Gefährlicher Trend
"Zu fett" für Model-Job? Stefanie Giesinger in Mailand eiskalt ausgeladen
02.04.2026In ihrem Podcast "G Spot" findet das deutsche Top-Model Stefanie Giesinger deutliche Worte für die Zustände in der Fashion-Welt. Die 29-Jährige berichtet von einer schmerzhaften Erfahrung bei der Mailänder Fashion Week und warnt vor einer Rückkehr zu extrem ungesunden Körperidealen.
Stefanie Giesinger, die 2014 die Castingshow "Germany's Next Topmodel" gewann, gehört zu den bekanntesten Gesichtern der Branche. Doch selbst für einen Star mit fünf Millionen Instagram-Followern ist das Geschäft knallhart. In ihrem Podcast schildert sie, wie sie für drei Shows in Mailand gebucht war, dann jedoch kurzfristig ausgeladen wurde. Trotz anfänglicher Komplimente des Designers entschied man sich am Ende gegen sie, weil sie offenbar nicht mehr in das extrem dünne Bild passte.
Plötzliches Aus in Mailand
Besonders schockierend war für die 29-Jährige der Blick hinter die Kulissen der Modewochen. Sie bemerkte, dass das Schönheitsideal auf den Laufstegen wieder deutlich dünner geworden ist. "Ich würde sagen, dass in den letzten Jahren das Körperideal noch mal dünner wurde“, so Giesinger. Sie verglich die Körper der anderen Models sogar mit ihrem eigenen Körperbau im Alter von sieben bis zehn Jahren. Die plötzliche Absage traf sie hart: Zurück im Hotelzimmer flossen Tränen, da sie sich plötzlich "zu alt" oder "zu fett" fühlte und ihre Welt zusammenbrach.
Gefährlicher Trend zur Magerkeit
Giesinger sieht in dieser Entwicklung ein massives Gesundheitsrisiko für junge Frauen. Sie schätzt, dass "80–90 Prozent" der Models in der Branche aufgrund des extremen Gewichtsverlusts ihre Periode nicht mehr haben. Für sie ist klar: "Es ist kein gesundes Schönheitsideal". Das Ausbleiben der Regel sei ein deutliches Warnsignal des Körpers, der in einen Notmodus schaltet. Früher wurden bei ihr in Paris lediglich breite Hüften mit Kleidung kaschiert, doch die heutige Situation empfindet sie als wesentlich extremer.
Kritik an fehlender Vielfalt
Zudem kritisiert das Model, dass die in den letzten Jahren gefeierte Vielfalt auf dem Laufsteg wieder fast vollständig verschwinde. Plus-Size-Models seien kaum noch zu sehen. Giesinger selbst, die betont, einen gesunden Körper zu haben und sich gesund zu ernähren, habe das Gefühl, heute bereits in die Kategorie "Plus-Size" gesteckt zu werden, nur weil sie nicht mehr in eine XS passe. Sie wolle sich diesem neuen, extrem schlanken Ideal jedoch nicht fügen, auch wenn es bedeutet, Jobs zu verlieren.