Kinofilm-Start

"La Bohème"-Premiere ohne Anna Netrebko

29.09.2008

Der Hauptdarstellerin konnte nicht kommen, das Publikum war trotzdem begeistert.

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Ein Hauch von Hollywood ist am Mittwochabend durch das Cineplex am Wienerberg in Wien geweht. Zur Premiere des Opernfilmes La Boheme war nicht nur Regisseur Robert Dornhelm, Rocky-Horror-Picture-Show-Legende Richard O'Brian und Francesca Habsburg, sondern auch der Hauptdarsteller Rolando Villazon geeilt. Der wahre Star des Streifens glänzte aber durch Abwesenheit: Diva Anna Netrebko hatte es vorgezogen nach New York zu reisen.

Grund für Abwesenheit unklar
"Sie wäre gerne hier. Sie hat mir immer wieder gesagt, wie sehr sie den Film liebt", entschuldigte sich Dornhelm. Der Grund ihrer Abwesenheit war allerdings niemand so richtig klar. Der Regisseur wollte sich den Abend dennoch nicht verderben lassen. "Ich bin sehr stolz auf den Film", freute sich Dornhelm.

Villazon zeigte sich begeistert
Beinahe hätte es der männliche Hauptdarsteller auch nicht nach Wien geschafft. "Ich war für drei Tage in London und habe ein Konzert aufgenommen. Heute musste ich extra schneller singen", witzelte Villazon, während er von den Fotografen und Kamerateams fast begraben wurde. Von dem Film ist Villazon begeistert. "Es ist Oper und Film zusammen. Der Zuseher ist direkt dabei", schwärmte der Sänger. La Boheme könnte auch nicht der letzte Film des Künstlers gewesen sein. "Meine Türen sind offen", meinte Villazon. Konkrete Pläne gibt es aber noch nicht.

Das Premierenpublikum nahm Netrebko ihr Fernbleiben nicht übel - bis auf einen jedenfalls. "Mein Mann ist fuchsteufelswild. Er hat sich so auf Netrebko gefreut", meinte Charity-Lady Jeannine Schiller. "Aber sie wird schon ihre Gründe haben", sagte die Löwenmähne. Für Schauspieler Alfons Haider war die Netrebko-Absenz nicht einmal besonders relevant: "Der Film ist das wichtigste, was bei der Premierenfeier passiert, ist eigentlich wurscht".

Gnädig zeigte sich auch Operetten-König Harald Serafin. "Sie ist eine junge Mutter, sie wird was anderes zu tun haben", erkläre Serafin. Er selbst würde allerdings niemals bei einer Kinopremiere mit ihm in der Hauptrolle fehlen. Richard O"Brian war hingegen enttäuscht, nicht auf die rassige Sängerin zu treffen. "Ich hatte mich sehr gefreut", sagte der Schauspieler. Der eigentlich Grund für seine Teilnahme an der Premiere war aber ein ganz anderer: "Dornhelm war mein letzter Liebhaber", scherzte der Rocky-Picture-Show-Erfinder.

Traumpaar der Oper
Es ist ein Film der besonderen Art: Dramaturgisch an der Szenenabfolge der Oper orientiert, sind die beiden Protagonisten sind immer wieder in Großaufnahmen zu sehen, schmachten sich an, küssen sich und gehen in ihrer Rolle als "Traumpaar der Oper" gänzlich auf. Dornhelm ist damit zumindest das gelungen, was er während der Dreharbeiten angekündigt hatte - nämlich den beiden Sängern ein Denkmal zu setzen.

Kitschig-tragisch
Rodolfo (Villazon) verliebt sich zu Weihnachten im Paris des 19. Jahrhunderts, mitten im Künstlerviertel Quartier Latin in der Nähe des berühmten Cafe Momus, in Mimi (Netrebko), kämpft mit seiner Eifersucht und seiner Angst, die schwer kranke Mimi nicht versorgen zu können. Schließlich muss er hilflos mitansehen, wie sie stirbt.

Neben Netrebko und Villazon spielen u.a. Adrian Eröd (Schaunard), Nicole Cabell (Musetta) und Georg van Bergen (Marcello). Dornhelms Cousin, Staatsopern-Chef Ioan Holender, schlüpfte zudem in die Rolle des "alten Knackers" Alcindoro. Als Verleih fungiert in Österreich Constantin Film.

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