Selzburger Festspiele

Pereira freut sich über Kompromiss

23.05.2013

Überarbeitetes Budget soll in den kommenden zwei Wochen vorgelegt werden.

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© APA Barbara Gindl
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Der angesagte Eklat fand nicht statt. Im Konflikt um das Festspielbudget 2014 haben das Kuratorium und das Direktorium der Salzburger Festspiele am 22. Mai einen Kompromiss gefunden. Das Kuratorium hat das Budget der Festspiele des nächsten Jahres nach sechs Stunden zäher Verhandlung nicht genehmigt, sondern Intendant Alexander Pereira beauftragt, nicht mehr als 61 Mio. Euro für sein künstlerisches Programm zu budgetieren. Außerdem wurde Pereira verpflichtet, eine Reserve für das künftige Programm anzulegen. Das Direktorium soll das Budget für 2014 überarbeiten und die neue Version in den kommenden zwei Wochen vorlegen. Noch im Juni soll es in einer neuerlichen Kuratoriumssitzung beschlossen werden.

Intendant erleichtert
Alexander Pereira, der die Sitzung deutlich früher verlassen hatte, hatte als erster einen Kommentar abgegeben: "Ich bin froh, dass das Kuratorium und das Direktorium einen gemeinsamen Weg für die Zukunft der Salzburger Festspiele gefunden haben. Und ich bin Teil dieses Weges." Kuratoriums-Vorsitzende Andrea Ecker meinte nach der Sitzung: "Pereira sagt immer zu uns Kuratoren: 'Gehen Sie doch über die Brücke!' Ich glaube, wir haben uns heute in der Mitte dieser Brücke getroffen. Ich bin zuversichtlich, dass dies realistisch ist."

Sitzung war vertrauensbildend  

Auch Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler betonte, dass niemand aus seinem Herzen eine Mördergrube gemacht habe. "Diese Sitzung war vertrauensbildend." Rabl-Stadler hat das von Pereira ursprünglich vorgelegte Budget in der Höhe von 63 Mio. Euro erstmals in ihrer Präsidentschaft nicht unterschrieben, weil sie "nicht den Vorgaben des Kuratoriums zuwiderhandeln" wollte. Pereira habe versprochen, dass auf den neuen Beschluss eingegangen werde und man nicht wie geplant 63 Mio., sondern wie verlangt 61 Mio. Euro budgetieren werde. Dies soll, so Rabl-Stadler, jetzt sehr schnell umgesetzt werden. "Wir werden das zur Deckung bringen. Ich hätte schon im Vorfeld Ideen gehabt, wie man das zusammenbringen kann, aber ich bin sehr zuversichtlich, dass auch Pereira konsensfähig ist. Schlüsselwerke werden wir jedenfalls keine streichen müssen", so die Präsidentin.

Reserven werden angelegt

Die Programmreserve soll etwa zwei Mio. Euro betragen. Zur Zeit gibt es eine solche nicht. "Das ist uns 2012 erstmals seit vielen Jahren nicht gelungen", räumte Rabl-Stadler ein. "Ich kann aber ohne eine solche Reserve leben, weil wir kurzfristig Projektsponsoren lukrieren können. Aber für das Budget 2014 werden wir eine solche Reserve wieder einbauen, diese soll dann 2016 wirksam werden. Wir wollen die Reserve mit zusätzlichen Einnahmen erreichen, nicht durch das Ausschöpfen von einzelnen Reserven, die in jeden einzelnen Projekt enthalten sind. Das ist immer ein Risiko, besonders mit einem so abenteuerfreudigen Intendanten wie Pereira." Kuratoriumsmitglied Heinz Schaden (S), im Vorfeld der Hauptkritiker des Kurses von Pereira, sagte nach der Sitzung, es sei mühsam gewesen, aber man habe sich auf einen Kompromiss geeinigt, mit dem alle halbwegs leben können.

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