Übertragungstechnik

Was bringt das neue WLAN AC?

07.08.2014

Nachfolger von WLAN N bringt den Nutzern zahlreiche Vorteile.

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Für die meisten Nutzer von Laptops, Tablets, Smartphones & Co. zählt bei der Datenübertragung vor allem eins: Schnelligkeit, Reichweite und Komfort. Drahtlose WLAN-Verbindungen sind trumpf – waren bislang aber für die ein oder andere Anwendung nicht ausreichend schnell. Mit dem neuen WLAN-Standards AC dürfte sich nun einiges ändern. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Änderungen vor.

Bei WLAN N waren über WLAN Geschwindigkeiten von 450 MBit pro Sekunde brutto, also je nach Umgebung rund 100MBit/s, das höchste der Gefühle. Für normales Surfen im Internet oder um kleinere Videos im Heimnetz zu streamen, reichen derartige Geschwindigkeiten über den WLAN-N-Standard in der Regel problemlos aus. Wer dagegen höhere Datenraten benötigte, war auf Kabel angewiesen.  Doch damit ist nun Schluss. Denn mittlerweile gibt es bereits mehrere Router, WLAN-Sticks , Tablets (iPad Air, Galaxy Tablet S ) oder Smartphones, die WLAN AC unterstützen (siehe auch letzten Absatz).

Mehr Tempo für ruckelfreie Filme
Die höheren Bandbreiten beim AC-Standard werden unter anderem durch die Vergrößerung der Bandbreite einzelner Funkkanäle sowie durch das so genannte MIMO (Multiple-Input, Multiple-Output) erreicht, das die parallele Nutzung mehrerer Datenströme ermöglicht. Letztlich ergibt sich so bei WLAN AC eine Bandbreite von 433 MBit/s bei einem 80 MHz breiten Kanal. Der bisherige Top-Standard Wireless-N leistet bei einem 40 MHz gerade einmal rund ein Drittel, nämlich 150 MBit/s.

Theoretisch sind mit dem neuen Standard drahtlose Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 1.300 MBit/s und mehr möglich. Allerdings handelt es sich dabei um Brutto-Werte, die in der Praxis so nicht erzielt werden. Die tatsächliche Geschwindigkeit hängt von vielen Faktoren vor Ort ab, ist aber definitiv deutlich höher als mit bisherigen WLAN-Standards.

Mehr Reichweite für jeden Winkel im Haus
Stark vereinfacht sendet und verteilt ein WLAN-Router seinen Funk wie eine Glühbirne das Licht. Erhöht man durch mehr Leistung die Lichtquelle oder verdoppelt die Zahl der Glühbirnen (MIMO-Mehrantennen-Technik), steigt natürlich auch die Stärke und Reichweite des Lichtkegels. Bei WLAN AC wird aber zusätzlich der Funk gebündelt je nachdem, wo die Gegenstelle steht. Bewegt man sich also mit seinem Tablet-PC von einem Raum in den anderen, so erkennen WLAN AC Router dies und verändern das Sendeverhalten. Auch sonst störende Funk-Reflektionen können beim WLAN AC positiv genutzt werden.     

Eine breitere Datenstraße ohne Verkehr  für stabilere Verbindungen
Der neue Standard AC funkt auf dem 5-Gigahertz-Frequenzband und hat somit auch den Vorteil, dass es zu weniger Störungen (Interferenzen) durch andere Funknetze kommt. Vor allen in Ballungsgebieten ist das bislang geläufigere 2,4-GHz-Frequenzband sehr stark ausgelastet. Nachbarn oder auch andere Geräte wie drahtlose Kameras, Garagentüröffner oder auch Mikrowellen beeinträchtigen die Leistung des bisherigen WLAN mitunter sehr.

Lohnt der Umstieg auf WLAN AC?
Da WLAN AC Produkte in der Regel abwärtskompatibel zu anderen WLAN Standards sind, gibt es eigentlich keine großen Nachteile, wenn man auf den neuen Standard umsteigt. Noch gibt es allerdings nicht viele WLAN AC-fähige Router und Endgeräte die schon mit WLAN AC funken können und es einem ermöglichen, in den vollen Genuss der Geschwindigkeit und Reichweite zu kommen.

Hersteller wie der Marktführer AVM mit seiner FritzBox bieten bereits AC-Modelle an. Bei den Endgeräten wie Laptops gibt es ebenfalls bereits entsprechende Geräte, u.a. von Apple und Asus, jedoch ist die Auswahl mitunter noch eingeschränkt. Dennoch empfiehlt es sich bei der Anschaffung neuer Geräte bereits auf den AC-Standard zu achten. Wer jetzt bereits bei neuen Geräten auf AC setzt, ist folglich für die Zukunft bestens gewappnet.

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