Letzte Rolle

Habe Swayze-Film bei Oscars eingereicht

16.09.2009

Patrick Swayze verlor nach zwei Jahren in L. A. den Kampf gegen den Krebs

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© Lilly Berger
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ÖSTERREICH: Frau Berger, hat Sie die Nachricht vom Tod Patrick Swayzes überrascht?
Lilly Berger: Ich komme gerade aus Los Angeles und wir haben dort in der Kirche für ihn noch gebetet. So etwas kommt immer plötzlich, obwohl wir seit Wochen wussten, dass es keine Hoffnung mehr gibt.

ÖSTERREICH: Hatten Sie zuletzt noch Kontakt mit Herrn Swayze? Wie ist er mit seiner Krebs-Erkrankung umgegangen?
Berger: Ich konnte leider nicht mehr mit ihm sprechen, da er sich sehr zurückgezogen hatte. Aber er hat aus Prinzip nicht über seine Krankheit gesprochen. Er wollte einfach nicht akzeptieren, dass er den Kampf dagegen verlieren könnte. Patrick war bis zuletzt lebensfroh, voller Humor und wollte weiterleben.

ÖSTERREICH: War er nie deprimiert?
Berger: Nein! Er hat immer gesagt: „Noch bin ich nicht tot!“ Patrick ist trotz Schmerzen aufrecht gegangen, wollte zu keinem Pflegefall werden. Er war wahnsinnig diszipliniert, zäh und sehr tapfer.

ÖSTERREICH: Wie geht es, glauben Sie, seiner Ehefrau Lisa Niemi?
Berger: Lisa war jede Sekunde bei ihm und begleitete ihn auf seinem schweren Weg. Sie wird sicher sehr um ihn trauern, auf der anderen Seite war es auch eine Erlösung für ihn – er hatte fürchterlich zu leiden.

ÖSTERREICH: Wissen Sie, wann und wo das Begräbnis sein wird?
Berger: Nein, ich bekomme von seinem Agenten noch Bescheid und werde natürlich zur Beerdigung hinfliegen. Ich gehe davon aus, dass er in New Mexico auf seiner Ranch die letzte Ruhe finden wird.

ÖSTERREICH: Sie haben mit ihm seinen letzten Kinofilm „Jump“ gedreht. Welche Pläne gibt es damit?
Berger: Ich war in Los Angeles auch, weil ich den Film für die Oscars 2010 eingereicht habe. Es freut mich sehr, dass Patrick noch davon informiert wurde. Er hat vor Freude geweint, denn er wollte als ernsthafter Schauspieler in Erinnerung bleiben. Seine Arbeit war sein Leben.

ÖSTERREICH: Wie groß sind die Chancen, dass „Jump“ für die Oscars nominiert wird?
Berger: Es wurde seitens der Jury auf jeden Fall Interesse gezeigt. Sie wollten den Film schon früher haben. Er wird in Los Angeles laufen, sie werden sich den Film ansehen und erst Anfang nächsten Jahres darüber entscheiden.

ÖSTERREICH: Wird Ihr Film auch in Österreich zu sehen sein?
Berger: Der ORF hat angefragt – aber noch vor seinem Tod. Er wird den Film auf jeden Fall zeigen. Er läuft heuer in Amerika bei acht Filmfestivals, von Washington bis Alabama.

ÖSTERREICH: Wie wollen Sie, dass Swayze in Erinnerung bleibt?
Berger: Außen wie innen schön – nicht so wie ihn die letzten Bilder gezeigt haben. Und so, wie er in meinem Film zu sehen ist. Denn Patrick wollte immer eine dramatische Rolle spielen, aber in Hollywood bekam er durch Dirty Dancing keine Angebote. Deswegen hat er auch gesagt, dass Jump sein wichtigster Film war.

Sehen Sie hier Patrick Swayzes schönste Kinomomente

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