Frankreich

"Winnetou" Pierre Brice gestorben

06.06.2015

Französischer Schauspieler starb in Pariser Krankenhaus.

Zur Vollversion des Artikels
Zur Vollversion des Artikels

Als Apachenhäuptling "Winnetou" eroberte er Millionen Herzen - nun ist der französische Schauspieler Pierre Brice im Alter von 86 Jahren gestorben. Nach Angaben seines Managements erlag Brice am Samstagmorgen in einem Krankenhaus bei Paris den Folgen einer Lungenentzündung. Mit dem Filmklassiker "Der Schatz im Silbersee" (1962) war der Franzose damals über Nacht in Deutschland zum Star geworden.

Der Sprecher des Managements, Thomas Claassen, sagte AFP, Brice sei am Freitagabend mit hohem Fieber in die Klinik eingewiesen worden. Die Nacht über war er demnach nicht mehr ansprechbar. Am Morgen sei er noch einmal "kurz aufgewacht" und dann "in den Armen seiner Frau gestorben". Seine Frau Hella, eine Deutsche, war die ganze Zeit bei ihm.

Brice lebte zuletzt noch in seiner Heimat Frankreich, ungefähr 60 Kilometer von der französischen Hauptstadt entfernt. Schon lange hatte er aber Pläne, nach Deutschland zu ziehen. Dort verehren ganze Generationen den legendären Indianerhäuptling bis heute - zwei Mal erhielt er den Filmpreis Bambi, später sogar das Bundesverdienstkreuz. In seiner Heimat Frankreich blieb der Bretone hingegen Zeit seines Lebens weitgehend unbekannt.

Der ORF änderte in memoriam Pierre Brice sein Programm: Am Sonntag um14.50 Uhr zeigt ORF eins "Winnetou I" mit Brice in seiner Paraderolle als Apachen-Häuptling.

© Getty Images

Pierre Brice in seiner Parade-Rolle als "Winnetou"; Foto: Getty Images

VIDEO: Pierre Brice in seiner Parade-Rolle

Als Apachen-Häuptling zum Star
Insgesamt spielte Brice in elf Filmen bis Ende der 60er Jahre den schweigsamen, aufrechten Indianerhäuptling. Er selbst hatte vor 1962 nach eigenem Bekunden noch nie etwas von dem Buchautor Karl May gehört. Spätere Rollen reichten nicht mehr an den Erfolg der "Winnteou"-Filme heran.

Brice soll nach Angaben seines Managements in Bayern beerdigt werden. Seine Erkrankung trat demnach "plötzlich" auf, gleichwohl hatte er in der jüngsten Vergangenheit bereits mit Nierensteinen zu kämpfen. Er musste deshalb im Mai ein Treffen mit Kollegen anlässlich des Jubiläums der TV-Serie "Ein Schloss am Wörthersee" absagen.

Die Schauspielerin Uschi Glas, die an der Seite von "Winnetou" in einem Film mitspielte, zeigte sich bestürzt über den Tod ihres französischen Kollegen. "Er hätte ruhig noch zehn Jahre dranhängen können", sagte sie der Onlineausgabe des "Focus". Der Tod des Schauspielers tue ihr "sehr leid - auch für seine Frau". Sie erinnere sich an ihn als einen "sehr fairen, kollegialen Schauspieler".




 
Zur Vollversion des Artikels