ORF-Premiere

Falco lebt im TV

06.02.2009

Verdammt wir leben noch! Am Samstag, 7.2. feiert der Falco-Film ORF-Premiere.

Zur Vollversion des Artikels
Zur Vollversion des Artikels

Respektable Kinoquote
Noch selten hat ein Kinofilm im Vorfeld für so viel Wirbel hierzulande gesorgt. Kein Wunder, geht es doch in Thomas Roths Werk um das turbulente Leben von Österreichs einzigem Popstar ­ Falco alias Hans Hölzel. Am 7. Februar 2008 feierte Falco – "Verdammt wir leben noch!" seine Premiere – und schaffte respektable 158.980 Zuseher in Österreich. Am Samstag kommt die Pop-Biografie ins Free-TV und soll natürlich für mehr Quote im ORF sorgen.
Sex, Drogen & ein mysteriöser Tod
Am 6. Februar jährt sich Falcos Todestag zum 11. Mal und noch immer ist nicht geklärt, ob sich der Sänger das Leben nahm oder es nur ein tragischer Autounfall war. Auch der Film bleibt diese Antwort schuldig – zeigt aber ungeschönt die Drogen- und Sex-Exzesse des Popstars.
Inhalt eines Lebens
Alles beginnt mit dem Ende – Grace Jones erinnert sich als Kellnerin der "Turist Disco" an Falcos letzte Stunden. Schnitt: Plötzlich sitzt er als sechsjähriger Hans Hölzel (D. Haderer) brav am Klavier, um seiner dominanten Mutter Maria (Susi Stach) vorzuspielen. Schnitt: Jahre später verliebt er sich in Chouchou (Doris Golpashin zeigt sich nackt) und beginnt seine Musik-Karriere – bei "Drahdiwaberl" wird Hans Hölzel zum berühmten Falco und von Plattenboss Markus Spiegel (N. Ofzarek) entdeckt. "Der Kommissar" wird sein erster kommerzieller Hit. Es folgen Drogen-Exzesse, ein flotter Vierer im Bordell („Wer von euch drei Frauen liebt mich nun wirklich?“) und die Geburt seiner Leider-Nein-Tochter. Die Ehe mit deren Mutter (Patricia Aulitzky) ist gezeichnet von Alkoholismus und Gewalt – in einer Szene schlägt er ihr die Nase blutig. Vom Erfolg verlassen, endet Hans Hölzel in der Dominikanischen Republik – und verunglückt. Seit letzter Hit "Out of the Dark" erklingt ...

Lesen Sie auf der nächsten Seite mehr und das Interview mit Hauptdarsteller Rubey!

4-Millionen-Skandalfilm
Bei der Verfilmung von Falcos Leben wurden keine Mühen gescheut: Vier Millionen kostete der 100-Minüter, der sechs Wochen lang an Original-Schauplätzen und mit Falcos echten Kostümen aus den 80er-Jahren in Wien, Holland und der DomRep gedreht wurde.
Dennoch: Kritik
Weggefährten des Falken waren mit der oft einseitig wirkenden Darstellung des sensiblen wie explosiven Charakters des Ausnahmekünstlers nicht einverstanden. So verweigerte Hölzels Mutter, die in einem Altersheim lebt, ihr Kommen zur Premiere. Falcos Ehefrau Isabella ließ Passagen des Drehbuchs kurzerhand streichen und ihr Name musste im Film auf Jacqueline geändert werden. Die Kritik war ähnlich uneins: „Es gehört zu den Stärken des Films, dass er nicht Falcos Leben nacherzählt, sondern sich auf Wendepunkte konzentriert“, so der Stern. In Österreich hagelte es Kritik: „Emotional einförmig und ermüdend!“
Lichtblick: Rubey
Doch bei einem Mann waren sich alle einig: Manuel Rubeys Darstellung des Falken überzeugte. „Am Set wurde ich oft schon Falco genannt“, so der "Mondscheiner"-Frontman im TV-AUSTRIA-Gespräch über seine Arbeit. Für den Sänger war der Falco-Film der Durchbruch als Schauspieler. Seitdem wirkte er auch im erfolgreichen Mundl-Film Ein echter Wiener mit.

Das Interview mit dem Falco-Darsteller Manuel Rubey

TV-AUSTRIA: Wie schwierig war es, einen Grenzgänger wie Falco darzustellen?
Manuel Rubey: Ziemlich (lacht). Die größte Herausforderung war sicher, Falcos Attitüde zu treffen. Da sind die Leute sehr heikel. Ich ­habe stundenlang vor dem Spiegel seine Gestik und Mimik geübt. Ansonsten ging es mir mehr darum, Falcos Spirit einzufangen. Ich bin schließlich kein Imitator.

TV-AUSTRIA: Sehen Sie dennoch Parallelen zwischen Ihnen und Ihrer Filmfigur?
Rubey: Ich will mich nicht auf eine Stufe mit Falco stellen. Ich glaube auch nicht, dass wir uns sehr ähnlich sind. Ich kann aber sein Scheitern nachvollziehen. Dass ihn alle auf die geschleckte, arrogante Figur im Smoking reduziert haben, darunter hat er ­sicher ziemlich gelitten.

TV-AUSTRIA: Der Film nimmt vor allem Falcos exzessive Seite unter die Lupe.
Rubey: Falco war sehr ambivalent. Es ist zum Teil erschreckend, zu sehen, in welche Grenzbereiche er vorgedrungen ist. Um ihn darzustellen, musste ich persönliche Grenzen überschreiten. Auf der anderen Seite hatte ich die Narrenfreiheit, Dinge ausprobieren zu können, ohne Konsequenzen zu tragen.

TV-AUSTRIA: Das heißt, Ihr ­eigenes Leben ist weit von Sex, Drugs & Rock’n'Roll entfernt?
Rubey: Meiner Generation sind andere Dinge wichtiger. Ich bin glücklich liiert und Vater, habe andere Prioritäten, als Hotelzimmer zu zerstören und Teenager abzuschleppen. Bei uns findet Rock’n’Roll auf der Bühne statt, aber sonst nirgends.

TV-AUSTRIA: Sehen Sie sich ein Jahr nach dem Film mehr als Sänger oder Schauspieler?
Rubey: Die Musik geht vor. Klar brachten mir "Falco" und "Mundl" mehr Popularität, doch ich muss darauf achten, dass meine Band in den Köpfen der Menschen nicht zum Begleitprojekt verkommt.

TV Premiere: 7.2., 20.15 ORF 1

Fotos: (c) ORF

Zur Vollversion des Artikels
Weitere Artikel