Cebit 2008

Stromsparen und Klimaschutz im Fokus

20.02.2008

Auf der weltgrößten Computermesse Cebit sprechen in diesem Jahr alle von der "Grünen IT".

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© Cebit
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Vor wenigen Jahren eilten die Manager der Branche noch achtlos an Informationsständen von Greenpeace vorbei. In diesem Jahr aber überschlagen sich die Unternehmen schon vor Beginn der Messe vom 4. bis 9. März in Hannover mit Ankündigungen energieeffizienter Computer oder CO2-freier Rechenzentren.

Fujitsu-Siemens steigt um
Der deutsch-japanische Hersteller Fujitsu-Siemens will "der erste IT-Hersteller sein, der komplett auf energieeffiziente Produkte umsteigt und diese zu marktkonformen Preisen anbietet". Vorstandschef Bernd Bischoff erklärte, die Cebit biete die Möglichkeit, "das Thema noch stärker an unsere Kunden heranzutragen". Dabei müsse vermittelt werden, "wie das beste Gleichgewicht zwischen den Bedürfnissen von Geschäftswelt und Umwelt hergestellt werden kann".

Grünes Licht
Um die Green IT ins Licht zu rücken, vereinbarte die Messeleitung eine Zusammenarbeit mit der internationalen "Climate Savers Computing Initiative" (CSCI), die im Juni 2007 mit dem Ziel gegründet wurde, die Emission von Treibhausgasen durch die Computernutzung um jährlich 54 Millionen Tonnen zu reduzieren. Cisco-Manager Jan Roschek schätzt, dass die IT-Branche weltweit für etwa zwei Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich ist.

5,5 Mrd. Dollar weniger Stromkosten
Bei den Bemühungen um eine wirksamere Energienutzung hat die Branche nicht zuletzt ihre eigenen Kosten und die ihrer Kunden im Blick: Sollten die weit gespannten Ziele verwirklicht werden, könnten dem CSCI-Projekt zufolge Stromkosten von jährlich mehr als 5,5 Milliarden Dollar (3,76 Milliarden Euro) gespart werden. Nach Angaben des Marktforschungsinstituts IDC gaben viele Unternehmen im vergangenen Jahr erstmals mehr Geld für Strom und Kühlung ihrer Rechner aus als für die Neuanschaffung von Hardware.

Eigener Ausstellungsbereich
Die Cebit bietet im "Green IT Village" in Halle 9 einen eigenen Ausstellungsbereich zu dem Thema. Dort wird unter anderem ein Musterbüro zu sehen sein, das aufzeigen soll, welche Mengen an Energie im täglichen Bürobetrieb verbraucht werden. Daneben wird demonstriert, wie sich der gleiche Büroalltag mit "grünen Lösungen" verwirklichen lässt. "Es geht uns auch darum, jedem einzelnen aufzuzeigen, wie er seinen persönlichen Beitrag zum Klimaschutz und zur Kostenreduzierung leisten kann", erklärte Cebit-Chef Sven-Michael Prüser.

Stand-by ausschalten
Auch für Privatanwender sollte die "grüne IT" ein wichtiges Thema sein. Schließlich verbraucht ein normaler PC nach Berechnungen der Computerzeitschrift "c't" mehr Energie als ein moderner Kühl- und Gefrierschrank, was im Dauerbetrieb Stromkosten von 180 Euro im Jahr bedeutet. Am wichtigsten sind wohl persönliche Verhaltensänderungen wie der Verzicht auf den Stand-by-Betrieb. Für alle elektronischen Geräte zusammen - vom PC bis zum Fernseher - verschlingt Stand-by etwa zehn Prozent des gesamten Stromverbrauchs eines durchschnittlichen Haushalts, das sind bis zu 100 Euro.

Intel und AMD senken Energieverbrauch
Daneben tut sich aber auch bei den PC-Bauteilen einiges. Die beiden führenden Prozessor-Hersteller Intel und AMD haben den Energieverbrauch ihrer Chips in den vergangenen Monaten deutlich gesenkt. Bei den Speicherbausteinen steht mit DDR3 eine Technik zur Verfügung, die die Spannungsaufnahme des Vorgängers von 1,8 auf 1,5 Volt reduziert. Schließlich kann die Energiebilanz des PCs auch mit der Wahl eines effizienten Netzteils verbessert werden.

Notebook im Bambus-Gehäuse
Ein weiteres Green-IT-Thema sind die bei der PC-Herstellung verwendeten Materialien. Besonders interessante Überlegungen gibt es hier bei dem taiwanischen Hersteller Asus, der nach seinen Leder-Notebooks auf der Cebit auch eine Konzeptstudie für ein "Bamboo Book" zeigt, ein Notebook in einem Bambus-Gehäuse. "Die Verwendung alternativer Materialien ist bei uns immer ein großes Thema", erklärt der Marketing-Leiter in Deutschland, Holger Schmidt. In Taiwan werde inzwischen bereits mit der Verwendung von Recycling-Materialien wie Altpapier und -pappe experimentiert.

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