Nöstlinger-Verfilmung

"Maikäfer flieg": Nicht nur Kinderfilm

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Ursula Strauß steht für Verfilmung von Nöstlinger-Klassiker vor der Kamera.
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Es sieht tatsächlich nach zerbombtem Wien aus: Im Hinterhof des Firmensitzes von Julius Meinl in Wien-Ottakring türmt sich der Schutt vor bröckelnden Mauerresten, ein Pferdewagen mit zerlumpten Passagieren trottet durch die sengende Hitze. Es sind die letzten Drehtage für Mirjam Ungers Verfilmung des Nöstlinger-Klassikers "Maikäfer flieg!". Der Spaß am Dreh wird vom ernsten Inhalt getrübt.

Buch-Verfilmung
Seit dem 22. Juni laufen die Dreharbeiten zu dem Film (Kranzelbinder Gabriele Production), der im Herbst 2016 in die Kinos kommen soll. In diesen letzten Tagen stehen nun Wiener Schauplätze rund um Hernals, wo die Familie in Nöstlingers autobiografischem Roman wohnte, im Zentrum. Die Szenen in der Villa, wo sich die Familie nach Zerstörung der elterlichen Wohnung versteckt, hat man hingegen in Südtirol statt in Neuwaldegg gedreht.

Abgekämpft und mit Sonnenbrand auf den ungeschminkten Wangen erscheint Ursula Strauss zum Interview mit den Journalisten. In den mit einem Tuch zusammengebundenen Haaren klebt Staub, der Schweiß perlt. Die österreichische Schauspielerin gibt die Mutter der jungen Ich-Erzählerin Christine (Zita Gaier), die von den Kriegs- und Nachkriegswirren rund um das Jahr 1945 erzählt. Dabei hatte die passionierte Nöstlinger-Leserin Strauss den Klassiker gar nicht gekannt. "Ich habe Nöstlinger rauf und runtergelesen, aber das Buch ist irgendwie an mir vorübergegangen", so die Schauspielerin, die gar nicht undankbar ist, das Werk erst in der Vorbereitung gelesen zu haben. Schließlich haben Kollegen am Set - wie etwa der Filmvater Gerald Votava - seit der Kindheit bestimmte Bilder im Kopf. "Wenn man Bücher verfilmt, die vielen Menschen am Herzen liegen, geht man natürlich die Gefahr ein, dass es von den Bildern im Kopf abweicht", so der Schauspieler.