einen ganz anderen, aber ebenso zukunftsweisenden Weg schlägt Gate Space ein. Das in Niederösterreich gegründete Unternehmen von Moritz Novak widmet sich zentralen Herausforderungen der modernen Raumfahrt. Im Fokus steht die Frage, wie Satelliten im All länger nutzbar gemacht werden können. Gate Space entwickelt dafür spezialisierte Antriebssysteme, die es Satelliten ermöglichen, im Orbit präzise zu manövrieren, anzudocken und sogar betankt zu werden. Diese Technologie verlängert nicht nur die Lebensdauer bestehender Satelliten, sondern reduziert auch Weltraumschrott – ein wachsendes Problem der Branche. Als Teil eines Großprojekts der Europäischen Weltraumagentur liefert Gate Space eine Schlüsseltechnologie für nachhaltigere Raumfahrt. Das Unternehmen zeigt eindrucksvoll, wie aus wissenschaftlicher Forschung ein international wettbewerbsfähiges Hightech-Unternehmen entstehen kann.
Ob Energiewende auf der Erde oder nachhaltige Lösungen im All – beide Unternehmen stehen für eine neue Generation von Innovationen „Made in Austria“, die ökologische Verantwortung und wirtschaftliches Potenzial erfolgreich verbinden.
Effiziente und nachhaltige Geschäftsmodelle
Wer heute gründet, denkt oft in Nischen – und das mit Erfolg. Ob nachhaltige Lebensmittel, Zero-Waste-Konzepte oder ressourcenschonende Technologien im Photovoltaik- oder IT-Bereich: Österreichs Start-ups verstehen es, ökologische Verantwortung mit wirtschaftlicher Effizienz zu verbinden. Dabei entsteht nicht nur unternehmerischer Erfolg, sondern auch ein aktiver Beitrag zu Klima- und Umweltschutz. Kreativität, Mut zur Lücke und der Wille, Dinge besser zu machen, treiben diese junge Szene an.
Die neue Generation in Familienunternehmen
Auch in traditionellen Branchen bleibt der Wandel nicht aus. Immer mehr Jungunternehmer übernehmen Betriebe, die seit Generationen bestehen, und führen sie mit neuen Ideen in die Zukunft. Eines von vielen Beispielen sind Nadine und Kerstin Schüller, die beiden Schwestern – sie zählen zu den erfolgreichsten und bekanntesten Winzerinnen in Niederösterreich. Gemeinsam mit ihrer Mutter führen sie seit 2015 das Weingut in Pillersdorf und verbinden dabei Tradition mit moderner Kellertechnik sowie klarer Arbeitsteilung. Die jungen Unternehmerinnen arbeiten mit höchstem Qualitätsanspruch und großem Respekt vor der Natur. Durch ihr Engagement und zahlreiche Auszeichnungen prägen sie die Weinlandschaft des Weinviertels maßgeblich und gelten als starke Vorbilder für weibliches Unternehmertum in der Region.
Motor für Wandel und Fortschritt
Start-ups sind nicht nur wirtschaftliche Hoffnungsträger, sondern vor allem Impulsgeber für eine bessere Zukunft. Sie schaffen Arbeitsplätze, fördern Nachhaltigkeit, stärken die Innovationskraft des Landes – und inspirieren eine ganze Generation, mutig zu träumen und entschlossen zu handeln. Mit ihren unkonventionellen Ansätzen, ihrem technologischen Know-how und einem feinen Gespür für gesellschaftliche Entwicklungen sind sie die echten Heldinnen und Helden von morgen.
Zahlen:
- Rund 40.000 Unternehmen wurden 2025 gegründet.
- 1,5 Milliarden Euro generierten die neu gegründeten Unternehmen in Wien.
- 46,3 % der Gründungen in NÖ entfallen auf Frauen.
Mit 10.995 Neugründungen im Jahr 2025 ist Wien erneut Österreichs Gründungshauptstadt. Um Start-ups beim Übergang vom Markteintritt zu kontinuierlichem Wachstum zu unterstützen, bietet die Wirtschaftsagentur Wien ab sofort ein neues Programm an: den Growth Navigator. Das Angebot richtet sich an bereits gegründete junge Unternehmen, die vor dem ersten Wachstumsschritt stehen. Mit dem Growth Navigator sollen Startups nicht nur punktuell gefördert, sondern strategisch, kontinuierlich und langfristig auf ihrem Wachstumspfad begleitet werden. Expertinnen und Experten stehen den Teilnehmenden dabei zur Seite, Strategien für höhere Umsätze zu entwickeln, Finanzierungen strategisch vorzubereiten, das Geschäftsmodell weiterzuentwickeln und interne Prozesse dauerhaft zu professionalisieren.