„lunar quattro“

Kein Witz: Audi baut ein Mond-Auto

12.01.2016

Der Mond-Rover soll bereits 2017 für eine Mission ins All starten

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© Audi
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Wer hätte das gedacht? Während Audi derzeit vor allem mit seinen Neuheiten wie dem A4 Allroad oder dem voll digitalisierten und vernetzten Hightech-Cockpit für Schlagzeilen sorgt, hat der Ingolstädter Autobauer auch noch ein ganz anderes Produkt im Köcher. Konkret stellt sich Audi einer völlig neuen Herausforderung: Einer Mission zum Mond. Die noble VW-Tochter unterstützt die Berliner Ingenieurgruppe Part-Time Scientists beim Raumfahrtwettbewerb „Google Lunar XPRIZE“.

Mondauto „lunar quattro“
Dieser Wettbewerb richtet sich an Ingenieure und Unternehmer weltweit und ist mit zirka 30 Millionen US-Dollar dotiert. Audi steht der Mondexpedition mit Know-How (Allrad und E-Motoren) zur Seite – und dem Mondauto „lunar quattro“. Um zu gewinnen, muss ein Team, zu 90 Prozent aus privaten Quellen finanziert, ein automatisiertes Fahrzeug auf den Mond bringen. Das Reglement des Wettbewerbs verlangt, dass der Rover mindestens einen halben Kilometer Distanz auf dem Mond zurücklegt und hochaufgelöste Bilder und Videos zur Erde übermittelt. Weiterhin muss das Geländefahrzeug spätestens Ende 2017 an Bord einer Trägerrakete ins All starten.

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„lunar quattro“: Langsam, dafür beweglich und robust.

Technik
Der Mond-Rover, der gemeinsam mit Part-Time Scientists entwickelt wird, ist zum Großteil aus hochfestem Aluminium aufgebaut und wiegt 35 Kilogramm. Bei der Weiterentwicklung zum Audi lunar quattro soll dieses Gewicht durch den Einsatz von Magnesium und durch Änderungen in der Konstruktion weiter sinken, obwohl das Fahrzeug etwas größer werden durfte. Ein schwenkbares Solarpanel fängt das Sonnenlicht auf. Der Strom gelangt in eine Lithium-Ionen-Batterie, die vier Radnabenmotoren speist. Alle vier Räder lassen sich jeweils um 360 Grad drehen. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 3,6 km/h – viel wichtiger auf der Mondoberfläche sind aber ohnehin robuste Offroad-Qualitäten und die Fähigkeit zur sicheren Orientierung. Ein beweglicher Kopf an der Fahrzeugfront trägt zwei Stereokameras, die detaillierte 3D-Bilder aufzeichnen. Eine dritte Kamera dient zur Untersuchung von Materialien und generiert extrem hochaufgelöste Panoramen.

Auch Österreicher sind mit dabei
Gestartet war der Google Lunar XPRIZE mit 34 Teams, derzeit sind noch 16 Gruppen dabei. Das Team Part-Time Scientists entstand Ende 2008 auf Initiative von Robert Böhme, der als IT-Berater in Berlin arbeitet. Die Mehrzahl der momentan über 70 Teammitglieder kommt aus Deutschland und Österreich. Experten aus drei Kontinenten, darunter der ehemals leitende NASA-Mitarbeiter Jack Crenshaw aus Florida, verstärken die Gruppe. Zu ihren Unterstützern zählen neben Audi mehrere Forschungseinrichtungen und Hightech-Unternehmen, so etwa Nvidia, die Technische Universität Berlin, das Austrian Space Forum (OeWF) und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

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