Phänomen

Lady Bitch Ray: Mit "F-Wörtern" zum Vorbild

16.06.2008

Sie ist die neue Ikone der Frauen in Deutschland - Lady Bitch Ray alias Reyhan Sahin, die mit derben Sprüchen lockt.

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Sie ist Rapperin, selbsternannte Vorzeigeschl****, Türkin, Uni-Absolventin (und Dozentin für Kleidungssemiotik) und Chefin von Vagina Style Records - Lady Bitch Ray alias Reyhan Sahin polarisiert, mittlerweile auch über den deutschen Tellerrand hinaus.

Progression in Person?
In zahlreichen Gesprächen mit weiblichen Artgenossen zeigt sich: Lady Bitch Ray sagt das, was sich "jede" denkt, einfach gerade heraus - sie ist die ultimative und in die Zukunft gewandte Frauenikone des Jahres 2008, wenn nicht überhaupt der Neuzeit. Eine Alice Schwarzer in jung, denn die 68er-Generation ist mittlerweile auch schon passé.Denn Reyhan, die gebürtige Bremerin, liebt die forsche Provokation. Und die ist spitz, frech und erstklassig - wenn man ihren Humor versteht, was nicht alle Männer - und wahrscheinlich auch Frauen - tun dürften.

Die Medienwelt dreht sich um Lady Bitch
Oliver Pocher und Harald Schmidt haben sich an ihren derben Witzchen schon ihr Mundwerk verbrüht, wo und in welcher Talkshow auch immer Lady Bitch Ray auftritt - eines ist gewiss: Sie hinterlässt eine Spur der tiefen und neuen Progression, die der Weiblichkeit eine neue Nuance verpasst. Aber natürlich auch viele schockierte und entsetzte Gesichter. Was ihre Heimatnation Türkei über die neue weibliche Jugendikone denkt, ist wissenschaftlich noch nicht erhoben worden, doch zeigt sie vermutlich nur das auf, was unter Umständen in Punkto Frauenrechte schon längst hätte passieren müssen: Das unabdingbare Recht zur weiblichen Selbstbestimmung - auch in einem Land mit muslimischer Ausprägung.

Starke Frauen
Das schwache Geschlecht wirkt plötzlich gar nicht mehr so schwach, angesichts dessen, welche Unterschiedlichekeiten sie nach Außen vertritt. Sahin ist nämlich Türkin - dieses gewichtige Attribut im Gefolge ihrer sexuell-freizügigen Weltanschauung macht sie allein schon zum unbestrittenen Star - rennt sie doch naturgemäß erstens ohne Kopftuch - und zweitens teilweise ohne Höschen unter ihrem Kleid rum. Verbalausdrücke, die mit F anfangen inklusive.

Trend
Die Männer werden reihenweise vernascht - auch das ist ein Teil des selbskreierten Images von Lady Bitch Ray, einer Kultfigur, die sie selbst erschaffen hat und mit der sie offensichtlich authentisch zu leben versucht. "Bitch" ist in ihrem Sprachgebrauch etwas Positives, die Medien lieben Sie und ihre Freizügigkeit, manche Kolumnisten hassen sie und werfen ihr ständige Selbstbeweihräucherung vor.

Der deutsche Tagesspiegel, der ihre Musik als „professionell“ lobte, stellte fest, dass es ihr nicht darum gehe, Mechanismen von Provokation und Vermarktung vorzuführen – sie bediene sie vielmehr extrem offen.

Vielseitig
Wie oe24 bereits berichtete, startete kürzlich die erste MySpace-Soap "Candy Girls", die vier Mädchen und deren Alltagsleben in den Berliner Discos und Clubs darstellen soll, Schlüpfrigkeiten und Softpornoästhetik gehörte hier ebenso dazu, wie Lady Bitch Ray - dies dachten sich auch die Macher der Soap und luden die Extrem-Prominente ein, eine Folge lang dabei zu sein.

Doch aufgrund zuvieler F*-Wörter wurde die Folge 7 der Show nun einfach gestrichen. Insider vermuten, dass die Sponsoren mit der Fäkalsprache der Bremerin nicht einverstanden waren und um Image fürchteten. Darauf angesprochen lenkten die MySpace-Sprecher in Richtung Jugendschutz, so sei man "etwas überrascht" von Lady Bitch Rays "Kraftsexausdrücken" gewesen.

Was denken Sie? Ist sie die Alice Schwarzer des Jahres 2008 oder nur das Produkt einer kapitalistischen Gesellschaft, die durch Besonderheit und Schrägheit auffallen muss?

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