Tourismus & Freizeit
Österreichs Tourismus weiter auf Rekordkurs
27.03.2026Österreich verzeichnete im Kalenderjahr 2025 mit rund 157,3 Millionen Nächtigungen einen neuen Tourismus-Rekordwert, was einem Plus von 1,9 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Besonders der Städtetourismus war ein starker Wachstumstreiber mit 29,1 Millionen Nächtigungen.
Mit neuen Rekordwerten bei Nächtigungen und Gästeankünften, einer starken internationalen Nachfrage sowie wachsenden Städte- und Wintertourismussegmenten bestätigt das Jahr 2025 die hohe Wettbewerbsfähigkeit des österreichischen Tourismus. Die aktuellen Zahlen zeigen eine Branche, die trotz eines bereits sehr hohen Niveaus weiterhin wächst – und damit ein wichtiger Motor für Wertschöpfung und Beschäftigung in Österreich bleibt.
Der österreichische Tourismus bleibt ein zentraler Wachstumsmotor der Wirtschaft und setzt seinen Erfolgskurs fort. Im Jahr 2025 erreichte die Branche laut Statistik Austria mit rund 157,3 Millionen Nächtigungen und 48,2 Millionen Gästeankünften ein neues Allzeithoch. Damit übertraf der Sektor sogar das bisher stärkste Jahr 2024 und bestätigte seine Rolle als einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren des Landes.
Internationale Gäste treiben das Wachstum
Laut vorläufigen Ergebnissen der Statistik Austria stiegen die Nächtigungen gegenüber 2024 um 1,9 Prozent, während die Zahl der Gäste um 3,1 Prozent zunahm. Besonders bemerkenswert ist, dass die Marke von 150 Millionen Nächtigungen bereits zum dritten Mal in Folge überschritten wurde – ein klarer Beleg für die anhaltend hohe Attraktivität des österreichischen Tourismusstandorts.
Ein wesentlicher Wachstumstreiber waren internationale Gäste. Insgesamt entfielen 116,8 Millionen Nächtigungen auf Besucherinnen und Besucher aus dem Ausland, was einem Plus von 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Auch der Inlandstourismus entwickelte sich stabil: Die Nächtigungen von Gästen aus Österreich stiegen leicht auf 40,5 Millionen.
Mit einem Anteil von 74,3 Prozent an allen Nächtigungen bleiben internationale Gäste die tragende Säule des österreichischen Tourismus. Zu den wichtigsten Herkunftsmärkten zählen weiterhin Deutschland (58,55 Millionen Nächtigungen), die Niederlande (11,26 Millionen) sowie die Schweiz und Liechtenstein (4,34 Millionen).
Der österreichische Tourismus richtet sich strategisch neu aus: weg von der starken Abhängigkeit von Sommer- und Wintersaison, hin zu einer stabilen Nachfrage über das gesamte Jahr. Auf der ITB in Berlin stellte die Österreich Werbung gemeinsam mit den Regionen Salzkammergut und Saalfelden Leogang sowie den Esterhazy-Betrieben vor, wie dieser Wandel gelingen soll. „Ganzjahrestourismus ist für uns eine strategische Zukunftsfrage. Es geht darum, Wertschöpfung zu stabilisieren, Nachfrage besser zu verteilen und Österreich ganzjährig thematisch klar zu positionieren“, sagte Astrid Steharnig-Staudinger, CEO der Österreich Werbung.
Frühling und Herbst gewinnen an Bedeutung
Die Zahlen zeigen, dass sich der Trend bereits deutlich abzeichnet. 2025 war nicht nur das nächtigungsstärkste Jahr, sondern auch das ausgewogenste in der Tourismusgeschichte des Landes. Bereits 28,1 Prozent aller Nächtigungen entfielen auf die Monate April, Mai, September, Oktober und November. Auch auf der Nachfrageseite wächst das Interesse. Laut Sommerpotenzialstudie 2025 wollen 7,7 Millionen Menschen in den europäischen Kernmärkten Österreich bewusst außerhalb der klassischen Hauptsaison erleben. Zwei Drittel der europäischen Sommerplanerinnen und -planer ziehen Reisen im Frühling oder Herbst in Betracht. „Ganzjahrestourismus bringt Stabilität, Planbarkeit und Wertschöpfung für Betriebe, Regionen und den Arbeitsmarkt. Die Daten zeigen, dass Österreich hier bereits auf einem guten Weg ist“, so Steharnig-Staudinger.
Starker Sommer und dynamischer Winterauftakt
Besonders erfolgreich verlief die Sommersaison. Zwischen Mai und Oktober wurden 83,4 Millionen Nächtigungen registriert – ein deutlicher Beleg für die anhaltend hohe Nachfrage nach alpinen und urbanen Urlaubsdestinationen. Auch der Start in die Wintersaison 2025/26 zeigt eine dynamische Entwicklung. Bereits in den ersten beiden Monaten (November und Dezember 2025) wurden 19,67 Millionen Nächtigungen gezählt, ein kräftiges Wachstum von 8,1 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Zahl der Gäste stieg im selben Zeitraum auf 6,59 Millionen.
Der Dezember allein brachte mit 13,9 Millionen Nächtigungen ein besonders starkes Ergebnis. Vor allem internationale Gäste sorgten für zusätzliche Dynamik: Ihre Übernachtungen legten um 10,9 Prozent zu.
Salzkammergut setzt auf „365 Tage Authentizität“
Wie dieser Wandel konkret umgesetzt wird, zeigt das Salzkammergut. Die Region, traditionell stark als Sommerfrische-Destination bekannt, hat ihre touristische Strategie neu ausgerichtet. „Wir haben die Saison als Zeitmaßstab abgeschafft. Statt 100 Tagen Hochbetrieb setzen wir auf 365 Tage Authentizität“, erklärte Stefan Brandlehner, Geschäftsführer der Salzkammergut Tourismus Marketing GmbH. Ziel sei nicht die maximale Anzahl an Gästen, sondern ein hoher Erholungswert für Besucherinnen und Besucher. Neben dem etablierten „Salzkammergut Advent“ rückt daher zunehmend auch die Zeit zwischen Jahresbeginn und Ostern in den Fokus der Angebotsentwicklung.
Saalfelden Leogang denkt Tourismus neu
Auch die Region Saalfelden Leogang verabschiedet sich zunehmend von der klassischen Saisonlogik. Stattdessen setzt man auf eine ganzjährige Erlebnisstrategie. Zu den wichtigsten Säulen zählen der Skicircus Saalbach-Hinterglemm-Leogang-Fieberbrunn, der Nordic Park Saalfelden sowie ein breites Angebot im Bike-, Wander- und Kulturbereich. Eine zentrale Rolle spielt dabei der Epic Bikepark Leogang, der von Mai bis November geöffnet ist und als wichtiger Saisonverlängerer gilt.
Kultur als ganzjährigen Reiseanlass
Auch Kultur spielt eine immer wichtigere Rolle für den Ganzjahrestourismus. Die Esterhazy-Betriebe haben seit Bestehen ihrer Stiftungen mehr als 250 Millionen Euro in Kulturtourismus und regionale Infrastruktur investiert. „Unsere kulturellen Angebote schaffen das ganze Jahr über Reiseanlässe und sprechen unterschiedliche Zielgruppen an“, erklärte Manuel Resch, Director Tourismus, Kultur und Veranstaltungen bei Esterhazy. Festivals, Ausstellungen und historische Schauplätze sollen Besucherinnen und Besucher unabhängig von der Jahreszeit anziehen.
Tourismus vor strukturellen Herausforderungen
Trotz der starken Entwicklung der Branche zeigt der aktuelle Tourismusbericht auch mehrere strukturelle Herausforderungen auf. Drei Themen gelten dabei als besonders dringlich: Fachkräftemangel, Klimawandel und Tourismusakzeptanz. In allen drei Bereichen sieht der Bericht konkreten Handlungsbedarf, um die Wettbewerbsfähigkeit des österreichischen Tourismus langfristig zu sichern.
Handlungsbedarf Nr. 1: Fachkräftemangel im Tourismus
Der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften zählt weiterhin zu den größten Herausforderungen der Branche. Um dem entgegenzuwirken, empfiehlt der Bericht vor allem attraktivere Arbeitsbedingungen. Dazu gehören unter anderem der Ausbau von Ganzjahresarbeitsplätzen sowie flexiblere Arbeitszeitmodelle, die die Beschäftigung im Tourismus planbarer und langfristig attraktiver machen sollen. Darüber hinaus weist der Bericht auf bislang unzureichend genutzte Arbeitskräftepotenziale hin. So könnten etwa Frauen in ländlichen Regionen stärker in den Arbeitsmarkt integriert werden – häufig scheitert dies derzeit an unzureichenden Kinderbetreuungsangeboten. Auch ältere Beschäftigte gelten als wichtige Ressource, sofern Arbeitsplätze stärker altersgerecht gestaltet werden. Zusätzlich nennt der Bericht Asylwerberinnen und Asylwerber, die derzeit weitgehend vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen sind, als mögliches Potenzial zur Entlastung des Arbeitsmarktes.
Zahlen:
- 157,27 Millionen Nächtigungen verzeichnete Österreich – ein neuer Rekordwert!
- 48,2 Millionen Gästeankünfte – ein neues Allzeithoch!
- 100 Millionen Euro für Förderungen im Tourismus
Für Investitionen im österreichischen Tourismus steht ein neuer 100-Mio.-Euro-Finanzierungstopf bereit. Die Europäische Investitionsbank (EIB) und die Österreichische Hotel- und Tourismusbank (OeHT) stellen jeweils 50 Mio. Euro für Kredite bereit. Gefördert werden vor allem familiengeführte Betriebe, Qualitätsverbesserungen und nachhaltige Investitionen. „Die OeHT-Kredite, die an die Tourismusbetriebe rausgehen, wären ohne EIB unmöglich“, betont OeHT-Geschäftsführer Matthias Matzer. An nationalen Mitteln seien im abgelaufenen Jahr (lediglich) 21 Mio. Euro zur Verfügung gestanden. „Wir haben damit 540 Mio. Euro an Investitionen ausgelöst." 2025 habe es 337 Förderbewilligungen gegeben – hauptsächlich für Qualitäts- und Angebotsverbesserung, Mitarbeiterhäuser und „das Riesenthema“ Betriebsübernahmen.