Comeback der Gelände-Ikone

Das ist der völlig neue Land Rover Defender

10.09.2019

Nach drei Jahren Pause bekommen G-Klasse und Wrangler wieder einen echten Konkurrenten.

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© Land Rover
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Ende letzten Jahres hat Land Rover versprochen, den völlig neu entwickelten Defender 2019 vorzustellen. Und die Briten haben Wort gehalten. Auf der IAA in Frankfurt (Publikumstage 12. bis 22. September 2019) feiert die Gelände-Ikone ihr Comeback. Damit bekommen Mercedes G-Klasse und der Jeep Wrangler nach einigen Jahren Pause wieder einen würdigen Konkurrenten. Der letzte Defender lief 2016 vom Band. Zwischenzeitlich brachten die Briten anlässlich des 70. Geburtstags eine extrem spektakuläre V8-Variante auf den Markt. Doch mit dem Vorgänger hat der neue Defender keine einzige Schraube gemein.

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Design

An den Start geht zunächst der neue Defender 110 (4,75 m lang ohne Reserverad), dem in Kürze der kompakte Defender 90 (4,32 m lang ohne Reserverad) mit kürzerem Radstand folgt, ehe 2020 verschiedene Modellversionen für den gewerblichen Einsatz das Programm abrunden. Eine derartige Ikone, die seit mittlerweile 71 Jahren eines der Markenzeichen von Land Rover ist, muss auf den ersten Blick erkennbar sein. Das gilt auch für die neue Generation, auch wenn diese nun deutlich moderner wirkt. Zu den Wiedererkennungsmerkmalen zählen die charakteristische Silhouette mit sehr kurzen Überhängen an Front und Heck. Hinzu kommen typische Defender Details, wie die Alpine-Fenster im Dach oder die seitlich angeschlagene Hecktür samt außen angebrachtem Reserverad. Die Frontpartie kommt aufgrund der Anforderungen des Fußgängerschutzes etwas rundlicher daher. Hier stechen vor allem die neuen LED-Scheinwerfer ins Auge. Ihr rundes Tagfahrlicht sorgt für den bekannten Blick, auch wenn die Scheinwerfergehäuse nun eckig sind. Am Heck sind die LED-Leuchten leicht nach innen versetzt. Sie sitzen in einem schwarzen, vertikalen Band, das sich bis zum Dach hochzieht. Natürlich ist vorne und hinten ein massiver Unterfahrschutz an Bord. Denn der Defender ist kein Blender, sondern kann auch richtig hartes Gelände.

Geländegängigkeit

Und das ist auch ein absolutes Muss. Denn G-Klasse und Wrangler haben in ihren jüngsten Auflagen diesbezüglich ebenfalls nachgelegt. Da darf der Defender natürlich nicht nachstehen. Die kurzen Überhänge sorgen für hervorragende Böschungs- (vorne 38 Grad, hinten 40 Grad) und Rampenwinkel (28 Grad). Einen Leiterrahmen gibt es aber nicht mehr. Der neue Defender setzt auf eine besonders steife selbsttragende Karosserie. Diese bildet die Grundlage für die Einzelradaufhängung mit Luft- oder Schraubenfedern. Die vier Räder des Briten werden in gewohnter Manier permanent angetrieben, ein zweistufiges Verteilergetriebe soll das Vorwärtskommen auch unter schwierigen Verhältnissen sichern. Hinzu kommen ein sperrbares Mitteldifferenzial und als Option ein aktives Hinterachs-Sperrdifferenzial. Premiere feiert das konfigurierbare Terrain Response. Damit kann der Fahrer verschiedene Fahrzeugeinstellungen an die Umgebung oder seine eigenen Vorlieben anpassen. Mit einer maximalen Bodenfreiheit von 291 Millimetern und einer maximalen Wattiefe von 900 Millimeter durchpflügt der Defender selbst Flüsse. Passend dazu gibt es im Terrain Response ein sogenanntes Wat-Programm, das speziell auf das Durchqueren tiefer Wasserläufe abgestimmt ist. Eine weitere Neuheit kennen wir bereits vom neuen Discovery Sport  und Evoque 2: die Technologie ClearSight Ground View. Dieses System macht die Motorhaube quasi durchsichtig, denn Kameras übertragen Bilder vom Untergrund unmittelbar vor den Vorderrädern auf den Touchscreen im Armaturenbrett.

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Motoren und Fahrwerk

Die Triebwerke kennen wir ebenfalls bereits von anderen Konzernmodellen. Zunächst stehen Benziner und Diesel - teilweise inklusive Mild-Hybrid-Technologie - zur Verfügung. 2020 schiebt Land Rover dann noch einen Defender mit Plug-in Hybridantrieb (PHEV) nach. Den Anfang machen bei den Benzinern aber das Vierzylinderaggregat P300 (300 PS) und der vom Range Rover Sport bekannte Reihensechszylinder P400  (400 PS). Aufseiten des Diesels stehen die beiden Varianten D200 (200 PS) und D240 (240 PS) bereit. Die Kraft wird stets über ein Automatikgetriebe an alle vier Räder übertragen. Neben den verbesserten Kletterfähigkeiten verspricht Land Rover auch einen deutlich höheren Fahrkomfort. Mit dem neuen Defender soll man selbst auf der Autobahn völlig entspannt verreisen können.

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Moderne Zeiten im Cockpit

Im Cockpit ist es mit der Tradition weitestgehend vorbei. Hier haben die Briten ihre Ikone ohne Umwege ins neue Zeitalter gebeamt. Als erstes Modell aus dem Hause Land Rover hat er das neuentwickelte Infotainment-System Pivi Pro an Bord. Es ist über einen großen Touchscreen zu bedienen. Dabei sollen für häufig vorkommende Aufgaben nur wenige Schritte nötig sein. Vor dem Touchscreen prangt der weit oben angeordnete Automatikwählhebel sowie die Bedieneinheit für die Klimaanlage. Hinter dem vierspeichigen Multifunktionslenkrad sitzt ein virtuelles Kombiinstrument, das vom Fahrer ziemlich frei programmierbar ist. So hat man stets jene Anzeigen im Blick, die man aktuell benötigt. In der Mittelkonsole gibt es auf Wunsch eine induktive Ladeschale für Smartphones. Darüber hinaus ist der Geländewagen mit „Software-Over-The-Air“-Technologie (SOTA) bestückt. Dabei sind nicht weniger als 14 Einzelmodule in der Lage, wie bei einem Mobiltelefon, Software-Updates über das Netz zu beziehen. Die Downloads laufen beispielsweise auch nachts. Dank SOTA gelangen Aktualisierungen der Elektronik sofort ins Fahrzeug - ohne Notwendigkeit, eine Werkstatt aufsuchen zu müssen.

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Raumangebot und Fetzendach

Wie beim Vorgänger bietet Land Rover den neuen Defender 110 mit fünf, 5+2 oder sechs Sitzplätzen an. Dabei beträgt das Laderaumvolumen hinter der zweiten Sitzreihe maximal 1.075 Liter. Wird noch mehr Platz benötigt, kann durch Umklappen von Reihe 2 ein Lastenabteil mit satten 2.380 Liter Volumen geschaffen werden. Der in Kürze erscheinende Defender 90 wird mit bis zu sechs Sitzplätzen erhältlich sein. Zu den praktischen Tugenden zählen strapazierfähige gummierte Bodenbeläge, die leicht zu reinigen und abwaschbar sind. Optional lieferbar ist für den Defender 90 ein Stoff-Faltdach, das sich über das gesamte Dach erstreckt. Das wird Sonnenanbeter sowie Anbieter von Safari-Touren gleichermaßen freuen.

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Ausstattung des neuen Land Rover Defender

Kombiniert werden können die beiden Radstände mit den Ausstattungsversionen Defender, S, SE, HSE, First Edition und dem Topmodell Defender X. Darüber hinaus gibt es weitere Möglichkeiten zur Individualisierung. So stehen auch die vier Zubehör-Pakete Explorer, Adventure, Country und Urban zur Wahl.  Zur Liste möglicher Optionen zählt eine neuartige seidenmatte Schutzfolie, die die Lackierung auf lange Sicht vor Schäden bewahren soll. Sie wird bereits im Werk aufgebracht und ist mit den Lackfarben Indus Silver, Gondwana Stone und Pangea Green kombinierbar.

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Verfügbarkeit und Preise

Der neue Defender 110 ist zu Preisen ab 66.580 Euro ab sofort bestellbar und wird ab Frühjahr 2020 lieferbar sein. Die nahezu voll ausgestattete First Edition schlägt mit mindestens 88.500 Euro zu Buche. Und die Top-Version Defender X, die nur mit dem stärksten Motor kombinierbar ist, kostet mindestens 120.200 Euro. Der kürzere und günstigere Defender 90 wird ab Anfang 2020 bestellbar sein. Hier geht es ab 59.066 Euro los.

>>>Nachlesen: Neuer Defender ackert sich durch Kenia

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