Montreal World Film Festival

Zwei heimische Filmemacher in Montreal

19.08.2013

Martinetz mit  "Fräulein Else" und von Bock mit "The Colon Ring" in Kanada mit dabei.

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Der Debütspielfilm "Fräulein Else" der Wienerin Anna Martinetz ist einer von zwei heimischen Beiträgen bei dem am 22. August startenden Filmfestival Montreal, das bis zum 2. September insgesamt 432 internationale Beiträge zeigt. Der 70-minütige Streifen, der Arthur Schnitzlers Novelle ins heutige Indien verlegt, feiert seine Weltpremiere in der Reihe "Focus on World Cinema" außerhalb des Wettbewerbs. In der Schiene "Documentaries of the World" ist Hans Christoph von Bocks "The Colon Ring - Wagner in Buenos Aires" zu sehen. Die Dokumentation beleuchtet das argentinische Großprojekt, aus dem Bayreuths Ko-Intendantin Katharina Wagner als geplante Regisseurin nach wenigen Tagen Probezeit überstürzt ausgestiegen war.

Montreal im Filmfieber
20 Spielfilme und elf Kurzfilme finden sich im Wettbewerb, darunter die beiden deutschen Langfilme "Spieltrieb" von Gregor Schnitzler und "Westen" von Christian Schwochow. Prominent mit Juliette Binoche besetzt ist der norwegische Streifen "A Thousand Times Goodnight" von Erik Poppe. Sein Spielfilmdebüt gibt der russische Regisseur Maksim Panfilov mit "Ivan Son of Amir", unterschiedliche Lebensstile im Iran thematisiert Rouhollah Hejazi mit seinem Wettbewerbsbeitrag "The Wedlock".

Premiere in Europa 2014
Anna Martinetz' "Fräulein Else" ist laut Presseangaben der erste Teil einer "Trilogie über Geld". Angesiedelt hat die Wiener Jungregisseurin ihre "Else" nach Ende der aktuellen Finanzkrise. "Ein kleiner Kreis westlicher Menschen hat den ökonomischen Zusammenbruch überlebt und verbringt die Ferien in einem Luxushotel in Indien", heißt es in der Inhaltsangabe. Else hat ihre Tante auf die Reise begleitet. Als sie eine Nachricht ihrer Mutter erhält, die von den enormen Schulden des Vaters berichtet, nimmt der bekannte Plot seinen tödlichen Lauf. 2014 wird "Fräulein Else" erstmals in Europa im Rahmen des Max Ophüls Preises in Saarbrücken laufen.

Wagner zum Gedenkjahr
"The Colon Ring - Wagner in Buenos Aires" dokumentiert die Entstehung eines ambitionierten "Ring"-Projekts anlässlich Wagners 200. Geburtstag in Buenos Aires. Mit viel Enthusiasmus hatte sich Bayreuths Ko-Intendantin Katharina Wagner bereit erklärt, eine auf sieben Stunden abgespeckte "Ring"-Version zu inszenieren, am Pult der österreichische Dirigent Roberto Paternostro. Der Komponist und Arrangeur Cord Garben wurde beauftragt, eine zusammengestrichene Fassung der vier Opern zu liefern. Statt in 16 Stunden an vier Tagen, sollte der "Ring" an einem Tag aufgeführt werden - als Einstieg in Wagners Welt für die Opernliebhaber im fernen Süden. Doch aufgrund von Verzögerungen sagte Wagner nach nur wenigen Probentagen ab und wurde schließlich kurzfristig durch die argentinische Regisseurin Valentina Carrasco ersetzt. Der Film - der mittlerweile auch kostenlos im Internet gestreamt wird - zeigt tiefe Einblicke hinter die Kulissen.

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