Opern-Trends

Christoph Waltz inszeniert Oper

06.08.2013

Christoph Waltz inszeniert in Antwerpen, Choreografin Sasha Waltz in Berlin.

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© Getty Images for The Weinstein Company
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An den meisten Opernhäusern laufen auch in der kommenden Spielzeit die üblichen Verdächtigen: "Die Zauberflöte", "La Boheme", "Carmen", "Figaros Hochzeit" oder "Hänsel und Gretel". Die Besonderheiten an den europäischen Opernhäusern auszumachen, ist nicht immer leicht. Die altehrwürdigen Tophäuser wie die Wiener Staatsoper, die Mailänder Scala oder das Royal Opera House in London sind dabei schon lange nicht mehr die innovativsten und aufregendsten, sondern eher die Häuser der sogenannten Zweiten Reihe wie das Theater an der Wien, die Oper Frankfurt, die Staatsoper Stuttgart oder die Opera de Lyon. Eine Auswahl interessanter Themen und Thesen zur Saison 2013/14:

Jubiläen
Für die Opernwelt ist heuer ein besonderes Jahr, auch in der neuen Saison. Viele Opernhäuser spiegeln in ihren Spielplänen drei Jubiläen wider - und zwar die 200. Geburtstage von Giuseppe Verdi und Richard Wagner sowie den 100. Geburtstag von Benjamin Britten. Die Hamburgische Staatsoper hat deswegen sogar gleich das Motto "Wagner-Verdi-Britten 2013" ausgerufen. Im Jahr 2014 folgt ein weiteres Jubiläum, das viele Opern bereits frühzeitig begehen: der 150. Geburtstag von Richard Strauss.

Verdi
Richard Wagner und seine Opern waren verstärkt im ersten Halbjahr 2013 angesagt (man erinnere sich etwa an den "Tannhäuser"-Skandal in Düsseldorf). Jetzt ist verstärkt der andere große Jubilar dran: Giuseppe Verdi. Dabei fällt auf, dass die Häuser nicht unbedingt mit "Aida" gratulieren, sondern lieber "La Traviata" aufführen - zum Beispiel Duisburg (8.10.), Darmstadt und Mailand (jeweils 7.12.), Mainz (11.1.) oder das Theater an der Wien (1.7.). Doch auch "Don Carlos" (ab 12.10. etwa in Mailand), "Falstaff" (Stuttgart, 20.10.), "Il Trovatore" (Berliner Staatsoper, 29.11.) oder "La forza del destino" (München, 22.12.) werden gegeben.

Inszenierende Filmstars

Nachdem Michael Haneke in Madrid die Mozart-Oper "Cosi fan tutte" erfolgreich auf die Bühne gebracht hat, ist im Dezember der zweite österreichische Oscar-Gewinner an der Reihe: Christoph Waltz inszeniert an der Vlaamse Opera "Der Rosenkavalier" von Richard Strauss. Die Erstaufführung ist am 15.12. in Antwerpen geplant. Im Jänner soll es Aufführungen in Gent geben, später dann auch in Luxemburg und London. Apropos Waltz: Choreografin Sasha Waltz wagt sich im April 2014 erstmals an Wagner und inszeniert in der Staatsoper im Schillertheater dessen "Thannhäuser".

Strauss im Kommen

Die Oper Frankfurt zum Beispiel bringt "Ariadne auf Naxos" (5.10.) und "Die Liebe der Danae" (15.6.) auf die Bühne. Die Bayerische Staatsoper in München (21.11.) und das Londoner Royal Opera House (14.3.) bekommen eine neue "Frau ohne Schatten".

Janacek

Auch wenn kein besonderes Jubiläum rund um den tschechischen Komponisten Leos Janacek (1854-1928) anliegt, sind seine Opern wieder sehr präsent. "Jenufa" etwa kommt an mehrere renommierte Häuser - zum Beispiel in Brüssel (21.1.), Graz (29.3.) oder Essen (24.5.). In Häusern wie der Deutschen Oper Berlin, den Opern Zürich und Zagreb sowie natürlich am Prager Nationaltheater (Narodni divadlo) läuft sie eh schon. Andere Häuser nehmen sich andere Janacek-Werke ins Programm wie "Katja Kabanowa" (Staatsoper Berlin, ab 25.1., Regie: Andrea Breth) oder aber "Das schlaue Füchslein" (Hamburg, ab 9.3.; Wien, ab 18.6. in der Regie von Otto Schenk).

Film-Erfolge als Oper

Das Teatro Real Madrid bringt die Opern-Version des Schwulen-Westerns "Brokeback Mountain" von Charles Wuorinen (nach dem Libretto von Annie Proulx) auf die Bühne. Weltpremiere der Oper soll am 28. Jänner 2014 sein.

Achse Berlin-Zürich-Wien
Eine gute Beziehung pflegen der Intendant der Komischen Oper Berlin, Barrie Kosky, und sein Vorgänger Andreas Homoki, der jetzt in Zürich Chef ist. Kosky inszeniert in Zürich Giacomo Puccinis "La fanciulla del West" (Premiere 22.6.). Und auch Homoki inszeniert nicht nur am eigenen Haus ("Fidelio") sondern auch in Wien an der Staatsoper ("Lohengrin", Premiere 12.4.). Ansonsten setzt Kosky verstärkt auf Operette - etwa auf "Clivia" von Nico Dostal (ab 8.3.) mit Christoph Marti, Tobias Bonn und Andreja Schneider (auch bekannt als Geschwister Pfister) oder aber Emmerich Kalmans Operette "Die Herzogin von Chicago" (22.12.) mit Entertainerin Gayle Tufts.

 

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